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Heute träumen, später reisen: 25 inspirierende Orte

Best of the world 2021: Auch wenn Urlaubsvorhaben im Moment auf Eis liegen, bleibt die Neugier auf die Welt. Jetzt ist es Zeit, Pläne zu schmieden.

Von Von den Chefredakteuren des NATIONAL GEOGRAPHIC Traveler und Maryellen Kennedy Duckett
Veröffentlicht am 17. Feb. 2021, 09:01 MEZ
National Geographic Traveler Januar 2021

In der neuen Ausgabe des NATIONAL GEOGRAPHIC Travelers findest Du 25 traumhafte Orte, die nach Corona eine Reise wert sind. Wie zum Beispiel nach British Columbia/ Kanada: Reise in die 10 000 Jahre alte indigene Geschichte der Urvölker - einzigartige Naturerlebnisse inklusive, wie eine Wanderung um den Watersprite Lake.

Bild Ana Karla Parra/ unsplash.com

Die Freude des Reisens liegt im Unverhofften. Zwar mag Corona so manche Urlaubsvorhaben auf Eis gelegt haben – die Neugier auf die Welt kann die Pandemie nicht dämpfen. Zum Start in ein neues, hoffentlich reisefreundlicheres Jahr möchten wir Ihnen 25 zeitlose Ziele vorstellen, die in zukünftigen Reiseplänen nicht fehlen sollten. Es sind Orte der Superlative, ausgewählt von Traveler-Redakteuren aus der ganzen Welt und in fünf Kategorien unterteilt: Natur, Abenteuer, Kultur, Nachhaltigkeit und Familie. Sie erzählen von unverwüstlichen Gemeinschaften und cleveren Ideen für mehr Zukunftsfähigkeit. Eine Vielzahl an unvergesslichen Erlebnissen wartet nur darauf, nach der Pandemie entdeckt zu werden. Jetzt ist die Zeit zum Pläneschmieden. Denn auch wenn sie momentan unerreichbar erscheinen: Die Welt steckt voller Wunder.

Natur & Tierwelt

Cerrado Brasilien: Wildnis mit gigantischer Flora und Fauna

Erfolge für den Umweltschutz im brasilianischen Amazonas sind nicht immer auch gute Nachrichten für seinen weniger bekannten Nachbarn, den Cerrado. Südamerikas größte Savanne bedeckt fast ein Viertel der Landfläche Brasiliens und beherbergt einen großartigen Artenreichtum. Doch leider wird der Cerrado auch immer öfter Opfer von Rodungen für Sojaanbau und Viehwirtschaft, verantwortet von Unternehmen, die nicht im Amazonasgebiet agieren dürfen. Allein im letzten Jahrzehnt wurden mehr als 100 000 Quadratkilometer der einzigartigen Landschaft zerstört. Die brasilianische Kampagne zur Verteidigung des Cerrado („Keine Savanne, kein Wasser, kein Leben“) schlägt Alarm und fordert dringenden Schutz für das gefährdete Wunderland. Mehrere große Flüsse Südamerikas – darunter der São Francisco, Paraná-Paraguay und Tocantins-Araguaia – entspringen im Cerrado, und fünf Prozent des gesamten Pflanzen- und Tierbestandes der Welt sind hier zu Hause. Zur Vielfalt der Savanne zählen mehr als 10 000 Pflanzenarten (fast die Hälfte davon gibt es nirgendwo sonst) und Wesen, die an „Jurassic Park“ erinnern: über 300 Kilogramm schwere, wildschweinartige Tapire, seltene, bis zu 50 Kilogramm schwere Riesengürteltiere sowie gewaltige, in Brasilien vom Aussterben bedrohte Ameisenbären, die immerhin 40 Kilo auf die Waage bringen können. Ebenso gigantisch ist die riesige Buriti- Palme. Sie dient etlichen der über 850 Vogelarten als Nistplatz und vielen weiteren Wildtieren des Cerrado als Nahrung. NG Traveler USA

