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Mit dem Ende des Kalten Kriegs zerfiel auch das Machtgefüge der kommunistischen Diktaturen des Ostblocks. Zuletzt erinnerten die Teilerfolge des "Arabischen Frühlings" daran, wie schnell Regime zusammenbrechen können, die auf die Unterdrückung breiter Bevölkerungsschichten setzen. Dennoch gibt es auch heute noch überall auf der Welt Diktaturen: Eine im März 2018 veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. 129 untersuchte Schwellen- und Entwicklungsländer sind demnach autokratisch regiert, die Zahl der demokratisch regierten Staaten sank im Vergleich zum Jahr 2016 von 74 auf 71. Auch in den vermeintlich stabilen Demokratien der EU sind autokratisch regierende Parteien auf dem Vormarsch. Und mit China schickt sich ein streng auf die Linie einer Einheitspartei ausgerichteter Staat an, seine neue Rolle als wirtschaftsstarker "Global Player" künftig auch machtpolitisch auszuspielen. Ist die Welt auf dem Weg in ein neues Zeitalter der Diktaturen? "Regelwerk der Diktatoren" blickt zurück auf Regime der Vergangenheit und sucht nach Antworten: Wie kamen Mussolini, Saddam Hussein und andere Alleinherrscher an die Macht? Wie sicherten sie ihre Position ab? Und welche Widerstände, von Regimegegnern bis zu weltpolitischen Entwicklungen, führten dazu, dass ihre oft Jahrzehnte währende Herrschaft an Stabilität einbüßte und zusammenbrach? Die Antworten auf diese Fragen können dabei helfen, auch die Entwicklungen der Gegenwart besser zu verstehen - und autokratische politische Strömungen mit Wissen um ihre Folgen kritisch zu hinterfragen.