Technik: Ein blauer Glibber aus Hawai saugt Giftmüll auf

Glibber

Bild: Mark Thiessen/NGM Vergrößern

Das blaue Reinigungsgel ist hauptsächlich für große Flächen gedacht. Man kann damit aber auch Computertasten säubern.

Radioaktiv verseuchte Orte zu reinigen, heißt normalerweise genau das: schrubben, schrubben, schrubben mit Wasser, Seife und Bürste. Eine Drecksarbeit – zudem ist es höchst gefährlich, mit Atomstaub und kontaminiertem Wasser in Berührung zu kommen. Die auf Hawaii ansässige Firma CBI Polymere verlautbart nun, sie habe eine bessere Lösung gefunden. Es ist ein blaues Glibberzeug, das nicht gerade nach Hightech aussieht. Man gießt es einfach nur aus. Sobald das supersaugfähige Mittel geliert, wirkt es wie ein Schwamm und bindet radioaktive Moleküle. Übrig bleibt eine leicht abzuziehende Paste, die einfacher und billiger zu ent­sorgen ist als Fässer mit verseuchtem Wasser. «Es ist wie bei Knetmasse. Das Gel kommt auch in jede Ritze», sagt Hector Rodriguez vom US-Energieministerium. Im Nationalen Forschungslabor für Energie und Technik in Oregon entfernte er damit Rückstände von Beryllium, einem gefährlichen Metall.

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima schickte CBI im vergangenen Jahr 1900 Liter des neu erfundenen Mittels nach Japan. Reinigungstrupps säuberten damit Wände, Fußwege und Spielplätze. Das Gel soll auch giftige Chlorverbindungen, Asbest und Quecksilber aufnehmen können, es wird auf Kriegsschiffen wie auch in Kraftwerken eingesetzt. Ein ziemlich harter Job für einen Glibber, der so gewöhnlich aussieht.


(NG, Heft 2 / 2011, Seite(n) 18)


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