Umwelt

Wetter extrem: Der Sommer 2018

Hitze, Trockenheit und Sonnenschein ohne Ende: Der deutsche Sommer kratzte in diesem Jahr an einigen Rekorden. Friday, August 31, 2018

Von Jens Voss
Niedrigwasser in Köln: Der durchschnittliche Rhein-Pegel in der Domstadt liegt bei weit über drei Metern. Um den 25. August waren es nur noch 101 Zentimeter.

Der diesjährige Sommer geht nach vorläufiger Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht nur als bislang zweitheißester in die Geschichte ein. Er gehörte auch zu den drei sonnenreichsten und zeigte sich überaus niederschlagsarm. Los ging es im Juni mit schwülwarmer Luft und teils schweren Gewittern. Doch schon ab Mitte des Monats setzte sich trockenes Wetter mit meist angenehmen Temperaturen durch. Verantwortlich dafür waren nach DWD-Angaben Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa.

Ab Ende Juli habe sich der hohe Druck ostwärts verlagert. Fast bis Ende August konnte die über Südeuropa liegende Heißluft bis nach Deutschland vorstoßen. Die Folge: Anhaltender Sonnenschein und extrem hohe Temperaturen bei ausbleibenden Niederschlägen. Das führte in vielen Regionen, vor allem in der Mitte, im Norden und Osten Deutschlands unter anderem zu dramatischer Dürre.

Junger Weizen in Thüringen: Nach der diesjährigen Dürreperiode beklagen Landwirte erhebliche Ernteausfälle.

Nur 2003 war heißer

Insgesamt war der Sommer 2018 mit 19,3 Grad laut DWD der zweitheißeste seit Beginn regelmäßiger Temperaturmessungen im Jahr 1881. Spitzenreiter bleibt 2003 mit 19,7 Grad. In Frankfurt am Main etwa wurden diesmal 18 Tage hintereinander über 30 Grad gemessen. Bernburg an der Saale meldete zwölf Tage mit mehr als 35 Grad – und den deutschlandweit höchsten Einzelwert mit 39,5 Grad am 31. Juli.

Auch die Sonnenscheindauer erreichte Spitzenwerte. Mit rund 770 Stunden zählt 2018 zu den drei sonnenscheinreichsten Sommern seit Beginn der Messungen im Jahr 1951. Der Sollwert liegt bei 604 Stunden. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es 640 Stunden. Dramatisch gering fielen die Niederschlagsmengen aus. Mit 130 Litern Regen pro Quadratmeter wurden 2018 nur 54 Prozent des Solls von 239 Litern erreicht. Trockener war nur der Sommer 1911.

Folge des Klimawandels?

Heiß und trocken präsentierte sich der Sommer auch in anderen Teilen der Welt. Charakteristisch sei das zeitgleiche „Auftreten von Hitzewellen und extremen Starkniederschlägen“ an vielen verschiedenen Orten, wie DWD-Vizepräsident Paul Becker unterstreicht. „Genau eine solche Häufung von meteorologischen Extremereignissen wurde von uns als Folge des anthropogenen Klimawandels prognostiziert.“

Um den Einfluss des sich ändernden Klimas auch auf das Auftreten besonders herausstechender Ereignisse besser einordnen zu können, seien indes weitere Forschungen nötig. Becker: „Nur mit diesem Wissen ist es möglich, abzuschätzen, bei welchen Extremereignissen sich in Zukunft Intensitäten und Häufigkeiten ändern werden, um daraus geeignete Anpassungsmaßnahmen abzuleiten.“

Jens Voss

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