Technik: Gläserne Mumie

Gläserne Mumie

Bild: Dr. Michael Miyamoto Vergrößern

Komplett durchschaut: 30 Milliarden CT-Aufnahmen wurden von der ägyptischen Priesterin Meresamun gemacht. Sie starb 800 v.Chr. mit etwa 30 Jahren.

Lange Zeit vermuteten Archäologen, die ägyptische Priesterin Meresamun habe unter einem Kropf gelitten. Dann durchleuchteten sie ihre Mumie mit einem Computertomografen. Die CT-Aufnahmen enthüllten: Der Hals ist so dick, weil die Balsamierer ihn mit Leintüchern ausgestopft haben. Heute müssen Wissenschaftler nicht mehr fürchten, durch das Öffnen eines über Jahrtausende versiegelten Sarkophags die Mumie darin zu zerstören. Sie durchleuchten ihn. Inzwischen haben CT-Techniken das manchmal unzuverlässige Röntgenverfahren abgelöst. Aus zahllosen dünnen Schichtaufnahmen werden sogar dreidimensionale Modelle von Mumien zusammengesetzt. Deren Analyse lässt kaum noch Fragen unbeantwortet. Man kann heute sagen, wie alt eine Person war, als sie starb, und man kann aus der Qualität der Mumifizierung Rückschlüsse auf ihren Status ziehen. Per CT fand man schon Gallensteine, Krebsgeschwüre und Knirschspuren im Zahnschmelz. Eine große Überraschung erlebten die Archäologen, als eine 2700 Jahre alte Mumie aus dem New Yorker Brooklyn-Museum durchleuchtet wurde. Die Tote, seit mehr als 80 Jahren Lady Hor genannt, entpuppte sich als Mister Hor.



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