Neue Wege in der Zahnmedizin

Heutzutage arbeiten Röntgengeräte, Laser und Computer an vorderster Front der Mundgesundheit. Dennoch werden immer neue Wege beschritten, um den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – und es gesund zu halten.

Veröffentlicht am 10. Dez. 2018, 14:44 MEZ, Aktualisiert am 5. Nov. 2020, 06:20 MEZ

Bis weit ins 19. Jahrhundert gingen Menschen in einen Friseurladen, wenn sie Zahnschmerzen hatten. Dort zog ihnen ein unqualifizierter Barbier den schmerzenden Zahn ohne Beachtung von Hygiene oder Betäubung – und mit fragwürdiger Erfolgsquote. Wer es sich leisten konnte, kaufte sich vielleicht einen Satz primitiver Zahnprothesen. Diese wurden aus Zähnen hergestellt, die von Toten stammten. Zum Glück hat die Zahnmedizin seitdem große Fortschritte gemacht: Die Anerkennung als medizinisches Fachgebiet, die Entwicklung von Narkotika, Bohrern und speziellen Instrumenten und wahre Quantensprünge in Technologie und Wissen haben die moderne Zahnmedizin zur fortschrittlichen Wissenschaft gemacht. Heutzutage arbeiten Röntgengeräte, Laser und Computer an vorderster Front der Mundgesundheit. Dennoch werden immer neue Wege beschritten, um den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – und es gesund zu erhalten.
 
Zahnpflege ist mehr als die Vorbeugung gegen Karies und Zahnersatz. Mundgesundheit hat Auswirkungen auf den gesamten Körper. Studien haben bereits belegt, dass Infektionen im Mundraum zur Erkrankung an Diabetes, Alzheimer, Nierenversagen, Schlaganfällen und anderen Gesundheitsproblemen beitragen können. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass fehlende Zähne den Gleichgewichtssinn und die Koordinationsfähigkeit beeinflussen. Unglücklicherweise wird die Wichtigkeit der Mundhygiene nicht immer erkannt und die richtige Pflege ist nicht immer möglich. Insbesondere in Entwicklungsländern ist der Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung begrenzt. In Uganda kommen beispielsweise auf eine Bevölkerung von 44 Millionen Menschen nur etwa 300 Zahnärzte. Technischer Fortschritt verbessert jedoch den Zugang zur Grundversorgung weltweit und dazu gehört auch Ersatz für fehlende Zähne. MegaGen Implant sind Pioniere auf dem Gebiet der Zahntechnik und ein starker Partner bei diesen Bemühungen. Das Unternehmen entwickelt dafür Behandlungsmethoden, die einfacher, effizienter, schneller und günstiger sind. Die Verfahren sind speziell darauf ausgelegt, den maximalen Nutzen der größtmöglichen Zahl von Menschen zur Verfügung zu stellen und das an den Orten, wo sie am dringendsten benötigt werden.
 

Die neuen Grenzen der Zahnmedizin – Joyce' neue Zähne

Eine der Techniken nutzt dreidimensionale (3D) Druckverfahren, um fehlende Zähne zu ersetzen. Aktuell sind 3D-Drucker bereits ab 500€ erhältlich, die nicht größer als ein Aktenkoffer und ebenso leicht zu transportieren sind. Der einfache und bezahlbare Zugang zu 3D-Druckern gibt Zahnärzten die Möglichkeit, das Lächeln auf den Gesichtern der Menschen in einigen der ärmsten und abgelegensten Regionen der Welt zurückzubringen.

Und so funktioniert es: Zunächst benutzt der Zahnarzt einen Intraoralscanner, ein Instrument, das optisch an einen Zauberstab erinnert, um die Mundhöhle des Patienten zu erfassen. Jede Erhebung und Vertiefung wird mit 3.000 Bildern pro Sekunde aufgenommen und in einer digitalen Datei zusammengefügt, die an ein Spezialistenteam bei MegaGen geschickt wird. Das Team erstellt aus den Daten einen neuen Satz speziell angefertigter Zähne. Anschließend schicken sie dem Zahnarzt die für den 3D-Drucker formatierten Pläne. Der Drucker wandelt mithilfe eines Hochleistungslasers flüssiges Harz in einen perfekten Zahn um. Dieser wird beim Patienten mit einer winzigen Metallschraube im Kiefer verankert. Die Schraube dient bei solchen Implantationen dem Einwachsen in den Knochen. Präzise, stark, steril, haltbar – und der Prozess dauert nur einige Minuten. 

