Auf und davon: 3 unentdeckte Reiseziele für Camper

Einfach losfahren und überall dort anhalten, wo es schön ist – an klaren Seen, in den Bergen oder hübschen Städtchen. Wir stellen drei Routen in Europa vor – flexibel, ohne Termindruck.

Von National Geographic Traveler
Veröffentlicht am 18. Aug. 2022, 13:00 MESZ
Reiseziele für Camper

Einfach losfahren und überall dort anhalten, wo es schön ist – an klaren Seen, in den Bergen oder hübschen Städtchen. Wir stellen drei Routen in Europa vor – flexibel, ohne Termindruck.

Foto von Rota Alternativa / Unsplash.com

Ostseeküste Estland: Hochmoore und Küstenlandschaften

Stadtbummel first. Zum Auftakt unseres Trips flanieren wir durch die traumhafte Altstadt Tallinns und kaufen bei „Olde Hansa“ gebrannte Mandeln, einen süßen Snack für die Fahrt nach Osten. Im Lahemaa-Nationalpark erklimmen wir einen der Aussichtstürme und blicken auf eine eindrucksvolle Hochmoorlandschaft. Auf solide gebauten Holzbohlenwegen erkunden wir trockenen Fußes die Umgebung, bevor es immer am Meer entlang – spannende Steilküstenabschnitte inklusive – bis nach Narva ganz im Osten des Landes geht. Die vom Deutschen Orden errichtete Hermannsfeste erhebt sich dort direkt gegenüber der russischen Festung Iwangorod. Dazwischen bildet der Fluss Narva die Staatsgrenze. Wir bleiben im Grenzbereich, fahren nach Süden am Peipus-See vorbei bis zur Kleinstadt Võru, wo sich der Suur Munamägi erhebt, mit 318 Metern der höchste Berg des Baltikums.

Route: Tallinn – Narva – Võru (470 km)

Stellplätze: Pirita Harbour Camping (Tallinn), Lepispea Caravan & Camping (Lääne-Virumaakond), Camping Mereoja (LääneVirumaa), Annimatsi kämping (Kreis Valga)

Die estnische Hauptstadt Tallinn ist für sich schon eine Reise wert, aber auch der ideale Ausgangspunkt für einen Camping-Trip in den Osten.

Foto von Leo Roomets / Unsplash.com

Westküste Albanien: Wandergenuss und Badespaß

Eingerahmt von himmelhohen Gebirgszügen im Tal des Shala-Flusses liegt das Örtchen Theth. Es ist Zentrum des gleichnamigen Nationalparks und ein kleiner Abstecher ins Prokletije-Gebirge auf unserer Fahrt von Koplik am Shkodra-See Richtung Süden. Es lohnt sich, das Wanderparadies im Dreiländereck Albanien–Montenegro– Kosovo mit seinen gut markierten Wegen und schönen Unterkünften ein oder zwei Tage lang zu Fuß zu erkunden. Mit dem Wohnmobil geht es anschließend zurück zum Shkodra-See, dem größten natürlichen See Albaniens, und nach Vlore, das ein moderner Vorzeigeort mit hübscher Strandpromenade ist. Am wilden Llogora-Pass bieten sich grandiose Ausblicke, bevor eine wunderbare Küstenlandschaft mit den tollsten Badeplätzen beginnt – über hundert Kilometer von Dhermi bis Himare an der griechischen Grenze. Das Sträßchen schlängelt sich meist hoch über dem Wasser durch schöne Oliventerrassen. Kurz hinter Himare erreichen wir eine winzige Halbinsel mit dem Porto Palermo Beach, wo die Festung des Ali Pascha Tepelena thront und ultramarinblaues Wasser zum Baden lockt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Man sieht vor allem einheimische Badegäste und verfallene Militärgebäude aus kommunistischer Zeit. Zum Abschluss tauchen wir in das griechische Flair der Hafenund Badestadt Sarande ein.

Route: Koplik – Shkodra – Theth – Shkodra – Vlore – Sarande (380 km)

Stellplätze: Camping Lake Shkodra Resort (Grilë), Guesthouse Pal Rupa (Thethi), Kol Gjoni (Valbona)

Die Ortschaft Theth in Albanien ist von hohen Bergen umgeben.

Foto von Abenteuer Albanien / Unsplash.com

Shetland- und Orkney-Inseln Großbritannien: Schafe und Meer

So abgelegen die schottischen Shetlandinseln auch wirken, so gut sind sie erreichbar. Von der Hafenstadt Aberdeen bringt uns die Fährgesellschaft samt Wohnmobil mit nur einmal Umsteigen auf den Orkneys nach Mainland, das von den rund 100 Inseln und Inselchen die größte ist. Die Hauptstadt Lerwick ist schnell durchquert, dann geht es raus in die raue, baumlose Natur der Shetlandinseln. Um die nördlichste Insel, Unst, zu erkunden, brauchen wir erneut Fährunterstützung. Die Überfahrten sind kurz, und während der Wartezeit in den kleinen Häfen erblicken wir mit etwas Glück spielende Otterjunge im Wasser. Zurück auf Mainland, geht es gen Süden zur unbewohnten Insel St. Ninian, die wie ein Anhängsel der Hauptinsel wirkt, mit der sie durch einen Tombolo genannten, schmalen Dünenstreifen verbunden ist. Nach der ausgiebigen Tour über die Shetlandinseln steuern wir wieder den Hafen von Lerwick an, um die Fähre zurück zu den Orkneys zu nehmen. Die größte der etwa 70 Orkneyinseln heißt ebenfalls Mainland und hat genug Sehenswürdigkeiten für einen längeren Aufenthalt. Das Unesco-Welterbe Heart of Neolithic Orkney würdigt als Komplex mehrere Fundstücke auf der gesamten Inselgruppe, die älter als Stonehenge sind. Dazu gehören zum Beispiel die Stones of Stennes direkt am Ufer des gleichnamigen Loch of Stennes. Von der kleineren Hafenstadt Stromness lassen wir uns von unserem Fährkapitän zurück aufs schottische Festland bringen. Unterwegs blicken wir auf eine weitere prachtvolle Naturschönheit: die Felsnadel Old Man of Hoy. Der 137 Meter hohe Brandungspfeiler ist im 18. Jahrhundert durch Erosion entstanden und wird wohl irgendwann zusammenbrechen.

Route: Aberdeen – Lerwick – Yell – Unst – St. Ninian – Lerwick – Kirkwall/Orkney-Mainland – Hoy – Aberdeen (400 km)

Stellplätze: Levenwick Campsite, Burravoe Caravan Site (Lerwick), Stellplatz Braewick, Stellplatz Skeld, Camping Stromness

Wer zur Ruhe kommen möchte, dem empfiehlt sich ein Trip in die raue Natur der Shetland- und Orkey-Inseln am nördlichsten Ende Großbritanniens.

Foto von tfrdic / Pixabay.com

Der NATIONAL GEOGRAPHIC Traveler 4/2022 ist seit dem 26. August. im Handel erhältlich.

Foto von National Geographic

Dieser Artikel erschien in voller Länge im National Geographic Traveler 3/22. Verpassen Sie keine Ausgabe mehr: Sichern Sie sich die nächsten 2 Ausgaben zum Sonderpreis!

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