Geschichte und Kultur

10 Dinge, die ihr (wahrscheinlich) nicht über Einstein wusstet

Romantische Verstrickungen und politische Intrigen verfolgten den berühmten Physiker sein Leben lang, wie in der zehnteiligen TV-Serie „Genius“ zu sehen ist. Donnerstag, 9 November

Von Alison Walsh

Schaltet ein für die 10-teilige Serie "Genius" von National Geographic, die ab dem 27. April immer donnerstags läuft.

1. Er legte mit 16 Jahren seine deutsche Staatsbürgerschaft ab.

Von klein auf hegte Albert Einstein eine Abneigung gegen jede Art von Nationalismus und zog es vor, ein „Bürger der Welt“ zu sein. Mit 16 legte er seine deutsche Staatsbürgerschaft ab und war offiziell staatenlos, bis er 1901 ein Bürger der Schweiz wurde.

2. Er heiratete die einzige weibliche Studentin in seinem Physikjahrgang.

Mileva Marić war die einzige weibliche Studentin in Einsteins Abteilung am Polytechnikum in Zürich. Sie war leidenschaftlich an Mathematik und der Wissenschaft interessiert und selbst eine aufstrebende Physikern. Sie gab diese Ambitionen jedoch auf, als sie Einstein heiratete und die Mutter seiner Kinder wurde. 

3. Er hatte eine 1.427 Seiten dicke FBI-Akte.

1933 fing das FBI eine Akte über Einstein an, kurz vor seiner dritten Reise in die USA. Die Akte würde auf stattliche 1.427 Dokumentenseiten anwachsen, die von Einsteins lebenslangen Verbindungen zu pazifistischen und sozialistischen Organisationen handelten. J. Edgar Hoover empfahl sogar, Einstein durch den Alien Exclusion Act den Zutritt zu Amerika zu verwehren, was aber vom U. S. State Department abgelehnt wurde.

4. Er hatte ein uneheliches Kind.

Einsteins zukünftige Frau Mileva gebar 1902 außerehelich ein kleines Mädchen, während sie bei ihrer Familie in Serbien war. Das Baby wurde Lieserl getauft. Historiker glauben, dass es vermutlich als Kind an Scharlach starb oder zur Adoption freigegeben wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Einstein seine Tochter nie selbst gesehen. Die Existenz von Lieserl wurde erst 1987 weithin bekannt, nachdem eine Sammlung von Einsteins Briefen veröffentlicht wurde.

5. Er zahlte seiner ersten Frau das Nobelpreisgeld als Abfindung für eine Scheidung.

Da er damit rechnete, einen Nobelpreis zu gewinnen, bot Einstein all das erwartete Preisgeld seiner ersten Frau Mileva Marić an, damit sie einer Scheidung zustimmen würde. Die Summe belief sich auf 32.250 Dollar, was mehr als dem zehnfachen durchschnittlichen Jahresgehalt eines Professors zu der Zeit entsprach.

6. Er heiratete seine Cousine ersten Grades.

Elsa, die zweite Frau Einstein, war die Tochter der Schwester von Alberts Mutter. Das machte beide zu Cousins ersten Grades. Außerdem waren sie auch Cousins zweiten Grades, da Elsas Vater und Alberts Vater Cousins waren. Elsas Mädchenname war Einstein.

7. Er war schon vor der Bürgerrechtsbewegung ein Bürgerrechtsaktivist.

Einstein war ein glühender Verfechter von Bürgerrechten und Redefreiheit. Als W.E.B. Du Bois angeklagt wurde, ein nichtregistrierter Agent einer ausländischen Macht zu sein, meldete sich Einstein freiwillig, um für ihn als Leumundszeuge aufzutreten. Nachdem Du Bois‘ Anwalt das Gericht darüber informierte, dass Einstein als Zeuge auftreten würde, entschied der Richter, die Klage abzuweisen.

8. Sein Sohn verbrachte den Großteil seines erwachsenen Lebens in einer Anstalt.

Bei Alberts zweitem Sohn, Eduard, den sie liebevoll „Tete“ nannten, wurde Schizophrenie diagnostiziert. Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in einer Anstalt. Eduard war fasziniert von Psychoanalyse und ein großer Fan von Freud. Obwohl sie sich Briefe schrieben, sah Albert seinen Sohn nie wieder, nachdem er 1933 in die USA auswanderte. Eduard starb im Alter von 55 Jahren in einer Psychiatrie.

9. Ihn verband eine schwierige Freundschaft mit dem „Vater des Gaskriegs“.

Fritz Haber war ein deutscher Chemiker, der Einstein zu einer Anstellung in Berlin verhalf und zu einem seiner engsten Freunde werden sollte. Haber war Jude, konvertierte aber zum Christentum und predigte Einstein die Tugend der Anpassung, bevor die Nazis an die Macht kamen. Im Ersten Weltkrieg entwickelte er ein tödliches Chlorgas, das schwerer als Luft war und in die Gräben sinken konnte. Dort erstickte es die Soldaten qualvoll, indem es sich durch ihre Lungen und Kehlen ätzte. Haber wird manchmal als der „Vater des Gaskriegs“ bezeichnet.

10. Er hatte eine Affäre mit einer russischen Spionin.

1935 stellte Einsteins Stieftochter Margot ihm Margarita Konenkova vor und sie wurden ein Liebespaar. 1998 versteigerte Sotheby‘s neun Liebesbriefe von Einstein an Konenkova, die er von 1945 bis 1946 geschrieben hatte. Laut einem Buch eines russischen Meisterspions war Konenkova eine russische Agentin, allerdings haben Historiker diese Behauptung nicht bestätigt.