Die Technologie hinter diesem Verfahren wurde durch die wegweisende Arbeit von MegaGen Implant möglich gemacht. In seiner hochmodernen Herstellungsanlage in Daegu, Südkorea, entwirft und produziert MegaGen einige der fortschrittlichsten bionischen Zähne der Welt, und außerdem die winzigen Schrauben, mit denen die neuen Zähne am Kiefer befestigt werden. Die Zähne werden sorgfältig maschinell aus medizinischem Titan gefertigt, einem Material, das unglaublich belastbar ist und bis ins kleinste als Implantat angepasst werden kann. Um zu gewährleisten, dass neue Zähne schnell und vollständig in den Knochen einwachsen, hat MegaGen ein neuartiges Verfahren entwickelt. Jede Schraube wird gesandstrahlt, was winzige Strukturen in ihrer Oberfläche hinterlässt, die dabei helfen, die Verbindung und einen außergewöhnlich starken Halt zum Knochen zu schaffen. Zusätzlich wird jeder Zahn mit Kalzium-Ionen ummantelt, die das Knochenwachstum unterstützen und eine Abstoßungsreaktion des Körpers verhindern. Die Verbesserungen der Verfahrensprozesse durch MegaGen haben die Behandlungsdauer von sechs Monaten auf einen einzigen Tag verkürzt. Patienten können sich am Morgen das Implantat einsetzen lassen und zur Schlafenszeit bereits einen Apfel kauen.

Während solche bionischen Implantate immer schneller und einfacher produziert werden können, sinken ihre Kosten – was Implantate auch in Entwicklungsländern immer erschwinglicher macht. In Ländern mit fortgeschrittener Medizintechnik können zusätzlich High-Tech-Methoden in der Mundgesundheit Anwendung finden. So erlaubt eine hochentwickelte Scanapparatur namens CBCT Zahnärzten Einblicke bis tief in die Zähne und Knochen und liefert dabei ein extrem genaues 3D-Bild. Dieses Gerät erstellt den Zahnärzten in Verbindung mit dem Interoralscanner eine perfekte virtuelle Abbildung des Mundraums. Dadurch können sie die Führungslöcher der Implantate mit mikroskopischer Präzision bohren. Parallel dazu stellt MegaGen noch haltbarere Zähne her. Sie werden mithilfe von Computern und hochmodernen Schleifmaschinen aus einem extrem harten Verbundstoff ausgeschnitten. Dabei dauert es nur etwa vier Stunden, um 12 neue bionische Zähne herzustellen und zu implantieren.

Der neuen Grenzen der Zahnmedizin – Hugos Zahnfleisch

Die Wissenschaft geht immer neue und spannende Wege, um die Grenzen der Zahnmedizin zu erweitern. Leistungsstarke Künstliche Intelligenz (KI) könnte schon bald Tausende von Patienten pro Sekunde untersuchen, um Karies festzustellen, Behandlungsvorschläge zu machen oder sogar Probleme zu vermeiden, bevor sie auftreten. In China nutzt ein vollautomatischer Roboterarm 3D-Scans, um Zähne zu ersetzen. An anderer Stelle wird gerade eine Art bionischer Handschuh entwickelt, der technische Präzision mit der Empathie eines Menschen verbinden soll. Durch das Feld der Genom-Editierung könnten wir vielleicht schon bald unsere Gene dazu bringen, bessere Zähne wachsen zu lassen, und kaputte zu ersetzen. Infrarotlaser könnten dentale Stammzellen stimulieren, um einen toten Zahn wiederzubeleben. Im Augenblick können 3D-Drucker zwar künstliche Zähne erstellen, der nächste Schritt wäre jedoch, einen Biodrucker zu entwickeln. Dieser könnte synthetisches Gel mit den Stammzellen eines Menschen verbinden, um ganze Teile des Kiefers mitsamt echten Zähnen zu rekonstruieren.

Die neuen Grenzen der Technologie

Zahnmedizin ist in relativ kurzer Zeit sehr weit gekommen. Behandlungen, die noch vor zehn Jahren vollkommen unmöglich oder unbezahlbar erschienen, werden immer mehr zur Routine. Damit wird Millionen von Menschen Hoffnung geschenkt, die unter schmerzenden oder missgebildeten Zähnen und Gaumenverformungen leiden. Schon jetzt erhöhen diese Fortschritte die Lebensqualität ganz normaler Menschen, indem sie essen können, was sie wollen, und in der Lage sind, selbstbewusst zu sprechen, zu lächeln und zu lachen. Diese Behandlungen können ein Leben verändern. Die moderne Zahnmedizin ist nicht nur auf Mundgesundheit fixiert, sondern gibt vielen Menschen einen Grund und die Möglichkeit zu lächeln.

Wei­ter­le­sen

Nat Geo Entdecken

  • Tiere
  • Umwelt
  • Geschichte und Kultur
  • Wissenschaft
  • Reise und Abenteuer
  • Fotografie
  • Video

Über uns

Abonnement

  • Magazin-Abo
  • TV-Abo
  • Bücher
  • Newsletter
  • Disney+

Folgen Sie uns

Copyright © 1996-2015 National Geographic Society. Copyright © 2015-2017 National Geographic Partners, LLC. All rights reserved