Umwelt: Zum Wohl der Fische

Artikel vom 08.03.2010
Spreewald

Bild: Enrique Herrero Paredes Vergrößern

Oben paddeln Kanufahrer durch den ­idyllischen Spreewald, unten wandern die Fische durch das Gewässerlabyrinth.

Kanufahrer im Biosphärenreservat Spreewald und im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land überwinden einige Staustufen neuerdings auf ungewöhnliche Weise: sie rutschen mit ­ihrem Boot stromab über Bündel von Kunststoffborsten. Aus der Nähe betrachtet erscheinen sie wie die Köpfe riesiger Zahnbürsten, die im Grund verankert sind. Diese Strömungshindernisse dienen dazu, das Gefälle des Wassers an den Stau­anlagen in mehreren Stufen zu überwinden. In den Schlitzen zwischen den Borsten können die Fische beque­mer stromauf zu ihren Laichplätzen schwimmen.

Die „Fisch-Kanu-Pässe“ wurden an der Universität Kassel entwickelt. Sie erschließen Fischen leichtere Wanderwege zur Umgehung von Stauanlagen. Gleichzeitig können Kanutouristen über die flexiblen Borsten ungehindert abfahren. Sie ersparen sich damit lange Wartezeiten an ­benachbarten Schleusen oder das lästige Umtragen ihrer Boote.


(NG, Heft 4 / 2010, Seite(n) 22)
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