Geschichte und Kultur

Die Geschichte von NG

Die Geschichte von National Geographic

Von National Geographic

NG-Video: Die Geschichte von National Geographic als animierte Zeitleiste

Die National Geographic Society wurde im Januar 1888 in Washington von 33 Forschern und Abenteurern mit dem Ziel gegründet, „das geographische Wissen zu mehren und zu verbreiten“. Das NATIONAL GEOGRAPHIC-Magazin erschien erstmals im Oktober 1888. In den vergangenen 125 Jahren hat die National Geographic Society mehr als 10 000 Expeditionen und Forschungsprojekte unterstützt. Viele schrieben Geschichte: Robert Pearys Vorstoß zum Nordpol, Hiram Binghams Erkundung der Inkastätte Machu Picchu in den Anden, die Suche der Leakeys nach den ersten Menschen, Robert Ballards Tiefseeforschungen und J. Michael Fays 2000-Kilometer-Fußmarsch durch die Sümpfe Zentralafrikas.

Heute haben sich die Motive der NGS verschoben: „Inspiring people to care about the planet“ – so lautet das Motto mittlerweile. Im Fokus steht nicht mehr nur die Erkundung, sondern vor allem die Bewahrung der Welt und ihrer Schätze, wie es immer wieder auch in den Reportagen des NATIONAL GEOGRAPHIC-Magazins deutlich wird. NATIONAL GEOGRAPHIC schickt nach wie vor die bedeutendsten Fotografen in alle Welt, um die Schönheit der Natur und alte Kulturen einzufangen, aber auch um über die Bedrohung der Natur zu berichten. Wie Paul Nicklen, einen der besten Kenner der Polargebiete. «Für mich gibt es nichts Schöneres im Leben, als die vielen Erfahrungen zu teilen, die ich auf meinen Reisen mache», sagt er. «So lernen die Menschen zu schätzen, wie wundervoll unsere Erde ist.»

Seit ihrer Gründung hat die Arbeit der National Geographic Society zwei große Säulen: zum einen die Zeitschrift als Kommunikationsmittel, das die Forschungen anregt und die erzielten Ergebnisse publiziert; zum anderen die Förderung von Forschungsprojekten - mehr als 9000 sind es bis heute.

Im Jahr 1888 wurde die National Geographic Society gegründet

Am Abend des 13. Januar 1888 versammelten sich 33 ehrenwerte Herren im Washingtoner Cosmos Club. Wichtigster Tagesordnungspunkt: wie man "das geographische Wissen mehren und verbreiten" könne. Zwei Wochen später wurde die National Geographic Society gegründet. Keiner ihrer Urväter konnte ahnen, daß dies einmal die größte der Wissenschaft und Ausbildung verpflichtete Organisation der Welt werden sollte.

Die Männer im Cosmos Club waren Geographen, Geologen, Entdecker, Lehrer, Anwälte, Meteorologen, Kartographen, Offiziere, Finanziers - allesamt gebildet, weitgereist und geprägt von der Aufbruchsstimmung ihrer Zeit. Gierig darauf, Neues zu erfahren, Wissen zu verbreiten, weit vorauszuschauen. Begeisterte Anhänger all jener, die bis zur letzten Grenze gingen. Unter ihnen waren die Entdecker des Grand Canyon und die Erstbesteiger der Rocky Mountains. Pioniere, die Amerikas Flagge weiter nach Norden getragen hatten als jeder andere zuvor. Forscher, die die abgelegensten Berge und unzugänglichsten Küsten vermessen, die unbekannte Flora und Fauna beschrieben und vom Leben fremder Völker berichtet hatten.

Der erste Präsident

Zum ersten Präsidenten der Gesellschaft wurde Gardiner Green Hubbard gewählt. Kein Entdecker, sondern ein Jurist und Finanzier, der die wissenschaftlichen Experimente seines Schwiegersohnes Alexander Graham Bell sponserte (der später das Telefon erfinden und zweiter Präsident der National Geographic Society werden sollte). In seiner Antrittsrede betonte Hubbard, daß die Mitgliedschaft keineswegs auf Wissenschaftler beschränkt sei, sondern daß die Society jedem offenstehe. Was er damals postulierte, ist auch heute noch das Ziel von NATIONAL GEOGRAPHIC: Vielversprechende Forschungsvorhaben zu unterstützen "und das so gewonnene Wissen unter den Menschen zu verbreiten, auf dass wir alle mehr erfahren von der Welt, in der wir leben."

