Fotografie

So gelingen Ihnen Tier- und Naturbilder

Um wirklich gute Fotos von wilden Tieren zu schießen, sollten Sie zum Experten für „Ihr“ Tier oder „Ihre“ Region werden. Was sonst noch wichtig ist, erklärt Jim Richardson in diesem Tipp.

Von Jim Richardson
Bilder Von Jim Richardson
So gelingen Ihnen Tier- und Naturbilder

Jim Richardson, fotografiert seit fast 30 Jahren für NATIONAL GEOGRAPHIC, besonders gern das ländliche Leben in den USA und in England, von wo seine Familie stammt.

„Wären Sie mal gestern hier gewesen. Sie hätten das Foto des Jahres geschossen.“ Wie oft musste ich mir diesen Satz schon anhören, vor allem im Zusammenhang mit Tierbildern. Und wo war ich? Eben nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Viele Fotografen begeistern sich für Tier- und Naturfotografie, allerdings machen viele Kollegen ähnlich frustrierende Erfahrungen. Hier ein paar Hinweise, wie Sie trotzdem ein glücklicher Fotograf werden:

Eine gute Ausrüstung ist unersetzlich: Viele Fotografen bestehen darauf, dass der Fotograf das Foto macht und nicht die Kamera – das ist durchaus berechtigt. Ich beharre jedoch darauf, dass diese Regel in der Naturfotografie nicht gilt. Auf einer Safari ohne gute Ausrüstung zu fotografieren, ist ein zweckloses Unterfangen. Ein Leopard wird in Ihrer unmittelbaren Nähe nie für ein Foto posieren. Sie brauchen also ein gutes Teleobjektiv. Wenn Sie fliegende Vögel fotografieren möchten, benutzen Sie am besten eine Kamera mit gutem Autofokus. Falls Sie Ihren Sucher lieber auf Insekten richten, dann ist ein Makroobjektiv unverzichtbar. Natürlich muss die Ausrüstung nicht extrem teuer sein. Konzentrieren Sie sich dann auf Motive, die Sie mit Ihrer bestehenden Kamera gut festhalten können.

Werden Sie zum Experten: Um wirklich gute Fotos von wilden Tieren zu schießen, sollten Sie zum Experten für „Ihr“ Tier oder „Ihre“ Region werden. Alle gestandenen Naturfotografen kennen ihr Lieblingsmotiv in- und auswendig. Es wird Ihnen große Vorteile verschaffen, das Verhalten, den Lebensraum und die Fortpflanzungszeit „Ihres“ Tieres genau zu kennen.

Konzentrieren Sie sich auf die Details: Nicht jedes Foto muss die gesamte Szenerie oder das ganze Tier abbilden. Die Struktur einer Elefantenhaut oder die winzigen Details eines Federkleides sind großartige Motive. Erinnern Sie sich daran, dass es in der Fotografie darum geht, genau hinzuschauen und so einen bestimmten Moment einzufangen. Versuchen Sie, Ihre Wahrnehmung vom Alltäglichen wegzubewegen. Sie werden Bekanntes mit ganz neuen Augen sehen.

Planen Sie Ihre Reisen gründlich: Wie gesagt, nichts ist frustrierender der Satz: „Wären Sie mal gestern hier gewesen.“ Sie möchten Papageientaucher im Nordatlantik fotografieren? Dann sollten Sie sich unbedingt über die Nist- und Zugzeit der Vögel informieren. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – das kann magisch sein. Schlechtes Timing ist dagegen mehr als ärgerlich.

Finden Sie den richtigen Reiseführer: Wenn ich die Wahl zwischen einem neuen Objektiv oder einem guten Guide hätte, würde ich mich immer für den Guide entscheiden. Sollten Sie in einem unbekannten Gebiet unterwegs sein, ist ein guter Fremdenführer unerlässlich. Versuchen Sie herauszufinden, ob sich die Reiseanbieter und ihre Guides mit den Tieren auskennen. Schauen Sie sich die Webseiten genau an, suchen Sie nach Fotos und recherchieren Sie nach Erfahrungen anderer Fotografen. Vor allem aber sollten Sie viele Fragen stellen. Wenn Sie Pinguine fotografieren möchten, fragen Sie: „Werden die Tiere vor Ort sein, wenn wir dort sind?“ Falls Sie einen Törn in die Arktis planen, erkundigen Sie sich vorher, ob das Schiff Sie trotz des Eises nahe genug ans Ufer bringen wird. Manche Schiffe sind dafür konstruiert, andere nicht. Eisbären nahe zu kommen, ist besonders kompliziert. Dafür braucht man eine professionelle Crew und einen geschulten Kapitän.

Mehr zum NATIONAL GEOGRAPHIC-Fotograf Jim Richardson finden Sie auf seiner Homepage!

Jim Richardson, fotografiert seit fast 30 Jahren für NATIONAL GEOGRAPHIC, besonders gern das ländliche Leben in den USA und in England, von wo seine Familie stammt.
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