Bild: Getzin und Wiegand/Biodiversitäts-Exploratorien Vergrößern
Die Schwäbische Alb (siehe Bild) zählt zu den sogenannten Biodiversitäts-Exploratorien der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Das sind Areale, in denen die Artenvielfalt untersucht wird. Das Lückenmuster der Wipfel ermöglicht es, die Vielfalt der hier lebenden Pflanzen sehr genau einzuschätzen.
Eine Drohne, die jüngst über deutschen Wäldern flog, suchte nicht nach untergetauchten Terroristen – sondern nach ökologischen Informationen. Stephan Getzin, ein Forstwissenschaftler an der Universität Göttingen, sammelt auf diese Weise Daten – großräumig und kostengünstig. Die Luftbilder analysiert er mit statistischen Methoden. Speziell interessieren ihn „die Muster und Größen der Lücken und Baumkronen". Daraus schließt er auf die Artenvielfalt, kann aber auch Hinweise geben, wann und wo aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht eine Durchforstung – das selektive Fällen von Bäumen – optimal zu planen ist.
Gemeinsam mit Kerstin Wiegand arbeitet Getzin auf den neu etablierten "Biodiversitäts-Exploratorien". Die Biodiversitäts-Exploratorien sind von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Forschungsplattformen zur experimentellen Langzeitbeobachtung von Biodiversität in Deutschland. Das Wort Exploratorium ist ein Kunstwort und verdeutlicht, dass auf diesen Observatorien explorativ und experimentell gearbeitet wird. Insgesamt arbeiten circa 300 Wissenschaftler in diesem Verbundprojekt, um den Einfluss verschiedener Landnutzungsintensitäten auf die funktionale Artenvielfalt zu erforschen. Ziel der Exploratorien in realen Landschaften ist es, mit Hilfe der Kombination von Langzeit-Monitoring und Messungen der funktionellen Diversität in Experimenten, die Rückkopplungsschleifen zwischen Landschaftsveränderung, genetischer Diversität, Artendiversität und den so genannten Ökosystemdienstleistungen zu untersuchen.
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Ein kleinteiliger Mischwald im Hainich (Bild). Die Kronendurchmesser geben Hinweise auf den besten Zeitpunkt zur Durchforstung.
Unterstützt wird Getzin von der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei. Dort koordiniert Sergej Chmara das Projekt „Andromeda“, mit dem deutsche Firmen und Forschungseinrichtungen den Nutzen von Luftbilddrohnen untersuchen. Die könnten überall sinnvoll sein, wo man aktuelle Fotos, Karten und Daten benötigt: in der Forst- und Landwirtschaft, in der Archäologie und im Bergbau, aber auch um vorhersagen zu können, wo möglicherweise Überflutungen oder Hangrutsche drohen.
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