Das erste NG-Magazin

Als Sprachrohr der Society erschien neun Monate später die erste Ausgabe des "NATIONAL GEOGRAPHIC" Magazins. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte begann: 1899 hat das NATIONAL GEOGRAPHIC MAGAZINE 1400 Leser, 1905 waren es 11.479, 1910 bereits 74.018. Weitere zehn Jahre später zählt die Society 713.208 Mitglieder. Nur Mitglieder der Society erhalten die Zeitschrift. Sie ist das Sprachorgan der Gesellschaft. Die Zeitschrift enthält nunmehr viele Fotos und Reportagen über alle Expeditionen und anderer geförderten Projekte. Zwischen 1957 und 1967 kann die Mitgliederzahl auf 5.607.457 erhöht und damit mehr als verdoppelt werden, 1984 erreicht die Society mit 10.764.998 Mitgliedern in 170 der 174 Ländern der Welt ihren Zenit. Heute werden mehr als neun Millionen Mitglieder und 50 Millionen Leser weltweit gezählt. 1995 erscheint die erste fremdsprachige Ausgabe in Japan, es folgen Israel, Griechenland, Spanien, Italien. Im Herbst 1999 sind Frankreich, Deutschland und Polen die nächsten Etappen der Verbreitung geografischen Wissens über die Welt in aller Welt. Seit dem Herbst 1998 können die Amerikaner außerdem erstmals ihr NG Magazine auch am Kiosk erwerben.

Die National Geographic Society unterstützt Forscher und Entdeckerauf allen sieben Kontinenten

Mit mehr als neun Millionen Mitgliedern ist die National Geographic Society heute die größte gemeinnützige Wissenschaftsorganisation der Welt. Fast 10 000 Projekte hat die Society seit ihrer Gründun gefördert, mehr als vier Millionen Dollar pro Jahr vergibt allein ihre Stiftung für Forschung und Entdeckung. Ein großer Teil davon fließt mittlerweile in den Bereich Umwelt und Ökologie; hinzu kommen Stipendien, Förderpreise für Wissenschaftler und ein breites Engagement in den Schulen.

... und setzte Meilensteine

Ihre erste Expedition startete die National Geographic Society bereits im Jahr 1890. Ziel: das Grenzgebiet zwischen Kanada und Alaska; entdeckt wurde unter anderem Kanadas höchster Berg, der Mount Logan. Es folgte eine ganze Reihe bahnbrechender Projekte, an denen NATIONAL GEOGRAPHIC beteiligt war - der Marsch zum Nordpol und der Flug zum Südpol, der Aufstieg mit dem Ballon in die Stratosphäre, die Fahrt im Tauchboot in die Tiefsee. Der Amerikaner und Archäologe Hiram Bingham entdeckte 1911 die vergessene Inka-Stadt Machu Picchu. Der französische Meeresforscher und Filmemacher Jaques-Yves Cousteau revolutionierte die Meeresforschung. Die Primatologen und Verhaltensforscherinnen Dian Fossey (USA) und Jane Goodall (GB) betrieben aufsehenerregende Feldforschungen mit freilebenden Menschenaffen. Der amerikanische Paläoanthrophologe Donald C. Johanson fand das drei Millionen Jahre alte Skelett von "Lucy", einer Urmutter der Menschheit. Der Ozeanologe und Meeresforscher Robert D. Ballard spürte das Wrack der "Titanic" auf. Und am Oktober 1998 flog der amerikanische Astronaut und Senator John Glenn im Rentenalter zum zweiten Mal ins Weltall.

Faszinierende Projekte

Sensationen, die die Welt begeisterten, Forschungsergebnisse, die Geschichte machten. Weniger spektakulär, aber auf lange Sicht genauso bedeutsam ist die Arbeit an den vielen Einzelprojekten, die NATIONAL GEOGRAPHIC unterstützt. Allein im vergangenen Jahr vergab die Society 250 Forschungsstipendien an Wissenschaftler in aller Welt. Dabei geht es beispielsweise um den Lebensraum der Riesenschlangen in Venezuela oder um die Dokumentation von Felszeichnungen in der Sahara. In Mexiko werden die über 2000 Jahre alten Ruinen von El Pital untersucht, in Indien Bienen-Arten beobachtet, die für die Ausbreitung spezieller Baumarten wichtig sind. In Guatemala schützen Archäologen eine Fundstätte der Cotzumalhuapa-Kultur, Zoologen in Panama zeichnen mit Spezialkameras den Flug der Fledermäuse auf. Bisher unbekannte Säugetier-Arten in Vietnam, fossile Saurier-Eier in Patagonien, 117.000 Jahre alte menschliche Fußstapfen in Südafrika - die National Geographic Society ist an einer Vielzahl faszinierender und wichtiger Projekte beteiligt.

