Umwelt

10 Fakten zum deutschen Wald

Wie viel Wald haben wir in Deutschland? Wie gesund ist er? Aktuelle Infos auf Grundlage des Waldberichts der Bundesregierung.Dienstag, 20. März 2018

Von Jens Voss
Alte Bäume wie diese Eiche haben eine große Bedeutung für intakte Ökosysteme. Zwischen 2002 und 2012 hat ihr Anteil in Deutschland leicht zugenommen.

Gesundheitszustand
Ab den 80-er Jahren sorgte der kranke deutsche Wald auch international für Aufsehen. Seitdem sprechen etwa auch die Franzosen von „Le Waldsterben“. Nach Angaben der Bundesregierung haben Luftreinhalte-Maßnahmen die Wälder inzwischen messbar entlastet. Dennoch überschreiten vor allem Stickstoffeinträge vielerorts die kritischen Raten. Die Waldböden haben begonnen, sich zu erholen. Maßnahmen zur Senkung von luftgetragenen Schadstoff- und Stickstoffeinträgen sind jedoch weiterhin erforderlich. Sorgen bereiten allerdings die Sturmschäden im Winterhalbjahr 2017/2018, die langanhaltende Dürre im Sommer 2018 sowie der Borkenkäferbefall – die daraus resultierenden aktuellen Waldschäden seien dramatisch, betont die Bundesregierung.

Waldfläche
Ein Drittel der Fläche Deutschlands ist von Wald bedeckt (rund 11,4 Mio. Hektar der Landesfläche). Die Flächenveränderungen zwischen 2002 und 2012, dem letzten Erhebungszeitraum der Bundeswaldinventur, waren gering. Einem Verlust von 58.000 Hektar stehen 108.000 Hektar neuer Wald gegenüber. Der deutsche Wald wächst also!

Waldverteilung
Während der flache Norden durch Landwirtschaft geprägt ist, sind die Mittelgebirge besonders waldreich. Den meisten Wald (über 2,6 Mio. Hektar) hat Bayern. Prozentual zur Landesfläche besitzen Rheinland-Pfalz und Hessen die größten Waldanteile (42 %). Es folgen das Saarland mit 40 % und Baden-Württemberg mit 38 %. In Bayern sind es 37 %.

Der Reinhardswald in Hessen. Prozentual zur Landesfläche besitzen Hessen und Rheinland-Pfalz mit 42 % am meisten Wald.

Klassische Baumarten
Zwischen 2002 und 2012 ging der Anteil der Nadelbäume zurück, während Laubbäume zunahmen. Die Fichte ist mit rund 25 % die häufigste Baumart – ihr Anteil ist rückläufig. Platz 2 belegt die Kiefer mit etwa 22 %, gefolgt von der Buche mit circa 15 %. Auf Rang 4: die Eiche mit 10 % der Waldfläche.

Neue Baumarten
Mit einem Flächenanteil von insgesamt knapp 5 % spielen eingeführte Baumarten eine untergeordnete Rolle. Am weitesten verbreitet sind Douglasie (2 %), Japanlärche (0,8 %) und Roteiche (0,5 %).

Altersstruktur
Die Waldfläche mit alten Bäumen hat leicht zugenommen. So ist das Durchschnittsalter im Jahr 2012 gegenüber 2002 um viereinhalb Jahre auf 77 Jahre gestiegen.

Naturnähe
Etwa 99 % der Wälder in Deutschland sind menschlich geprägt. Das heißt im Gegenzug: Nur 1 % des deutschen Waldes ist naturbelassen. 36 % weisen eine naturnahe Zusammensetzung der Baumarten auf. Die Zerschneidung von Waldgebieten beeinträchtigt die biologische Vielfalt. Umweltverbände fordern, mehr Waldfläche zu Urwäldern zu machen.

Der Wald als Klimaschützer
Der Wald ist ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. In Holz und Böden sind aktuell rund 2,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zusätzlich entzieht der Wald der Atmosphäre durch das Wachstum der Bäume CO2.

Der Wald als Luft- und Wasserfilter
Wälder sind natürliche Klimaanlagen und Luftfilter. Außerdem spielen sie eine besondere Rolle in den globalen und lokalen Wasserkreisläufen. Der Waldboden speichert und reinigt Niederschlagswasser wie kaum ein anderes Ökosystem.

Der Wald als Arbeitsplatz
Mit 1,1 Millionen Arbeitsplätzen sind Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland ein wichtiger Arbeitgeber, insbesondere in ländlichen Räumen.

Wei­ter­le­sen