Technologie: Lichtspiele

Artikel vom 01.09.2007
Schmetterling Ornithoptera priamus

Bild: iStockphoto.com / Roberto A. Sanchez Vergrößern

Erst das Elektronenmikroskop macht die Strukturen sichtbar, die auf den Schuppen des Schmetterlings Ornithoptera priamus das Licht vollkommen verschlucken.

Zebras könnten von Insekten viel lernen - zumindest, was das Spiel mit Weiß und Schwarz angeht. Der britische Physiker Peter Vukusic von der Universität von Exeter hat den Käfer Cyphochilus zum Tier mit dem weißesten Weiß erklärt. Das Insekt erzeugt dieses Strahlen wie von frisch gefallenem Schnee nicht allein durch Farbpigmente; ganz wichtig ist nämlich auch die Struktur seiner Körperoberfläche. Winzige Schuppen streuen das Licht so extrem, das nur noch der Eindruck von Weiß übrig bleibt. Auf diese Weise ahmt der Käfer das Aussehen eines ungenießbaren Pilzes nach und schützt sich so vor Fressfeinden.

Ganz anders der Schmetterling Ornithoptera. Er erzeugt ein "ultraschwarz". Die wabenförmige Struktur der Flügelschuppen hält alles einfallende Licht fest. Die Insekten können damit besser Wärme speichern; gleichzeitig wirken andere Farben auf den Flügeln auffälliger für mögliche Fortpflanzungspartner. Menschliche Ingenieure versuchen seit einiger Zeit, diese Strukturen zu kopieren. Mögliche Produkte könnten extrem schwarze Solarzellen sein, die besonders viel Sonnenlicht absorbieren, "ultraschwarze" Textilien oder Zahnummantelungen in strahlendstem Weiß.

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