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Was wäre wohl geworden, hätte Hunter S. Thompson gefilmt statt geschrieben? Als Journalist war der spätere Schriftsteller für seine unkonventionellen Reportagen bekannt. Banal-objektive Berichte? Nicht sein Ding. Vorgefasste Ideen? Nur am Rande. Auch Michael Ware praktiziert eine solche Herangehensweise - allerdings mit Kamera im Gepäck. Seit seiner Zeit als Kriegsberichterstatter des renommierten "Time Magazine" und des Nachrichtensenders CNN spürt der unerschrockene Reporter authentische Geschichten auf, die niemanden kalt lassen. So beschäftigte er sich ebenso mit dem skandalträchtigen Leben von Schauspieler Charlie Sheen wie mit dem Irakkrieg und dem daraus resultierenden Sturz von Diktator Saddam Hussein. Auf seinen Reisen in den Nahen Osten konnte der Australier als "embedded Journalist" der Amerikaner sowie der Briten das Kriegsgeschehen aus nächster Nähe verfolgen. Die westliche Militärkoalition stand dabei ebenso im Fokus seiner Reportagen wie die schrecklichen Zustände mitten im Krieg. Für National Geographic macht sich Michael Ware jetzt auf die Suche nach neuem Stoff - Storys, wie es sie nie zuvor gab. Denn seine eindringlichen Filme brechen mit Konventionen, verschleiern niemals Fakten und gehen immer unter die Haut. Sie leben - und genau deshalb sind sie ein Erlebnis. Der Zuschauer wird praktisch zu einem Teil der Film-Crew, denn er ist hautnah dabei, wenn Ware seine Geschichten erzählt. Ungeschönt. Ungekünstelt. Eben "Uncensored".