9 der besten Bars in Prag

Die tschechische Hauptstadt kann deutlich mehr als nur Bier.Mittwoch, 25. April 2018

Wer danach fragt, wird in Prag oft zu hören bekommen, dass die Stadt weltweit die meisten Bars pro Quadratkilometer hat. Ob das nun stimmt oder nicht – man wird es definitiv schwer haben, mehr als ein paar Meter weit zu laufen, ohne an einer verrauchten Spelunke, einer historischen Kneipe oder einer der schlanken neuen Cocktail Bars vorbeizukommen, die überall in der Altstadt aus dem Boden sprießen. Ob es nun das gute alte Pilsner oder ein perfekt gerührter Martini sein soll: Diesen ganz besonderen Lokalen sollte man auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

Bier mit Ausblick: Die Klosterbrauerei Strahov

Man wird wohl keine Bar mit einem besseren Ausblick finden als diese Brauerei an einem Hang mit Blick auf die berühmte Prager Burg und die pittoreske Altstadt. Die Brauerei ist Bestandteil eines Klosters aus dem frühen 12. Jahrhundert und existiert selbst mindestens seit 1400, als ein Ort in der Nähe sie für „einen Schock Pfeffer und einen fetten Hasen“ mietete, wie es heißt. Heutzutage ist sie vor allem für ihr dunkles Lager bekannt, verkauft aber jedes Jahr eine Auswahl an saisonalen Bieren. An schönen Tagen kann man den gut ausgeschilderten Weg von der Brauerei zur Innenstadt laufen und sich unterwegs an den prächtigen Weingärten und der Architektur erfreuen.

Craft Cocktails: Die Hemingway Bar

Die Hemingway Bar ist auf vielerlei Art die Antithese der traditionellen tschechischen Kneipe. Sie hat zum Beispiel eine niedergeschriebene Liste mit Regeln. Außerdem erhält man dort teure Spirituosen wie Mezcal, Old Tom Gin und mehr als 200 Arten Rum. Die Rumkarte ist nach geografischen Regionen unterteilt und bietet eine Auswahl aus allen Teilen der Welt an, darunter Kuba, Jamaika und Madagaskar. Vor allem sollte man sich aber die unverkennbaren Cocktails der Hemingway bar nicht entgehen lassen – ernsthaft.

Szene-Tauchgang: Der Crossclub

Etwas nördlich von der Altstadt liegt der Stadtteil Holešovice, der eigentlich kein großer Touristenmagnet ist. Das bedeutet auch, dass man hauptsächlich Einheimische und Kenner im steampunkigen Crossclub antrifft, der eine Galerie, einen Konzertsaal und eine Bar in sich vereint. Hier finden musikalische Veranstaltungen von Electroswing-Partys bis zu Heavy-Metal-Konzerten inmitten einer Kulisse aus Kurbeln, Zahnrädern und Gerüsten statt, gut besucht von einigen der buntesten Bewohner Prags. Wenn es je eine gute Gelegenheit für Fotos gab, dann hier.

Reise in die Vergangenheit: Tretter‘s

Tretter‘s New York Bar befindet sich seit 90 Jahren in Familienbesitz und versetzt die Gäste zurück in die glamourösen Tage des Art déco. Mitten im Zentrum der Altstadt ist sie eine willkommene Abwechslung zu den überfüllten und überteuerten Restaurants, die sich am Marktplatz aneinanderdrängen. Cocktails sind die Spezialität des Hauses, und die Barkeeper rühmen sich mit ihren perfekten Neuauflagen alter Klassiker.

Frischluft: Biergarten Riegrovy Sady

Eine Erkundung der Prager Kneipenlandschaft wäre ohne einen Besuch in einem der zahlreichen Biergärten nicht vollständig, und Riegrovy Sady ist unter den Einheimischen einer der Favoriten. Das umliegende Viertel Vinohrady ist besonders bei Ausländern und modebewussten Tschechen beliebt, die sich am Samstag oft im Park versammeln, um ein Pivo zu genießen und auf einem großen Bildschirm das Sportprogramm zu verfolgen. Am Abend lockt ein Spaziergang zur Westseite des Hügels mit dem perfekten Foto der Sonne, die hinter der Burg untergeht.

Wein für Kenner: Bokovka

Weniger bekannte Weinregionen wie Slowenien und Georgien erfuhren in letzter Zeit zwar etwas mehr Aufmerksamkeit, aber tschechische Weine fliegen größtenteils noch relativ weit unter dem Radar. Im Bokovka werden sie hingegen groß gefeiert: Dort kann man aus Dutzenden lokalen Getränken des ganzen Weinspektrums wählen, darunter auch Schaumwein, Dessertwein und sogar oranger Wein. Einer der sachkundigen Sommeliers begleitet Gäste gern bei einer kleinen Weinprobe – am besten ergänzt von Käse aus der Fromagerie vor Ort.

Echt authentisch: U Jelinku

Wer eine Prager Kneipe wie ein echter Einheimischer erleben will, für den ist das U Jelinku die richtige Wahl. Dort soll es das beste Pilsner Urquell in ganz Prag geben – es ist außerdem das einzige Bier, das dort serviert wird. Es ist voll, verraucht und die Barkeeper sprechen nur selten Englisch, was zum Charme des Etablissements gehört. Hier kann man sich ein Pivo bestellen und in Ruhe das Prag von gestern genießen.

Ein bisschen Eskapismus: Tiki Taky

Der Stadtteil Žižkov soll die meisten Bars und Kneipen pro Kopf haben. Die meisten davon sind kleine Stammgast-Kneipen, aber das Tiki Taky bildet eine bunte Ausnahme. Die Wände im Lokal sind mit polynesisch inspirierten Wandbildern verziert und die kleine reetgedeckte Hütte, in der sich die Bar befindet, ist mit allen möglichen Tiki-Elementen verziert. Zusammen mit den tropischen Drinks, die in stimmungsvollen Gefäßen serviert werden, kann man fast für einen Moment vergessen, dass man sich in Tschechien befindet.

Wachmacher: Café Louvre

Wien gilt zwar als Zentrum der Kaffeekultur, aber im frühen 20. Jahrhundert strotzte Prag ebenfalls nur so vor Cafés und Intellektuellen. Im Café Louvre, das seine Türen 1902 zum ersten Mal öffnete, geht es weniger um die Karte – auf der sich eine vorzügliche Auswahl an Spirituosen, Bieren und Weinen findet – und mehr um die Geschichte. Dort waren Dutzende bekannte Philosophen, Künstler, Autoren und Persönlichkeiten wie Albert Einstein zu Gast, der oft nach seinen Arbeitstagen an der Karls-Universität vorbeischaute. Mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Becherovka – ein bitterer Kräuterlikör – kann man die Atmosphäre genießen und spekulieren, welcher der Gäste wohl als nächstes für einen Nobelpreis nominiert wird.

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