1.Die Welt wird wärmer

Globaler Temperaturdurchschnitt im 20. Jahrhundert, in Grad CELSIUS

-0,5 °C

0,7 °C

Die Temperatur der Erde schwankt von Jahr zu Jahr – aber in den letzten 50 Jahren ist sie enorm angestiegen.

Der Hitzerekord von 2016 brach den Hitzerekord von 2015, der wiederum den von 2014 brach. Die globale Durchschnittstemperatur 2017, die mit Daten Tausender Wetterstationen, Bojen und Schiffe ermittelt wurde, war 1,69 °F (0,7 °C) höher als der Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts. Auch Satelliten, welche die Atmosphäre erforschen, haben einen deutlichen Trend zur Erwärmung dokumentiert.

Globaler Temperaturdurchschnitt der Erdoberfläche, Abweichung vom Durchschnitt des 20. Jh., in Grad Fahrenheit

QUELLE: NOAA

2.Wir sind schuld daran

1870

1960

2016

CO2-Konzentration in der Atmosphäre, Abweichung vom Durchschnittswert des 19. Jh., in ppm

Kohlendioxid erwärmt den Planeten. Wir haben die CO2-Konzentration in der Luft um fast 50 Prozent erhöht, größtenteils seit den 1960ern.

El Niño trug zum Temperaturrekord von 2017 bei, indem er zeitweise Wärme über den Pazifik abgab. Aber keine natürliche Ursache kann den Wärmetrend der letzten 50 Jahre erklären. Die Sonneneinstrahlung schwankt während eines elf Jahre währenden Zyklus und Vulkanausbrüche können den Planeten mitunter abkühlen. Aber nur CO2 und andere menschengemachte Treibhausgase zeigen einen stetigen Anstieg und sorgen dafür, dass weniger Wärme vom Planeten entweichen kann.

CO2-Konzentration in der Atmosphäre, 1800 - 2016, in ppm

Quellen: NOAA, Carbon Dioxide Information Analysis Center

3.Wir sind uns sicher

Diese Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Erderwärmung von Menschen verursacht wird.

Diese nicht.

Mehr als neun von zehn Klimawissenschaftlern stimmen überein: Unsere CO2-Emissionen sind die Hauptursache für die globale Erwärmung.

Den Treibhauseffekt kennen wir schon seit dem 19. Jahrhundert. Der schwedische Physiker Svante Arrhenius sagte sogar schon 1896 voraus, dass das Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle den Planeten aufheizen würde. Er empfand das damals als positiv – und wie schlimm genau es tatsächlich wird, ist immer noch umstritten. Aber der Klimawandel ist echt und er ist gefährlich.

2013 wurde im Rahmen einer Überprüfung von 4.014 Studien entdeckt, dass 97 Prozent der Studien (und 98 Prozent der Autoren) zu dem Schluss kamen, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen.

Studien

Autoren

1.9% Widersprechen

1 Unsicher

97.1 Stimmen zu

1.2 Widersprechen

0.4 Unsicher

98.4 Stimmen zu

4.Das Eis schmilzt rapide

Ausdehnung des arktischen Meereises bei seinem jährlichen Minimum im September, 1979 - 2016

Das arktische Meereis schrumpft – ebenso wie die Gletscher auf der ganzen Welt. Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel um 90 Zentimeter ansteigen – oder noch mehr.

Die Arktis hat sich schneller als der Rest des Planeten erwärmt. Ihre Eisdecke ist kleiner und dünner geworden. Im September 2017, zum Ende der Tauperiode, war die Ausdehnung des Eises um etwa 2,1 Millionen Quadratkilometer kleiner als der Langzeitdurchschnitt. Das ist ein Verlust von der Gesamtfläche Grönlands, der auch die Erwärmung beschleunigt, da das Sonnenlicht vom dunklen Meer absorbiert wird, anstatt vom Eis reflektiert zu werden.

