Umwelt: Die Rache der Kräuter

Artikel vom 01.03.2008
Unkrautbekämpfung mit Herbiziden

Bild: Roger Dale Pleis / Shutterstock Vergrößern

Als "Unkrautvernichter des Jahrhunderts" war vor 30 Jahren das Totalherbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat eingeführt worden. Jetzt schlägt die Natur zurück: Immer mehr Unkräuter - andere sprechen lieber von Wildpflanzen - werden gegen das Mittel resistent. Damit läuft auch die Doppelstrategie der Firma Monsanto auf Grund. Die hatte den Bauern versprochen, viel Zeit und Geld durch den einmaligen Einsatz von Roundup sparen zu können. Sie müssten nur gleichzeitig das vom selben Unternehmen verkaufte Saatgut verwenden: Soja, Mais und Baumwolle, gentechnisch gegen das Herbizid unempfindlich gemacht. Jetzt müssen Bauern doch zunehmend wieder mit anderen Methoden gegen die Unkräuter vorgehen. Gleichzeitig verbreitet sich die Resistenz unter den Wildpflanzen weiter, wodurch der Landwirtschaft ernsthafte Schäden drohen - vorerst hauptsächlich im Baumwoll- und Sojaanbau in den USA. Glyphosatresistente Kräuter sind aber auch schon in Kanada und Argentinien aktenkundig. 1996 hatten sich in Australien erste Wildkräuter gegen Glyphosat immun gezeigt. Ursache war eine Mutation, welche die Herbizidwirkung blockierte. Diese Mutation taucht inzwischen bei mehr als einem Dutzend Arten auf. Experten raten den Bauern nun zu klassischen Bekämpfungsmethoden: Fruchtwechsel und Unterpflügen.

Beispiele glyphosat-resistenter Wildpflanzen:

  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus