Forscherlegende Jane Goodall: Jeder kann die Welt verändern

Ein Leben für den Klima- und Umweltschutz: Seit Jahrzehnten kämpft die weltberühmte Verhaltensforscherin und Umweltschützerin Jane Goodall für ein neues Bewusstsein.

Von National Geographic
Jane Goodall
Die bedeutendste Primatenforscherin der Welt: Im Jahr 1960 ging Jane Goodall nach Tansania, um Schimpansen zu erforschen. Ihre Erkenntnisse revolutionierten die Wissenschaft.
Foto von Michael Neugebauer

Jane, was kann jeder von uns tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Selbst kleine Entscheidungen können unsere Welt ein Stückchen besser machen. Nehmen wir zum Beispiel die Lebensmittel, die wir kaufen. Schaden sie der Umwelt? Wir haben das Glück, an einem Ort der Welt zu sein, wo wir selbst entscheiden können. Milliarden anderer Menschen, die in großer Armut leben, können sich das leider nicht leisten. Für sie geht es einzig und allein darum, ihre Familien zu ernähren. Deshalb müssen wir die Armut bekämpfen und ein neues Bewusstsein schaffen.

Seit vielen Jahrzehnten engagierst du dich für den Natur- und Artenschutz. Mit deinem Programm „Roots & Shoots“ etwa möchtest du die junge Generation dazu motivieren, sich zu engagieren. Was ist dein persönlicher Rat?

Viele von ihnen verlieren ihre Hoffnung. Das überrascht nicht, denn wir schaden dem Planeten. Das „Roots & Shoots“-Programm des Jane-Goodall-Instituts will junge Menschen dazu inspirieren, ihr alltägliches Umfeld positiv zu verändern. Es ist wichtig, dass alle Menschen – nicht nur die Jugend – verstehen: Das, was wir tagtäglich tun, hat Auswirkungen. Wir haben die Wahl. Das ist der Grund, warum ich 300 Tage im Jahr um die Welt reise.

Naturreservat Gombe Stream in Tansania: Mit Bananen gewann die junge Britin in den 1960er Jahren das Vertrauen der Schimpansen.
Foto von The Jane Goodall Institute

Für die Dokumentation JANE GOODALL: HOFFNUNG hat National Geographic dich bei deiner unermüdlichen Arbeit begleitet. Woraus ziehst du diese schier unerschöpfliche Hoffnung? Was bringt dich weiter voran?

Mir liegt die Umwelt am Herzen, mir liegen Kinder am Herzen. Ich finde es schrecklich, mir vorzustellen, was in 50 Jahren sein würde, wenn wir jetzt nichts ändern. Ich nähere mich dem Ende meines Lebens. Manche Leute sagen, wir sollten es jetzt besser etwas langsamer angehen. Nein – wir müssen einen Gang zulegen. Mir bleibt nicht viel Zeit. Ich würde das alles nicht tun, wenn es nichts bringen würde. Aber das tut es.

Forscherlegende, Umweltaktivistin, UN-Botschafterin: Seit Jahrzehnten engagiert sich Jane Goodall unermüdlich für den Natur- und Artenschutz.
Foto von Stuart Clarke

Über Jane Goodall

Die Britin Jane Goodall gilt als bedeutendste Primatenforscherin der Welt. Ihre Feldforschungen über die Schimpansen in Tansania revolutionierten die Wissenschaft. Das Jahr 1960 markierte den Beginn ihrer eindrucksvollen Forscherlaufbahn. Jane Goodall kam ins tansanische Naturreservat Gombe Stream, um Schimpansen zu studieren. Sie entdeckte, dass Primaten intelligente Wesen mit eigenem Willen, persönlichen Motiven und individuellen Gefühlen sind – und sogar Werkzeuge fertigen können.

Neben der herausragenden inhaltlichen Relevanz war auch ihre Forschungsmethodik wegweisend. Jane Goodall legte den Fokus auf eine umfassende Beobachtung der Schimpansen. So entdeckte sie Details, die einer streng theoretischen Herangehensweise entgangen wären. 

Jane Goodall reist seit Jahrzehnten rund um den Globus, um Menschen für den Schutz von Tieren und Umwelt zu gewinnen. 1977 gründete die heute 86-Jährige das Jane-Goodall-Instituts , das sich für den respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur einsetzt. In ihrem Umwelt- und Sozialprogramm „Roots & Shoots“ engagieren sich über 150.000 Kinder und Jugendliche in knapp 100 Ländern für eine bessere Welt.

 

Jane Goodall

Bisher unveröffentlichtes Filmmaterial aus dem Leben von Jane Goodall

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