Abenteuer an Schottlands Küsten und Gewässern

Die schottischen Highlands und Inseln sind wunderschön und auch im Rest des Landes gibt es zahlreiche atemberaubende Küsten und Wasserwege zu entdecken.

Veröffentlicht am 17. Feb. 2021, 11:30 MEZ, Aktualisiert am 14. Apr. 2021, 10:11 MESZ
Das ruhige Wasser von Loch Achray macht den See für Angler und Fotografen gleichermaßen zu einem ...

Das ruhige Wasser von Loch Achray macht den See für Angler und Fotografen gleichermaßen zu einem idyllischen Ziel.

Bild National Geographic / Jonathan Irish

Nicht jeder See ist mit einem eigenen Ungeheuer gesegnet. Während also Ness und andere berühmte Seen in den Highlands zu Recht viel Aufmerksamkeit bekommen, hat auch der Rest Schottlands eine ganze Reihe unvergesslicher Erlebnisse zu bieten. 2021 ist das offizielle Jahr der Küsten und Gewässer und damit ein idealer Zeitpunkt, um einige der unbekannteren Gegenden und ihre wunderschönen Ufer kennenzulernen, ob nun an der Ost- oder Westküste oder zwischen den malerischen Seen im Herzen des Landes. In den folgenden drei wasserreichen Gegenden des Landes gibt es jedenfalls keinen Mangel an möglichen Unternehmungen, Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Entdeckungen.

Für wilde Küsten und wilde Geschichten, echt und ausgedacht

Ayrshire, Arran und die Scottish Borders.

 

Die schottischen Lowlands warten nicht mit der gleichen Gebirgslandschaft wie der Norden des Landes auf, aber an Poesie und Legenden mangelt es ihnen dennoch nicht. In Ayrshire, der Heimat des schottischen Nationaldichters Robert Burns, ist die Küste von langen Stränden geprägt, die einen Blick auf die Inseln im Firth of Clyde bieten. Den ganzen Sommer über geht die Sonne über Arran unter, während die ungewöhnliche Silhouette des Vulkangesteins von Ailsa Craig eindrucksvoll aus dem Meer ragt. Die Insel Arran, die oft als „Schottland in Miniatur“ beschrieben wird, eignet sich perfekt für einen ein- oder zweitägigen Ausflug, mit einer dramatischen Route, die um die Insel herum und ins Landesinnere führt, das von Wasserfällen, sprudelnden Bächen und einigen der höchsten Berge Südschottlands, darunter der Goatfell, geprägt ist.

ILLUSTRATION VON GUILLERMO TRAPIELLO

Bild Guillermo Trapiello

Weiter südlich an der Küste von Ayrshire ragen die Burgruinen von Greenan und Dunure auf steilen Klippen empor. Das schöne Culzean (vor dem Besuch bitte die Öffnungszeiten mit dem Veranstaltungsort abklären) ist in vergleichsweise tadellosem Zustand. Es wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut und von den Burgwällen aus sind in den Sommermonaten oft Riesenhaie im Firth zu sehen. Direkt darunter erstreckt sich die Küstenlinie, die mit Seetang und Gezeitentümpeln übersät ist. Zusammen mit dem Abenteuerspielplatz, der auf dem Schlossgelände errichtet wurde, ist es ideal für Familienausflüge.

Ein Stück von der Küste entfernt liegt der Galloway Forest Park. Der größte Waldpark Großbritanniens in Dumfries and Galloway ist bei Nacht ein äußerst dunkler Ort – so dunkel, dass das Lichtschutzgebiet als Europas erster offizieller International Dark Sky Park ausgezeichnet wurde. Während der Blick in der Nacht magisch vom Sternenhimmel angezogen wird, überzeugt der Wald auch mit seinen Seen und ihren malerischen Zuflüssen. Loch Doon und Clatteringshaws Loch bieten beide ausgezeichnete Vordergründe und Reflexionsflächen für Himmelsfotografen.

Die östlichen Lowlands sind ebenfalls reich an charmanten Gewässern, zu denen nicht zuletzt der River Tweed zählt. Aber wer sich die Beine vertreten und die frische Nordseeluft schnuppern möchte, sollte zum St. Abb‘s Head National Nature Reserve fahren. Hier tummeln sich auf den dramatischen Klippen Papageientaucher, Tordalke und Trottellummen in Hülle und Fülle.

Für Gourmets, Gin-Fans und Golfer

East Lothian, Fife, Dundee und Angus

 

Küstenorte wie das reizende North Berwick und die sechs nahegelegenen Golfplätze – darunter der 250 Jahre alte Muirfield – überzeugen seit über einem Jahrhundert mit einer beneidenswerten schottischen Küstenlandschaft. Egal, ob man sich für Golf begeistern kann oder nicht: Es ist ein idealer Ort, um einen Zwischenstopp für eine Portion Fish and Chips an der Küste einzulegen.

ILLUSTRATION VON GUILLERMO TRAPIELLO

Bild Guillermo Trapiello

Von Edinburgh aus geht es nach Norden über den Firth of Forth und eine seiner berühmten Brücken weiter ins Kingdom of Fife. Die malerischen Fischerdörfer Elie und Anstruther bieten sich als Zwischenstopps auf dem Weg ins wohlhabende St Andrews an. Die Stadt ist nicht nur die Heimat des Golfsports, sondern beherbergt auch eine Reihe hervorragender lokaler und internationaler Restaurants. Nur 15 Minuten von der Stadt entfernt lockt außerdem The Peat Inn seit einem Jahrzehnt mit einem Michelin-Stern.

