Waldschäden in Deutschland schlimmer als erwartet

Laut neuen Daten des Agrarministeriums muss ein Drittel mehr Wald aufgeforstet werden als bislang angenommen.

Veröffentlicht am 26. Feb. 2020, 16:40 MEZ, Aktualisiert am 5. Nov. 2020, 05:58 MEZ
Hier hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet: Abgestorbene Fichten im Harz.
Hier hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet: Abgestorbene Fichten im Harz.
Bild Shutterstock

Stürme, Dürre, Borkenkäferbefall und Waldbrände haben dem deutschen Wald in den vergangenen Jahren schwere Schäden zugefügt. Jetzt wird klar: Das Ausmaß der Zerstörung ist deutlich größer als bislang angenommen. Noch im Herbst erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, rund 180.000 Hektar Wald müssten neu aufgebaut werden.

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Aufgrund neuer Daten geht das Ministerium nun von einer 245.000 Hektar großen Fläche aus, die wiederbewaldet werden muss. Das entspricht etwa 343.140 Fußballfeldern oder einer Fläche fast so groß wie das Saarland. Korrigierte Zahlen auch beim Schadholz: Für dieses Jahr rechnet das Ministerium mit 160 Millionen Kubikmetern geschädigtem Holz. Bei der vergangenen Erhebung waren noch 105 Millionen Kubikmeter ermittelt worden. Große Sorge macht weiterhin der Borkenkäfer. Er befällt bevorzugt geschwächte Bäume und profitiert von dem milden Winter.

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Besonders betroffen sind Wälder in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Insgesamt stehen mehr als elf Millionen Hektar Wald in Deutschland. Bund und Länder haben festgelegt, dem Wald mit knapp 800 Millionen Euro zu helfen. Mit dem Geld wollen sie den Abtransport von Schadholz, Wiederaufforstungen und die Fortführung des Umbaus zu klimaangepassten Mischwäldern unterstützen.

Naturschützer und Umweltverbände fordern schon lange eine ökologische Waldwende hin zu gesunden, naturnahen Mischwäldern. Von diesem Szenario ist man aktuell noch weit entfernt. 99 Prozent der Wälder in Deutschland sind menschlich geprägt. Das heißt im Gegenzug: Nur ein Prozent des deutschen Waldes gilt als naturbelassen.

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