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Herbst im Hainich
Nach der Fossilienlagerstätte Grube Messel und dem einzigartigen Ökosystem des Wattenmeers hat nun ein ganz anderer Landschaftstyp in Deutschland die Chance, 2011 als Weltnaturerbe anerkannt zu werden: die heimischen Buchenwälder. Ein Experte der Internationalen Naturschutzunion IUCN bereiste im Auftrag der Unesco im Sommer die antragstellenden Regionen. Im Dezember wird die IUCN über seinen Bericht beraten. Manfred Großmann, der Leiter des Nationalparks Hainich in Thüringen, schätzt die Erfolgsaussichten als hoch ein: „Unsere Buchenbestände wären auf der Welterbeliste die perfekte Ergänzung der Karpaten-Urwälder in der Slowakei und der Ukraine.“
Nirgendwo sonst auf der Erde hat nach dem Ende der letzten Eiszeit eine einzige Baumart (Fagus sylvatica, die Rotbuche) zeitweise fast einen ganzen Kontinent erobert. Ohne Einfluss des Menschen würden Buchen gut zwei Drittel der Landfläche Deutschlands bedecken, aktuell sind es 4,5 Prozent (15 Prozent der Waldfläche). Dabei ist der Prozess ihrer nacheiszeitlichen Wiederausbreitung bis heute nicht abgeschlossen – ein ökologisches Phänomen, das man nur in unseren Wäldern beobachten kann. Die Folgen des absehbaren Klimawandels schätzt Großmann durchaus positiv ein: „Die Buche kommt damit gut zurecht. Sie hat das Potenzial, nahezu alle Waldstandorte zu besiedeln.“
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