Wildlife: Klappmesserzehen

Artikel vom 01.07.2009
Knochenkrallen des Haarfrosches

Bild: David C. Blackburn Vergrößern

Scharfe Knochenkrallen an den Zehen des Haarfrosches stoßen durch die Haut, um einen Feind abzuwehren.

Für alles, was sich der Mensch ausdenkt, gibt es ein Vorbild in der Natur. Das gilt sogar für die Messerklingen, die der Comic-Held Wolferine von den X-Men aus den Fingerknöcheln ausfährt. Afrikanische Haarfrösche beherrschen diesen Trick seit je: Wenn sie angegriffen werden, lassen sie scharfe Knochenklauen durch die Haut ihrer Zehen schnappen. Der Zoologe David Blackburn von der Harvard-Universität war nicht der erste Biologe, der in Kamerun durch einen Haarfrosch verletzt worden war, doch er ging dem Rätsel nun auf den Grund. Er untersuchte Amphibiensammlungen in Museen - und fand bis heute elf Arten mit diesem Schnappmessermechanismus in den Zehen. Abwehrwaffen, die den eigenen Besitzer verwunden, kommen in der Natur nicht oft vor. Der Schaden für die Tiere ist aber nicht von Dauer. "Frösche haben ja ein gutes Regenerationsvermögen", sagt Blackburn. "Ich vermute, dass die Haut der Zehen rund um die Durchstichstelle schnell wieder verheilt."

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