Wetter: Eis vom Himmel

Hagel

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Fallen in Deutschland: „Hagelkörner, groß wie Taubeneier“, ist das eine Meldung für die Tagesschau. Anderswo auf der Welt prasseln allerdings deutlich dickere Brocken vom Himmel.

Klimaforscher der Universität Karlsruhe schreckten die Menschen in Baden-Württemberg unlängst mit einer Hagelstudie auf. Die Meteorologen hatten Versicherungsdaten und Radarmessungen von 1974 bis 2004 analysiert. Ihr Ergebnis: „1986 gab es noch fünf Tage mit Hagelschäden, bis 2004 stieg die Zahl auf 34 Tage im Jahr an“, berichtete der Klimaforscher Michael Kunz. Die Erklärung: In Bodennähe haben Temperatur und Luftfeuchtigkeit erheblich zugenommen, in höheren Schichten dagegen nicht.

Die Folge sind verstärkte Aufwinde, eine Voraussetzung für die Bildung von Hagel. Aufwind transportiert Wassertröpfchen in die oberen Wolkenschichten, wo sie gefrieren. Die Hagelkörner fallen in niedrigere Schichten, nehmen mehr Feuchtigkeit auf und werden erneut hochgeschleudert. Mit jedem Zyklus nimmt ihre Größe zu. Allgemein gibt es den meisten Hagel in mittleren Breiten, wo der Wind aus Hochlagen in die Ebene fällt. Doch selbst am Äquator ist man bei einem entsprechenden Bodenprofil nicht sicher. Rekordhalter ist die Teeanbauregion Kericho in Kenia. Die Plantagen liegen 2100 Meter hoch. Hier hagelt es öfter als irgendwo sonst.


(NG, Heft 11 / 2010)


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