Umwelt

Taifun, Hurrikan, Zyklon: Was ist der Unterschied?

Die Bezeichnungen „Hurrikan“, „Zyklon“ und „Taifun“ beschreiben alle das gleiche Wetterphänomen.Thursday, November 9, 2017

Von Ker Than

Der Taifun Usagi – benannt nach dem japanischen Wort für „Hase“ – ist der dritte und stärkste Pazifik-Taifun, der sich in diesem Jahr gebildet hat. Er wurde als schwerer Taifun oder „Supertaifun“ bezeichnet, nachdem Meteorologen Windböen mit bis zu 260 Kilometern pro Stunde gemessen hatten.

Wer nie in Asien gelebt hat, fragt sich vielleicht, wie sich ein Taifun anfühlt. Aber wer schon einmal einen Hurrikan oder Zyklon erlebt hat, kennt die Antwort längst.

Denn die Bezeichnungen „Hurrikan“, „Zyklon“ und „Taifun“ beschreiben alle das gleiche Wetterphänomen. Mit welchem Namen Wissenschaftler diese Stürme bezeichnen, hängt davon ab, in welcher Region sie auftreten.

Im Atlantik und Nordpazifik werden die Stürme als „Hurrikane“ bezeichnet, nach dem karibischen Gott des Bösen.

Im Nordwestpazifik werden die gleichen mächtigen Stürme „Taifune“ genannt. Im südwestlichen Indischen Ozean und im südwestlichen Pazifik werden sie als „schwere tropische Zyklone“ bezeichnet.

Im nördlichen Indischen Ozean heißen sie „schwere Wirbelstürme“. Im südwestlichen indischen Ozean spricht man einfach von „tropischen Zyklonen“.

Um als Hurrikan, Taifun oder Zyklon klassifiziert zu werden, muss ein Sturm Windgeschwindigkeiten von mindestens 119 Kilometern pro Stunde erreichen.

Wenn die Winde eines Hurrikans Geschwindigkeiten von 179 Kilometer pro Stunde erreichen, spricht man von einem „starken Hurrikan“.

Erreicht ein Taifun 241 Kilometer pro Stunde – so wie Usagi –, erhält er die Bezeichnung „Supertaifun“.

UNTERSCHIEDLICHE SAISONS

Während die atlantische Hurrikansaison vom 1. Juni bis zum 30. November geht, folgen die Taifun- und Zyklonsaisons leicht abweichenden Mustern.

Im nordöstlichen Pazifik umfasst die offizielle Saison den Zeitraum vom 15. Mai bis zum 30. November. Im Nordwestpazifik kommen Taifune am häufigsten in der Zeit vom späten Juni bis Dezember vor. Über dem nördlichen indischen Ozean bilden sich Zyklone von April bis Dezember.

Wie sie auch immer genannt werden: Diese Monsterstürme sind mächtige Naturereignisse, die eine gewaltige Zerstörungskraft entwickeln können.

Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA hat ein Hurrikanauge – das stille Zentrum, in dem der Druck am geringsten und die Lufttemperatur am höchsten ist – durchschnittlich einen Durchmesser von 48 Kilometern. Einzelne Augen können aber auch Durchmesser von bis zu 200 Kilometern erreichen.

Die stärksten Stürme, die der Kategorie 5 auf der Saffir-Simpson-Skala entsprechen, haben Windgeschwindigkeiten von über 250 Kilometer pro Stunde hervorgerufen.

Mithilfe von Satelliten und guten Modellen können solche Stürme mehrere Tage im Voraus vorhergesagt werden und lassen sich relativ gut verfolgen. Doch wie Hurrikan Sandy vor Kurzem gezeigt hat, ist die Vorhersage des genauen Weges, den ein Hurrikan oder Taifun oder Zyklon nehmen wird, nachdem er sich gebildet hat, nach wie vor schwierig.

FOLGEN DER GLOBALEN ERWÄRMUNG?

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler darüber diskutiert, ob die vom Menschen verursachte globale Erwärmung Hurrikane stärker macht oder zu einem häufigeren Auftreten führt.

In der Theorie sollten höhere Temperaturen in der Atmosphäre zu höheren Temperaturen an der Meeresoberfläche führen, die ihrerseits zu stärkeren Hurrikanen führen müssten.

Die Anzahl der Hurrikane der Kategorien 4 und 5 hat sich von den frühen 1970er bis zu den frühen 2000er Jahren weltweit fast verdoppelt. Hinzu kommt, dass sich sowohl die Dauer der tropischen Zyklone als auch ihre höchsten Windgeschwindigkeiten in den letzten 50 Jahren um ca. 50 Prozent erhöht haben.

Bisher sind sich die Wissenschaftler jedoch nicht einig, ob ein Zusammenhang zwischen Klimawandel und Hurrikanen besteht.

„Die mittleren maximalen Windgeschwindigkeiten tropischer Zyklone werden sich wahrscheinlich erhöhen, möglicherweise jedoch nicht in allen Ozeanbecken“, heißt es im Bericht des Weltklimarates von 2012.

„Es ist wahrscheinlich, dass die globale Häufigkeit tropischer Zyklone entweder abnimmt oder im Wesentlichen gleich bleibt.“

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Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 25. September 2013

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