Ausdehnung des arktischen Meereises, Durchschnittswert vom September, in Millionen Quadratmeilen

Das schmelzende Meereis lässt den Meeresspiegel nicht ansteigen – es befindet sich ja bereits im Wasser –, schmelzendes Eis an Land hingegen schon. Weltweit schrumpfen Berggletscher. Der Anstieg des Meeresspiegels um etwa 21 Zentimeter seit 1900 hat zu einem dramatischen Anstieg von Überschwemmungen in Küstenregionen geführt. 


Besonders der Grönländische und der Antarktische Eisschild stellen eine Bedrohung dar. Sie enthalten genug Eis, um den Meeresspiegel um mehr als 60 Meter anzuheben – und sie verlieren es. Als die Erde vor 125.000 Jahren geringfügig wärmer war, hielten beide Schilde deutlich weniger Eis und der Meeresspiegel war 6 bis 9 Meter höher. Ein solcher Anstieg würde heutzutage Küstenstädte überfluten.

QUELLE: National Snow and Ice Data Center

5.Das Wetter wird zerstörerischer

Weltweite Naturkatastrophen, 1980 im Vergleich zu 2016

Stürme

Überschwemmungen und Erdrutsche

Dürre, Hitzewellen, Waldbrände

Weltweit hat sich die Zahl der klimabezogenen Katastrophen seit 1980 mehr als verdreifacht.

Beim Glücksspiel Klima hat der Klimawandel die Würfel in der Hand. Er verursacht zwar nicht per se Stürme oder Dürren, aber er macht solche Ereignisse wahrscheinlicher – und heftiger, besonders im Fall von Hitzewellen. Die außergewöhnliche Hitzewelle, die 2003 in Europa 70.000 Opfer forderte, war ein Ereignis, das nur einmal in 500 Jahren auftreten sollte. Mit der aktuellen Erderwärmung ist die Wahrscheinlichkeit auf einmal in 40 Jahren gestiegen, wie eine Studie von 2017 berichtete. Allein in Paris kam es der Studie zufolge 2003 zu 506 Todesfällen mehr durch den Klimawandel. Sollte sich dieser Trend ungezügelt fortsetzen, könnte es einer anderen Studie zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts so warm am Persischen Golf werden, dass es für die Menschen dort an manchen Tagen zu gefährlich wäre, nach draußen zu gehen. 


Nicht nur die Hitze ist ein Problem: Die globale Erwärmung entzieht dem Land und dem Meer auch Feuchtigkeit, die sich in der Luft sammelt. Wo es zu wenig Regen gibt, können Dürreperioden extremer werden. Dort, wo es zu Niederschlag in Form von Regen oder Schnee kommt, kann dieser heftiger ausfallen, beispielsweise 2016 bei den Überschwemmungen in Paris oder Houston. Wie der Klimawandel sich auf tropische Zyklone auswirkt, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich wird die Erwärmung der Meere – die Energiequelle der Stürme – aber dafür sorgen, dass sie stärker werden.

Weltweite Naturkatastrophen, 1980 - 2016 

Erdbeben, Tsunamis, Vulkanaktivität

Stürme

Überschwemmungen und Erdrutsche

Dürre, Hitzewellen, Waldbrände

QUELLE: Munich RE NatCatService

6.Tiere und Pflanzen werden beeinträchtigt

Tier- und Pflanzenarten verschwinden bereits aus jenen Regionen ihres Verbreitungsgebietes, in denen es mittlerweile zu warm ist. Der nächste Schritt wäre das Aussterben.

2016 wurde die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte, die nur auf einer flachen Insel der Torres Strait in Australien lebte, als ausgestorben eingestuft. Als Opfer des steigenden Meeresspiegels wurde sie als erster dokumentierter Fall einer Art bezeichnet, die durch den von Menschen verursachten Klimawandel ausstarb. Sie wird wohl nicht die einzige bleiben.

Von 976 Arten, die 2016 in einer Studie untersucht wurden, waren 47 Prozent aus zu warmen Gebieten verschwunden, in denen sie zuvor gelebt hatten.

