Ins Blaue hinein: Sechs Wege, die heilende Wirkung des Wassers in British Columbia zu erleben

Mit den von Seen durchzogenen Rocky Mountains auf der einen und dem Pazifischen Ozean auf der anderen Seite bietet die ökologisch vielfältigste Provinz Kanadas nahezu grenzenlose Möglichkeiten für Wasserabenteurer.

Die weitläufige Bucht Howe Sound mit ihrem unglaublich klaren Wasser und den imposanten Bergen im Hintergrund hat alles, was Sie für ein geradezu episches Stand Up-Paddling (SUP)-Erlebnis brauchen.

Bild DESTINATION BC/HUBERT KANG
Veröffentlicht am 24. Sept. 2021, 18:10 MESZ, Aktualisiert am 28. Sept. 2021, 14:56 MESZ

Wasser ist in British Columbia allgegenwärtig. Die Täler der Berge sind übersät mit smaragdgrünen, von Stränden gesäumten Seen. Die zerklüftete, rund 26.000 Kilometer lange Pazifikküste ist von dramatischen, weitläufigen Buchten mit mehr als 40.000 Inseln geprägt. Ein Drittel der letzten gemäßigten Küstenregenwälder der Welt wächst und gedeiht in dieser Provinz. British Columbia ist eine grüne Idylle – reich an Regen und von mächtigen Flüssen wie dem Fraser durchzogen. Ob wilde Fahrten durch rasante Stromschnellen  oder ein Sonnenbad auf dem SUP-Board: Wasserabenteuer gibt es hier in Hülle und Fülle. Es werden auch Kajak-Kurse angeboten, die es ermöglichen, entlegene Orte wie das Haida-Gwaii-Archipel zu erkunden, dessen Ufer von Donnervögeln, Grizzlybären und Schwertwalen bewacht werden, die die handgeschnitzten indigenen Totempfähle zieren. 

Von der pastellfarbenen, blau-grünen Farbpalette der Natur bis hin zum sanften Rauschen der Wellen: Seen, Flüsse und Meeresufer entspannen auf vielfältige Art Körper, Geist und Seele. Wir zeigen Ihnen die besten Wege, sich in British Columbia frei zu fühlen.

Wer bei Ebbe an der Küste des Desolation Sound entlangpaddelt, begegnet immer wieder Wundern der Natur wie moosbedeckte Klippen oder Krebsen, die über den steinigen Untergrund krabbeln.

Foto von DESTINATION BC/ANDREW STRAIN

1. AM STRAND

Die Sunshine Coast ist ein Ort glückseliger Einsamkeit. Das milde Klima, die vielen Strände und malerische Ortschaften verleihen der wilden Natur an der 180 Kilometer langen Küste im Norden Vancouvers einen gelassenen Charme. Obwohl die Region noch mit dem Festland verbunden ist, kann man sie nur mit dem Boot über den Howe Sound erreichen. Dadurch herrscht in der Gegend eine besondere Inselmentalität. Fjordähnliche Buchten warten mit großen Abenteuern auf. Der Klang der Natur ist immer präsent: vom Tosen der Stürme, die in der Regensaison an die Küste peitschen, bis hin zum sanften Rhythmus der pazifischen Wellen in den trockeneren Monaten. Auch ein Abstecher auf eine der 200 Gulf Islands lohnt sich. In den geschützten Gewässern und Riffen der Georgiastraße (auch Salish Sea genannt) kann man schwimmen und tauchen und anschließend in ein hübsches Strandhotel einkehren.

Orcas halten sich das ganze Jahr über in den fischreichen Gewässern vor der Küste von British Columbia auf. Schwertwale können bis zu zehn Meter lang werden.

Foto von DESTINATION BC/REUBEN KRABBE

2. MIT DEM BOOT

Ob Killer- oder Buckelwal, Grau- oder Zwergwal – die Giganten des Meeres halten sich das ganze Jahr über in ihrer natürlichen Umgebung entlang der Küste British Columbias auf. Walbeobachtungen zählen zu den unvergleichlichen Begegnungen mit Wildtieren. Sie werden in einigen Küstenstädten angeboten. Für einen Tagesausflug zum Whale-Watching bieten sich vor allem das leicht erreichbare Vancouver oder aber die Stadt Victoria auf Vancouver Island an.
An der dramatisch zerklüfteten Küste der abgelegenen Inselgruppe Haida-Gwaii können Sie in der Inside Passage mit einem ortsansässigen Führer paddeln gehen und mit etwas Glück Walen begegnen. Die Tiere spielen in den traditionellen Geschichten der indigenen Küstengemeinden eine bedeutende Rolle.

Squamish liegt am nördlichen Ende des Howe Sound, umringt von Bergen wie dem Stawamus Chief, einem gigantischen Granitmonolithen.

Foto von DESTINATION BC/HUBERT KANG

3. WANDERN 

Einer der höchsten Granitmonolithen Nordamerikas ragt in der Küstenstadt Squamish gut 700 Meter hoch in den Himmel. Die drei Gipfel des Stawamus Chief nördlich von Vancouver werden regelmäßig von gut trainierten Wanderern aufgesucht. Mit ein wenig Erfahrung und Geschick können Sie diese erklimmen und oben angekommen die Aussicht auf den nahegelegenen Howe Sound genießen. Oder folgen Sie den Spuren von Romantikern, Abenteurern und Fotografen in den Osten von British Columbia: Im Wells Gray Provincial Park erwarten Sie mehr als 40 Wasserfälle, wo mit Flechten bedeckte Felsen und Aussichtsplattformen die Wanderwege säumen. Hier befindet sich auch der Helmcken Falls, Kanadas viertgrößter Wasserfall.