Abenteuer

Swanetien, Georgien: Fernes Land mit einem Herz für Fremde

Unwirtlich und unzug.nglich scheint die Region Swanetien im nordwestgeorgischen Kaukasus auf den ersten Blick. Ihre raue Landschaft liegt im Schatten von Fünftausendern und ist mit mittelalterlichen Steintürmen gespickt, die früher als Wohnstätten und Verteidigungsposten dienten. Sie sind überbleibsel aus einer Zeit, in der swanische Familien in kleinen Gebirgssiedlungen erbittert um ihre Ländereien kämpften. Einer dieser Bergorte ist Uschguli. Er gehört zur Welterbestätte Oberswanetien und zählt mit seinen fast 2500 Metern über dem Meeresspiegel zu den höchstgelegenen bewohnten Gemeinden Europas. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit entwickelte sich die swanische Kultur völlig getrennt vom Rest Georgiens. Neben einer einzigartigen, rein mündlichen Sprache entstanden eigentümliche Traditionen wie rituelles Bartschneiden und Blutfehden. Einst für ihre Gesetzlosigkeit berüchtigt, ist die Region heute aber vor allem wegen ihrer Gastfreundschaft berühmt. „Georgien ist generell für seine Gastlichkeit bekannt, aber in Swanetien erfährt man georgische Herzlichkeit hoch zehn, inklusive Partys, Trinksprüche und Alkohol“, sagt Michał Głombiowski, Reiseautor und Fotograf aus Polen, der oft in Georgien unterwegs ist. Swanetien liegt nach wie vor weit abseits ausgetretener Pfade, doch Abenteuerlustige können die Region über den oberswanischen Abschnitt des Transkaukasischen Fernwanderwegs, der irgendwann einmal Georgien, Armenien und Aserbaidschan miteinander verbinden soll, erreichen. Die in luftigen Höhen gelegene Strecke zwischen der Regionalhauptstadt Mestia und Uschguli bewältigen Wanderer mit kräftigen Lungen in vier Tagen. Tagsüber bieten sich dabei herrliche Aussichten auf gezackte Gipfel, und abends wartet ein warmer Empfang in swanischen Gästehäusern. Martyna Szczepanik, Koordinationsredakteurin, NG Traveler Polen

Kultur

Vitoria-Gasteiz, Baskenland, Spanien: kulturelle und kulinarische Hochburg

Im Landesinneren von Spaniens traditionsreichem Baskenland liegt das kulturelle Zentrum der Region, die Stadt Vitoria – baskisch Gasteiz. Sie war schon immer ein wirtschaftlicher und kultureller Knotenpunkt, ihrer vorteilhaften Position an der kürzesten Verbindungsstrecke zwischen dem mittelalterlichen Königreich Kastilien und Nordeuropa sei Dank. Ihre Tradition der Weltoffenheit zelebrieren die Vitorianer heute während ihres jährlich im Juli stattfindenden internationalen Jazzfestivals. Aufstrebende Musiker treten beim Festival de Jazz Vitoria-Gasteiz genauso auf wie echte Legenden. Einer von ihnen ist der weltbekannte US-Trompeter Wynton Marsalis, der mit seiner „Vitoria Suite“ die Stadt huldigt. Eine Bronzestatue des Künstlers steht im Park La Florida, Vitorias grünem Zentrum. La Florida ist Teil eines Rings aus mehreren Parkanlagen, die Vitoria zur Stadt mit den meisten Quadratmetern Grünfläche pro Einwohner in ganz Spanien machen. Dank des Engagements für den Erhalt der städtischen Naturräume und ein nachhaltiges Verkehrssystem – ein großer Teil der Bevölkerung ist bereits per Rad oder Straßenbahn unterwegs – wurde Vitoria-Gasteiz 2012 zur Umwelthauptstadt Europas gekürt. Doch nicht nur dem Schutz des Planeten haben sich die Vitorianer mit Leib und Seele verschrieben, sondern auch der Bewahrung ihrer Traditionen. Nirgends sind diese so sichtbar wie im historischen Stadtzentrum. Die majestätische gotische Kathedrale Santa María schaut von ihrem Hügel auf das jahrhundertealte Viertel herab. In den Bars und Restaurants der nach mittelalterlichen Zünften benannten Straßen genießen die Einheimischen pintxos, baskische Tapas, die so gut sind, dass sie geradezu süchtig machen. Ein ungewöhnliches Schauspiel findet jedes Jahr im August auf einer Plaza am Südrand der Altstadt statt. Geehrt wird dabei die Schutzheilige des Platzes und der Stadt, la Virgen Blanca (die weiße Madonna). Den Startschuss zu den Festlichkeiten gibt die Puppe eines baskischen Dorfbewohners namens Celedón, die mit einem geöffneten Regenschirm an einer Seilrutsche am begeisterten Publikum vorbeirast. Auf einem Balkon der Häuser angekommen, „verwandelt“ sich die Puppe wie von Zauberhand in einen echten Menschen, der die Zuschauermenge von dort oben zum ausgelassenen Feiern aufruft. Sergi Ramis, Journalist, Viajes NATIONAL GEOGRAPHIC

