Mal keine Pyramide: Bisher unbekannte Dinosaurierart in Ägypten entdeckt

Die neu entdeckte Art gewährt einen Einblick in das letzte Kapitel des Zeitalters der Dinosaurier.

Veröffentlicht am 30. Jan. 2018, 15:28 MEZ
Der Titanosaurier Mansourasaurus shahinae, der an der Küste des heutigen Ägyptens entdeckt wurde, starb in der ...
Der Titanosaurier Mansourasaurus shahinae, der an der Küste des heutigen Ägyptens entdeckt wurde, starb in der späten Kreidezeit."
Bild Andrew McAfee, Carnegie Museum of Natural History

Rein optisch ist der Dinosaurier Mansourasaurus shahinae mit seinem langen Hals keine große Besonderheit. Dennoch ist die neu entdeckte Sauropoden-Art unter Paläontologen ein echter Hingucker.

Das in Ägypten entdeckte Tier ist eines der wenigen Dinosaurierfossilien aus der späten Kreidezeit (vor etwa 66 bis 80 Millionen Jahren), die man bisher in Afrika gefunden hat. Diese Epoche war das letzte Kapitel im Zeitalter der Dinosaurier, das ein jähes Ende fand, als ein riesiger Gesteinskörper in die Yucatán-Halbinsel einschlug.

Der Fossilbericht aus der späten Kreidezeit ist in Afrika eher spärlich, wie Matthew Lamanna berichtet. Der Paläontologe am Carnegie Museum of Natural History war an der aktuellen Studie beteiligt. Das bedeutet auch, dass sich die Wissenschaftler nicht ganz sicher sind, welche Dinosaurier während dieser Zeit im heutigen Afrika lebten und inwieweit sich ihr Lebensraum mit dem der Saurier auf anderen alten Landmassen überschnitt.

Das Fossil des Mansourasaurus wurde in der Sahara 2013 von Paläontologen der Mansoura-Universität in Ägypten entdeckt. Lamanna und eine Gruppe von Paläontologen diverser Forschungsinstitute untersuchten es anschließend. Ihre Studie erschien in der Fachzeitschrift „Nature Ecology and Evolution“.

„Das Ende des Dinosaurierzeitalters in Afrika ist eine der letzten Grenzen der Dinosaurierpaläontologie“, sagt Lamanna.

VERBUNDENE KONTINENTE

Als sich die Dinosaurier entwickelten, bewohnten sie noch eine einzige Landmasse, aus der später neue Kontinente herausbrachen. Als das geschah und die einzelnen Landmassen sich voneinander trennten und auseinanderdrifteten, wurden jene Dinosaurier, die an Land lebten, durch Wassermassen voneinander getrennt.

Manche Paläontologen vermuten, dass das Afrika der Kreidezeit – ähnlich dem heutigen Australien – im Grunde eine Insel voller einzigartiger Arten war. Andere Experten sind sich da nicht so sicher.

„War Afrika ein isolierter Kontinent oder gab es Verbindungen zu den umliegenden Landmassen?“, fragt Eric Gorscak, ein Paläontologe des Field Museum of Natural History in Chicago. Der neue Fund lässt auf Letzteres schließen, wie er sagt. Bisher scheint der Mansourasaurus den kreidezeitlichen Sauropoden aus Europa und Asien sehr zu ähneln.

„Das scheint darauf hinzudeuten, dass Afrika eine Mischung aus [Dinosauriern] der nördlichen und südlichen Hemisphäre war“, sagt Gorscak.

Die Entdeckung lässt daher auch Rückschlüsse auf die Geografie der Kreidezeit zu, erzählt Michael Habib. Der Paläontologe der Universität von Southern California war an der Studie nicht beteiligt.

Am Ende der Kreidezeit hätten sich die Kontinente, wie wir sie kennen, wohl schon in „relativ moderner“ Position befunden, wie er es beschreibt. Allerdings war der Meeresspiegel damals höher, was ein Umherschwimmen zwischen den Kontinenten erschwert hätte.

Ob der Mansourasaurus über eine Landbrücke lief, von nahegelegenen Inseln herüberschwamm oder auf anderem, bisher unentdecktem Weg von Europa oder Asien aus nach Afrika gelangte, ist unbekannt.

DAS GRABEN GEHT WEITER

Ein Grund dafür, dass in Afrika bisher so wenig Fossilien gefunden wurden, ist einfach Pech, sagt Habib.

„Man braucht genau das richtige Gestein, das auf genau die richtige Weise freiliegt“, um intakte Fossilien finden zu können. Die unterentwickelte Infrastruktur und politische Konflikte erschweren die Arbeit der Paläontologen ebenfalls.

Lamanna und Wissenschaftler der Mansoura-Universität werden in Ägypten auch weiterhin nach Dinosauriern suchen.

„Unser Verständnis für auf dem Land lebende Tiere wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verbessern“, prognostiziert er. „Aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“

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