Fernab jeglicher Zivilisation bekommen erfahrene Wanderer auf dem 75 Kilometer langen, anspruchsvollen West Coast Trail an der Südwestküste von Vancouver Island den Kopf frei. Diese mehrtägige Wanderung erfordert eine spezielle Genehmigung und eignet sich nicht für Anfänger. Die Route im Pacific Rim-Nationalpark führt am wilden, dicht bewachsenen Ufer der Insel entlang durch Regenwälder und zu entlegenen Campingplätzen.

Beim Rafting auf dem Vedder River in Chilliwack erleben Sie rasante Fahrten durch Stromschnellen und ruhigere, glasklare Passagen, wo oft Stein- und Fischadler zu beobachten sind.

Foto von DESTINATION BC/HUBERT KANG

4. PADDELN

Es gibt nur wenige Orte, die so prädestiniert zum Paddeln und so leicht erreichbar sind wie der Okanagan Lake. Dutzende Strände säumen den See am Rand der Rocky Mountains, an deren Ausläufer preisgekrönte Weingüter liegen. Den 27 Kilometer langen, mit Bojen gekennzeichneten Kelowna Paddle Trail können Sie mit Kajak, Paddleboard oder Kanu erkunden. Lassen Sie Ihre Muskeln arbeiten und den Geist still werden, während Sie an zwei Vogelschutzgebieten, drei Resorts und unzähligen Campingplätzen vorbei durch das Wasser gleiten. Eine andere Option ist ein Ausflug auf der längsten Wasserstraße von British Columbia: Der Fraser River verfügt über einige der aufregendsten Wildwasserstrecken Kanadas, die von den Quellgebieten in den an Alberta grenzenden Bergen bis hinab zum südlichen Ende von Vancouver führt. Unterwegs liegen zahlreiche Campingplätze in unterschiedlichen biogeoklimatischen Zonen: an schnell fließenden Bächen, aber auch in Wildwassergebieten, wo Beifuß und Kiefern wachsen.

Bei einem Ausflug in die Rocky Mountains sollte ein Besuch in einem Thermalbad nicht fehlen. Im Südwesten von British Columbia haben Sie die Wahl zwischen sechs verschiedenen Resorts.

Foto von DESTINATION BC/DAVE HEATH

5. THERMALBÄDER

Über den Highway 95A erreicht man einige hervorragende Skigebiete wie Revelstoke, weshalb er auch den Namen „Powder Highway“ trägt. Nach einem langen Wintertag mit Pulverschnee-Garantie kann man seine müden Muskeln im Wasser dampfend heißer Thermalquellen entspannen. Ein anschließender Sprung ins eiskalte Tauchbecken regt den Kreislauf an und wirkt belebend. Die indigene Bevölkerung nutzt die heilende Kraft der mineralreichen Quellen schon seit Jahrhunderten. Die Route führt an rustikalen Hütten und Campingplätzen sowie an Wellnessoasen und sechs Hotelanlagen mit Thermalbädern vorbei, in der Gegend befinden sich mehrere Nationalparks, die im Sommer unzählige Möglichkeiten zum Wandern und Mountainbiking bieten.

Auf Vancouver Island liegen zwei der drei konkurrierenden „Welthauptstädte der Lachsfischerei“: Port Alberni und Campbell River. Egal, ob Sie tatsächlich angeln oder nur schnorcheln gehen möchten: die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie hier Tausenden von Lachsen auf Wanderung begegnen.

Foto von GETTY IMAGES

6. UNTER WASSER

Ein ganz besonderes Erlebnis erwartet Sie auf Vancouver Island, wo Sie im Campbell River mit Lachsen schnorcheln können. Tauchen Sie ein in diese Unterwasserwelt und lassen Sie sich vom Strom treiben, umgeben von tausenden Buckel-, Silber-, Rot- und Königslachsen, die jeden Herbst zum Laichen flussaufwärts wandern. Bei einem Tauchausflug kann man sich noch weiter in die Tiefe wagen und zahlreichen Schiffswracks am Boden des Pazifiks entdecken. Entlang der Küste gibt es beim Tauchen eine bunte Vielzahl an Meerestieren zu sehen: darunter pazifische Riesenkraken und Seewölfe, Sechskiemerhaie, Weichkorallen sowie gigantische rote Gorgonien.  

Wissenswertes

Anreise und Transport

Air Canada und Lufthansa bieten Nonstop-Verbindungen von Frankfurt und München zum internationalen Flughafen Vancouver ab einem Preis von 500 Euro für Hin- und Rückflug an. British Columbia ist wie gemacht für Roadtrips. Ein Mietwagen ist deshalb die beste Möglichkeit, um in die wilde Natur zu gelangen. Fähren von BC Ferries steuern beinahe 50 verschiedene Häfen entlang der Küste an, einschließlich Vancouver Island, Haida Gwaii, Sunshine Coast und die Inselgruppe Gulf-Islands.

Beste Reisezeit

Die Provinz British Columbia ist das ganze Jahr über wunderschön. Um sie in all ihrer beeindruckenden natürlichen Pracht zu erleben, empfehlen wir den Frühling als Reisezeit, denn dann sind die Wälder noch grün bei langsam steigenden Temperaturen. So ist es auch auf dem Wasser angenehmer.

Die Natur hat einen nachhaltigen Einfluss auf uns, und laut Experten ist dieser umso größer, je ursprünglicher die Natur. Wir laden Sie ein, bereits vor Abreise eine wohltuende kleine Auszeit in British Columbias großartiger Wildnis zu verbringen. Ihr Weg in die Natur:

HelloBC.de/CalltheWild

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