Nachhaltigkeit

Freiburg in Deutschland: grüne Universitätsstadt mit Vorbildcharakter

Die Schwaben sind bekanntlich ideenreich, sparsam und erfinderisch. Kein Wunder also, dass die Einwohner der Universitätsstadt Freiburg auch in Sachen nachhaltiger Lebensstil die Nase ganz weit vorne haben. Freiburg ist nicht nur das Tor zum Schwarzwald und sieht selbst in der Innenstadt auffallend grün aus – dort wird auch grün gehandelt. Über 40 Prozent des Stadtgebiets sind bewaldet. Angetrieben wird die Stadt von erneuerbarer Solar-, Biomasse-, Wind- und Wasserenergie. Aus Müll entsteht Biomassestrom. Und da die Freiburger vor allem zu Fuß, mit dem Rad, dem E-Bus oder der Straßenbahn unterwegs sind, stehen die Chancen gut, dass die Stadt ihre großen Ziele erreicht: halbierte CO2-Emissionen bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050. Genossenschaftlicher Wohnbau mit Dachsolaranlagen, Stadtgärten und Anreize für ein autofreies Leben: Eine vorbildliche grüne Infrastruktur ist schon seit jeher ein fester Bestandteil des Freiburger Viertels Vauban, das auf einem ehemaligen Kasernengelände errichtet wurde. Es entstand dank einer Bürgervision für eine umweltbewusste, selbstorganisierte und sozial gerechte Wohngegend und gehört zu den nachhaltigsten Stadtteilen der ganzen Welt. 2016 wurde das Quartier Vauban fertiggestellt und ist heute das Viertel mit der größten Einwohnerdichte der Stadt im Breisgau. Was besonders eines beweist: Wenn Kommunen nachhaltig bauen, zieht das viele Menschen an, die dort leben wollen. Johanna Schuhmann, Redakteurin, NG Traveler Deutschland

Familie

England Coast Path, Grossbritannien: Küstenwanderwege für jeden Geschmack

Die zerfurchte Küste mit ihren mysteriösen Buchten, windgepeitschten Klippen und hübschen Hafenstädtchen hat das Schicksal Großbritanniens seit jeher mitbestimmt und seinen Charakter geprägt . 2021 wird der fast 4500 Kilometer lange England Coast Path – der längste Küstenwanderweg der Welt – eröffnet, der Menschen dieses Erbe näherbringen und die Landschaft für zukünftige Generationen erhalten soll. Zu den insgesamt 67 Teilstrecken des England Coast Path gehören neben bereits existierenden Routen auch neu angelegte Abschnitte. Gespräche mit Landbesitzern, Anwohnern und Naturschützern ermöglichten eine friedliche Umsetzung des Gerichtsurteils von 2009, das die gesamte englische Küste erstmals rechtsgültig der Öffentlichkeit zugänglich machte. Während einige Strecken unberührte Landschaften bieten, wurden andere von Menschenhand gestaltet – wie der 2020 eingeweihte, 65 Kilometer lange Wanderweg „Cumbria’s Hidden Coast“ im Nordwesten der Grafschaft Cumbria. Er ist mit Kunstinstallationen und Aktivitäten gespickt, die das Adrenalin in die Höhe treiben. Maria Pieri, Chefredakteurin, NG Traveller Großbritannien & Nordirland

National Geographic Traveler, Januar 2021

Bild NATIONAL GEOGRAPHIC

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