Die Familie Grosvenor war prägend für NATIONAL GEOGRAPHIC

Über fünf Generationen hinweg hat die Familie Grosvenor maßgeblich die Geschicke der National Geographic Society geprägt, immer wieder neue Akzente gesetzt und neue Ideen zur Entwicklung der gemeinnützigen Gesellschaft gesetzt, um ihr Ziel, geografisches Wissen zu mehren, in aller Welt zu verbreiten. Gilbert Melville Grosvenor, der 1980 der 14. Präsident der National Geographic Society wurde, setzt momentan diese Familientradition fort. Sie reicht bis zur Gründung der Gesellschaft im Jahre 1888 zurück.

Grosvenors Ururgroßvater, Gardiner Green Hubbard, war einer der 33 Gründer der Gesellschaft und ihr erster Präsident. Als Hubbard 1897 starb, ging die Präsidentschaft auf seinen Schwiegersohn Alexander Graham Bell über. Bell, ein kühner und origineller Denker, interessierte sich für viele Felder des Wissenschaft, seine Neugier reichte von der Luftfahrt bis zur Kommunikation. Als Erfinder des Telefons wurde er fälschlicherweise berühmt. Seinen eigentlichen Beruf als Gehörlosenlehrer jedoch gab er nie ganz auf. In seiner Eigenschaft als Präsident stellte Bell erstmals einen Redaktionsleiter für das monatliche Mitgliedermagazin ein und bemühte sich erfolgreich, mehr Mitglieder für die Gesellschaft zu gewinnen. Auf Drängen seiner Tochter Elsie May Bell schrieb er seinem Freund Dr. Edwin A. Grosvenor, um herauszufinden, ob einer von dessen Zwillingssöhnen vielleicht an dieser Position - als "Sprungbrett zu etwas Besserem" - interessiert sei. 1899 nahm Gilbert H. Grosvenor die Stelle als Assistant-Editor an; ein Jahr später heiratete er Elsie Bell.

Gilbert H. Grosvenor leitete die Wandlung seines Blattes von einem schwerfälligen, wortlastigen Journal zu einem farbig illustrierten Magazin ein. Sein Credo: die Welt zu den Lesern bringen.Nach seiner Wahl zum Präsidenten der Gesellschaft 1920 leistete er Pionierarbeit auf dem Gebiet der Farbfotografie und berichtete den Lesern erstmals über die Ergebnisse einer Reihe von Forschungsarbeiten und Expeditionen. Zum Zeitpunkt seiner Pensionierung 1954 war Dank seiner Kreativität und Innovationskraft die Mitgliederzahl der Gesellschaft von nur 1.400 im Jahre 1899 auf nunmehr über 2 Millionen angestiegen. Gilbert H. Grosvenors Sohn, Melville Bell Grosvenor, war 1924 als Illustrations Assistant zur Redaktion gestoßen. 1957 wurde er Herausgeber und Präsident. Seine enthusiastische und intuitive Führung führte in den folgenden zehn Jahren zu dramatischen Veränderungen. Unter anderem führte er farbige Titelfotos ein. "MBG", wie er genannt wurde, gelang es, die Mitgliederzahl der Gesellschaft um mehr als Doppelte zu erhöhen. Eine Buch- und Fernsehdokumentationsreihe wurde ins Leben gerufen, und die Gesellschaft brachte ihren ersten Atlas und ersten Globus heraus. Die Neugier und Fantasie Grosvenors motiviert die Redaktion bis heute.

Video: Gil Grosvenor, ehemaliger Herausgeber von NATIONAL GEOGRAPHIC und nun Präsident der National Geographic Society, erklärt, warum Geographie so wichtig ist

Melvilles Sohn, Gilbert M. Grosvenor, der fünfte seiner Familie, arbeitete erstmals während seines Studiums für NATIONAL GEOGRAPHIC. Als Co-Autor und -Fotograf war er an einem Artikel über Instandsetzungsmaßnahmen nach einer Flutkatastrophe in den Niederlanden beteiligt. In dem darauffolgenden Jahr wurde er Bildredakteur und arbeitete sich nach oben bis er 1970 Herausgeber des Magazins wurde. Ein Jahrzehnt später gab er den Posten als Herausgeber ab, um Präsident der National Geographic Society zu werden. In dieser Rolle spielte Grosvenor eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Gesellschaft zu einem der größten Herausgeber von Büchern, Magazinen und Lehrmaterial. Seine Besorgnis über den Mangel an Geographiewissen unter jungen Leuten veranlaßten ihn 1985 dazu, eine langfristige Strategie zur Verbesserung des Geographieunterrichts an den Schulen zu lancieren. Der NATIONAL GEOGRAPHIC BEE, ein Wissenswettbewerb, wurde geboren. Damit erneuerte er das Bekenntnis der Gesellschaft zu einem Ziel, das sein Ururgroßvater vor über 100 Jahren abgelegt hatte "to increase and diffuse the geographic knowledge".

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