Geschichte und Kultur

Unberührtes altägyptisches Priestergrab in Sakkara geöffnet

Das eindrucksvolle Grab gibt Einblicke in das Leben eines königlichen Beamten und enthält noch versiegelte Schächte. Montag, 17 Dezember

Von A. R. Williams

Während Ägyptens großem Zeitalter der Pyramiden starb ein Mann namens Wahtye, der gute Beziehungen hatte und auf einem großen königlichen Friedhof bestattet wurde, welcher in der Wüste westlich des modernen Kairo liegt. Sein bunt verziertes Grab, das anscheinend noch intakt ist, wurde etwa fünf Meter unter dem Sand in der altägyptischen Nekropole Sakkara entdeckt.

Das Begräbnis sei „ein einzigartiger Fund der letzten Jahrzehnte“, sagte Mostafa Waziri, der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerbehörde, auf einer Pressekonferenz. „Die Farben sind fast vollständig erhalten, obwohl das Grab fast 4400 Jahre alt ist.“

Der Besitzer des Grabes diente dem Pharao Neferirkare, der während der 5. Dynastie des Alten Reiches regierte. Neben dem Namen des Verstorbenen offenbaren die Hieroglyphen im Gestein neben dem Grabeingang auch seine Titel: königlicher Priester der Reinigung, königlicher Aufseher und königlicher Inspektor des geheiligten Bootes.

Die rechteckige Galerie des Grabes – etwa zehn Meter breit, drei Meter lang und drei Meter hoch – ist mit bemalten Reliefs, Skulpturen und Inschriften verziert, die nach den zahlreichen Jahrhunderten allesamt bemerkenswert gut erhalten sind.

Die Reliefs zeigen Wahtye selbst, seine Frau Weret Ptah und seine Mutter Merit Meen sowie Szenen des Alltags, darunter die Jagd, Schifffahrt, die Darbietung von Opfergaben und die Herstellung von Gegenständen wie Tongefäßen und Grabgegenständen. In 18 größeren Nischen finden sich bemalte Statuen des Priesters und seiner Familie, während in 26 kleineren Nischen in Bodennähe Statuen einer bislang nicht identifizierten Person stehen oder wie ein Schreiber mit überkreuzten Beinen sitzen.

Das Team aus ägyptischen Archäologen, das dort arbeitet, hat bislang fünf Schächte in dem Grab entdeckt. Einer war offen und enthielt keine weiteren Funde. Die anderen hingegen sind versiegelt – ein Umstand, der aufregende Entdeckungen versprechen könnte.

„[Einer der Schächte] könnte zu einem Sarg oder Sarkophag mit dem Eigentümer des Grabes führen“, so Waziri. In den anderen Schächten könnten sich Grabbeigaben für den Verstorbenen befinden.

Das Grab des Hohepriesters befindet sich unter einer Erhöhung, die bislang nur teilweise ausgegraben wurde. Wenn die Grabungen im Januar fortgesetzt werden, könnten noch weitere Entdeckungen ans Tageslicht kommen.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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