Geschichte und Kultur

Silberschatz aus der Wikingerzeit auf Rügen entdeckt

Sensationsfund auf der Ostseeinsel Rügen: Archäologen haben einen wertvollen Silberschatz aus dem 10. Jahrhundert geborgen. Mehr als 100 Münzen können der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden.Montag, 16. April 2018

Von Jens Voss
Der am vergangenen Wochenende geborgene Hortfund von Schaprode.

Ein 13-jähriger Schüler und ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger brachten die Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern auf die Spur, als sie im Januar die ersten Silbergegenstände auf einem Acker bei Schaprode auf Rügen fanden. Auch bei der Bergung des Fundes an diesem Wochenende halfen die beiden mit.

Eine der unter der Herrschaft von Harald Blauzahn geprägten Münzen.

Der Schatz umfasst mehr als 600 Silbergegenstände aus dem späten 10. Jahrhundert n. Chr. Es handelt sich um Münzen, Halsringe, Fibeln, Perlen und einen Thorshammer. Die Münzen und Schmuckstücke sind teilweise stark zerkleinert, da sie als Gewichtswährung genutzt wurden. Rund 100 der geborgenen Münzen zeigen Prägungen des dänischen Königs Harald Blauzahn. Es handelt sich um den bislang größten Fund solcher Münzen im südlichen Ostseeraum. Weil alle Beteiligten Stillschweigen über den Schatz bewahrten, konnte er jetzt vollständig geborgen werden.

Schon in den Jahren 1872 und 1874 wurde nur wenige Kilometer entfernt auf der Insel Hiddensee der berühmte Hiddenseer Goldschmuck entdeckt, der dem Dänenkönig beziehungsweise seinem Umfeld zugeschrieben wird. Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reiches. Er einte das Land und führte das Christentum ein. Nachdem er 986 einen Kampf gegen seinen Sohn Sven Gabelbart verloren hatte, floh er nach Pommern, wo er seinen Verletzungen erlag.

Jens Voss

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