Geschichte und Kultur

Afrikanische Kultur: Maske & Magie

Heilig, bunt und geheimnisvoll – in der afrikanischen Kultur sind Masken mehr als Maskerade. Die Fotografin Phyllis Galembo reiste mehr als 20 Jahre durch Afrika und Haiti, um die Kunst des Maskierens zu dokumentieren.

Von National Geographic
Bilder Von Phyllis Galembo
Afrikanische Kultur: Maske & Magie

Hinter einer Maske verschwimmt die Grenze zwischen Wirklichkeit und Illusion: Aus Menschen werden Geister, Tote erwachen zum Leben. Der Maskierte spricht plötzlich mit fremder Stimme und bewegt sich anders. Er spielt keine Rolle – er lebt sie.

Die Fotografin Phyllis Galembo reiste mehr als 20 Jahre durch Afrika und Haiti, um die Kunst des Maskierens zu dokumentieren. Warum haben es ihr gerade Masken angetan? «Wegen der Kreativität», sagt sie. «Es ist nicht die Maske allein. Es ist die Einzigartigkeit eines rituellen Kostüms.» Sie richtet die Kamera auf einen Zaun oder eine Häuserwand und arrangiert die Beleuchtung. Die Pose überlässt sie den Verkleideten. Galembo belichtet immer nur einen Film mit zwölf Bildern. «Entweder habe ich das Motiv dann im Kasten oder nicht.»

Die Maske ist das Wichtigste an einem Kostüm, das ein Geistermensch während einer Zeremonie vor einer Dorfgemeinschaft trägt. Manche Verkleidungen dienen nur der Unterhaltung; sie werden bei Paraden oder Tänzen getragen. Andere sind Teil religiöser oder sozialer Rituale. Der Maskierte verkörpert dann oft eine moralische Instanz, die Befehle erteilt, Strafen verhängt oder die Ordnung wiederherstellt. Manchmal ist er auch Zeremonienmeister von Initiationsbräuchen.

Die Ursprünge des Maskierens verlieren sich im Dunkel der menschlichen Geschichte. Vielleicht liegen sie in Jagdritualen, wie der Kunsthistoriker Herbert M. Cole von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara vermutet: Männer wollten sich mit der Verwandlung den Geist der Beute einverleiben – oder ihn auch nur besänftigen.

Sehen Sie hier ein Video zur Fotostrecke von Phyllis Galembo:

http://www.youtube.com/embed/HeyreZ_DzRo

Webseite der Fotografin: www.galembo.com

(NG, Heft 04 / 2012, Seite(n) 86 bis 97)

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