Wohltat für die Wale

Wohltat für Wale

Bild: CampCrazy Photography/Shutterstock Vergrößern

"Kanarienvögel der Meere" nannten Walfänger die Belugas früher. Denn sie verfügen über ein enormes Repertoire an akustischen Signalen.

Immer mehr Krach stört die Tierwelt der Meere. Forscher bemühen sich um Abhilfe.

In den Tiefen der Meere ist es zwar dunkel – aber keineswegs leise. Eine Flut von Geräuschen dringt bis dort hinab. Schallwellen können im Wasser eine viel größere Distanz zurücklegen als Licht. Wale und andere Meeressäuger, Fische sowie einige wirbellose Lebewesen nutzen seit je Töne zur Orientierung oder Kommunikation: Sie krächzen und grunzen, singen und quieken, um Feinden auszuweichen oder Geschlechtspartner zu finden. Heute aber leiden die Tiere unter zunehmendem, vom Menschen verursachten Lärm. "Für ­viele von ihnen ist es schon so laut, als würden sie in Städten leben", sagt der Meeresakustiker Brandon Southall. Das Problem beschäftigte sogar schon die Gerichte der Vereinigten Staaten.

Sie entschieden, Tests für Systeme zur U-Boot-Jagd weiter zuzulassen, obwohl deren durchdringende Sonarimpulse bereits Massenstrandungen von Walen verursacht haben. Aber die US-Marine ist nicht der einzige Bösewicht. Auf Unterwasser­baustellen werden Pfeiler in den Boden gerammt oder Löcher gesprengt. Spezialschiffe von ­Öl­konzernen feuern rund um die Uhr Salven von Druckwellen (Luftpulsern) Richtung Meeres­boden, um damit Öllagerstätten zu orten.

Seit 1960 hat der Krach um das Hundertfache zugenommen. Hauptursache ist der dramatische Zuwachs an Verkehr auf dem Wasser. "Der Schiffslärm ist immer da", sagt Southall. "Auch wenn er nicht direkt tödlich ist, verursacht er auf Dauer große Schäden." Ein Problem ist auch das CO2, das bei der Verbrennung von Öl und Kohle frei wird und die Meere versauert. In saurem Wasser trägt der Schall noch weiter.

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(NG, Heft 01 / 2011, Seite(n) 18-20)


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