Bild: Martin Stock/LKN-SH Vergrößern
Wie viele Seehunde leben im Nationalpark Wattenmeer? Biologen zählen und messen.
Wenn sich der beim Frühjahrsfang angeheftete Sender demnächst vom Fell einiger so markierter Seehunde löst und aus der Nordsee gefischt wird, dann erfährt Thomas Borchardt wieder ein bisschen mehr über die Robben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Eine Frage beschäftigt den Biologen derzeit ganz besonders: Kann es sein, dass die Zahl der Seehunde sich der Obergrenze nähert, die das nordfriesische Watt verträgt?
Im Juni werden die Jungen geboren. Die Tiere liegen dann auf den Sandbänken und können vom Flugzeug aus gezählt werden. Im Jahr 2002 hatte eine Staupeinfektion die halbe Population getötet. Danach ging es bergauf – bis auf etwa 11000 Tiere. Doch 2009 wurde erstmals kein Zuwachs mehr ermittelt, im Gegenteil: Im Herbst waren ungewöhnlich viele Seehunde an Lungenwürmern verendet. Ein Indiz, dass beginnende Überbevölkerung die Widerstandskraft der Robben lähmt? Neben den aktuellen Zählungen sollen auch genauere Untersuchungen anhand von Blut- und Gewebeproben Klarheit darüber schaffen und Hinweise über die Zukunft der Robben geben. Borchardt ist gespannt.
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