Weiter im Norden geht es von Fife nach Dundee und dann weiter nach Angus. Hier rücken köstliche schottische Produkte weiter in den Vordergrund. Der geräucherte Schellfisch, der als Arbroath Smokie bekannt ist, wird dort seit Jahrhunderten genossen und ist eine einzigartige Spezialität aus der Region. Die Region spielt aber auch in Schottlands wachsender Gin-Industrie eine große Rolle. Die enorm erfolgreiche Eden Mill befindet sich etwas außerhalb von St Andrews, während Arbikie in Angus einen alten Kartoffelhof zu einer der führenden Gin-Destillerien in Schottland umgestaltet hat. Diese großen Unternehmen machen oft Schlagzeilen, aber Besucher können hier auch kleine Betriebe wie The Gin Bothy besuchen. Die Mikro-Destillerie produziert eine limitierte Zahl von aromatisierten Getränken und bietet sehr persönliche Führungen durch das kleine Gebäude an.

Diese ländlichen Orte bieten die Möglichkeit, einige der weniger besuchten Regionen Schottlands zu entdecken. In Dundee, der ersten UNESCO City of Design Großbritanniens, gibt es ein neues und unübersehbares Küstenjuwel zu bestaunen: Das Ende 2018 eröffnete V&A Dundee ist Schottlands erstes Designmuseum, das stolz an der Promenade thront. Es ist Teil einer kühnen Neugestaltung des Hafenviertels der Stadt. Mit Dauer- und Gastausstellungen, die das ganze Jahr über zu sehen sind, bietet es eine fantastische und stilvolle Möglichkeit, etwas über das kreative Erbe Schottlands zu erfahren.

Für Stadtabenteuer und das Tor zur Natur

Glasgow, Loch Lomond und die Trossachs.

 

Der River Clyde hat Glasgow, Schottlands größte Stadt, in vielerlei Hinsicht geprägt. Heutzutage werden seine Ufer nicht mehr von Schiffbau und Industrie dominiert, sondern von moderner Architektur in Form des Riverside- und des Wissenschaftsmuseums. Neu in diesem Teil der Stadt ist auch die Clydeside Distillery, in der zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder Whisky in Glasgow hergestellt wird. Die Führungen durch die Anlage informieren nicht nur über das goldene Getränk, an dem hier gearbeitet wird, sondern auch über die Bedeutung des Flusses für die Stadt an sich.

ILLUSTRATION VON GUILLERMO TRAPIELLO

Bild Guillermo Trapiello

Das Wasser für die Destillerie stammt aus dem Loch Katrine. Der See liegt etwas mehr als eine Stunde nördlich der Stadt mitten im Herzen des atemberaubenden Nationalparks Loch Lomond & The Trossachs. Vielen gilt er als das Tor zu den Highlands, das mit Landschaften aus dem Schottland der Fantasie aufwartet: Wunderschöne Seen, getrennt durch Wälder, Berge und nur wenige Orte. Verständlicherweise können beliebte Seen wie Lomond und Katrine an den Sommerwochenenden überfüllt sein, sodass es vielleicht besser ist, wildere Ecken dieses unglaublichen Parks zu erkunden – oder andere Ziele in Argyll and Bute.

Es gibt dutzende von Wandermöglichkeiten, darunter auch den Anfang des sagenumwobenen West Highland Way in Milngavie gleich nördlich der Stadt. Eine der unvergesslichsten Aussichten im ganzen Land bietet sich aber zweifellos vom Gipfel des Ben A'an. Von dort kann man ein halbes Dutzend Seen erblicken, einschließlich Loch Katrine. Wem nicht nach einer Wanderung zumute ist, hat am See die Möglichkeit, zu segeln oder einfach ein Eis an einem der natürlichen Strände zu genießen.

Am viel besuchten Loch Lomond führt für Besucher, die zum ersten Mal in der Region unterwegs sind, kein Weg vorbei. Wen es in etwas entlegenere Gebiete zieht, für den lohnt es sich, entlang der A83 weiter nach Westen und zurück in Richtung Atlantik zu fahren. Auf dem Weg liegt direkt am Loch Fyne, einem der klarsten Meeresarme Schottlands, die historische Stadt Inveraray mit ihrem gleichnamigen Schloss und ihrem berüchtigten Gefängnis. Hier gibt es eine bunte Auswahl an Meeresfrüchten, darunter auch die berühmten Austern, die nicht nur die besten in Großbritannien, sondern vielleicht in der ganzen Welt sind. Die malerische 70-minütige Anfahrt von Glasgow zeigt, dass die Landschaften und Gewässer der Lowlands dramatische Abwechslung bieten, die Wege aber trotzdem kurz sind.

Weitere Informationen über Schottlands Jahr der Küsten und Gewässer sowie Hinweise für die Planung von Reiserouten gibt es auf www.visitscotland.com.

 

Bei einem Besuch in Schottland sollten vorab die Öffnungszeiten geprüft werden. Planung und Buchungen sollten immer im Voraus erfolgen. Der schottische Code zum Zugangsrecht (Outdoor Access Code) bietet einige gute Tipps für sicheres und verantwortungsbewusstes Reisen.

National Geographic möchte jederzeit zu neuen Abenteuern inspirieren – aber nur, wenn das Reisen ungefährlich und wieder empfohlen ist. Vor einer Reise sollten deshalb die lokalen und nationalen Richtlinien und Beschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie geprüft werden.

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