47% der Arten verschwunden

Die steigenden Temperaturen machen einigen Pflanzen- und Tierarten zu schaffen, treiben sie in Richtung der Pole und wirken sich auf ihre Wanderbewegungen und ihr Verhalten aus. Die Population der Adeliepinguine auf der Antarktischen Halbinsel ist eingebrochen. Ein arktischer Küstenvogel namens Knutt wird kleiner. Der Rückgang des Eises treibt Walrosse zu Tausenden auf das Festland Alaskas. Ganze Regionen verändern sich: Alpine Ökosysteme von der Schweiz bis zu den Rocky Mountains werden von Berggipfeln verdrängt. Die außergewöhnliche Erwärmung des Meeres in den letzten paar Jahren hat weltweit zu Korallenbleichen und Riffsterben geführt.


Es wird auch Gewinner geben. Derzeit genießen Buckelwale die neuen eisfreien Gewässer vor der Antarktis. Auch Seeigel erweisen sich als widerstandsfähig. Aber der Klimawandel ist nicht die einzige Gefahr, die der Mensch mit sich bringt. Wir fragmentieren und zerstören natürliche Lebensräume. Einige Arten werden sich an die neuen Umstände anpassen – aber wie viele, und für die lange?

QUELLEN: John J. Wiens, University of Arizona; Mark C. Urban, University of Connecticut

7.Wir können etwas dagegen tun

Prognostiziertes Wachstum von Energiequellen, ausgehend von ihrem Prozentsatz im Jahr 1990

Erneuerbare Energien

Flüssiger Kraftstoff

Erdgas

Kohle 

Atomenergie

Erneuerbare Energien – der Energiesektor mit dem schnellsten Wachstum – sollen ihren Anteil bis 2040 verdreifacht haben.

Freie Märkte werden oft für ihre effizienten Ergebnisse gelobt. In unserer vernetzten Welt gibt es eine Art freien Markt der Ideen. Man frage sich also: Wenn der Klimawandel keine ernsthafte Gefahr darstellen würde, hätten 195 Länder dann das Übereinkommen von Paris unterzeichnet und gelobt, die Erwärmung unter 2 °C zu halten?


Auch wenn das Übereinkommen vom angekündigten Austritt der USA getrübt wird, ist es nach wie vor ein Symbol der Hoffnung. Das Kurvendiagramm unten rechts zeigt noch ein weiteres: Die Kosten für Solarenergie fallen rasant. Selbst ohne eine CO2-Steuer – dem effizientesten Weg, um eine Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu entwöhnen – könnten erneuerbare Energien bald deutlich kostengünstiger sein. Weltweit machten sie im Jahr 2015 schon mehr als die Hälfte der neuen Stromerzeugungskapazität aus. In den USA sind mittlerweile mehr Menschen in der Solarenergiebranche angestellt als bei der Kohle-, Öl- und Gasenergie zusammen. 

Weltweiter Energieverbrauch, 1990 - 2040, in Quad

Kosten nach Energieart, in Dollar pro MWh

Die Umstellung von fossilen Brennstoffen steht noch am Anfang. Aber jedes bisschen zählt: Jede Tonne CO2, die wir ausstoßen, schmilzt einer Studie von 2016 zufolge etwa drei Quadratmeter arktischen Eises. Jeder deutsche Bundesbürger ist pro Jahr also für das Schmelzen von etwa 30 Quadratmetern Eis verantwortlich. Jedes energiesparende Gebäude, jeder aus dem Verkehr gezogene Spritfresser und jeder Hektar geretteter Wald helfen. Aber nichts davon wird viel bringen, wenn die Welt nicht bald auf eine CO2-freie Energieversorgung umsteigt.

QUELLEN: EIA, Bloomberg New Energy Finance, Umweltbundesamt

Design und Entwicklung: Kennedy Elliott and Jason Treat; Text: Rob Kunzig; Recherche: Ryan Williams, NGM-Mitarbeiter

7 Fakten zum Klimawandel

Er ist kein Mythos, kein Schwindel und keine Verschwörungstheorie. Man mag sich darüber streiten können, wie wir mit ihm umgehen. Aber die Daten und Fakten, die wir haben, sprechen für sich.

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