Reise und Abenteuer

9 Baumhäuser, in denen man übernachten kann

Dieser aufkeimende Hoteltrend hat Zweigstellen auf der ganzen Welt.

Von Austa Somvichian-Clausen
Maguire House der Free Spirit Spheres auf Vancouver Island, Kanada

Denkt ihr, Baumhäuser wären nur klapprige Konstrukte aus Bauholz, die Kindern in Hinterhöfen als kleine Festungen dienen? Falsch gedacht. Baumhaushotels sind ein schnell wachsender Trend, der es jedem ermöglicht, dem Alltäglichen mit einem neuen Blickwinkel auf die Natur zu entfliehen.

Diese Hotels werden nicht nur für ihr originelles Design gelobt, sondern legen im Vergleich zu herkömmlichen Hotels auch besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Für den Bau eines Baumhaushotels muss das Gelände rundherum nicht gerodet werden, und Hoteleigentümer (und Gäste) haben einen Anteil an der Gesundheit des Baumes, der ihre Unterkunft trägt. Dieser Umstand und das hautnahe Erleben der Natur während ihres Besuchs ermöglicht den Gästen eine einzigartige Verbindung mit der Natur, die sie umgibt.

Nachdem nun immer mehr Baumhaushotels aus dem Boden sprießen, kann die Auswahl überwältigend sein. Mit dieser Selektion an Baumquartieren auf der ganzen Welt kann man sich einen ersten Überblick verschaffen

Tranquil Resort in Kerala, Indien

Tranquil Resort: Kerala, Indien

Dieses 1,6 km² große Privatgrundstück liegt auf einer Kaffee- und Gewürzplantage im nördlichen Regenwald von Kerala. Auf dieser Fläche befinden sich nur sieben Räume und zwei Baumhäuser. Der Zugang erfolgt über Baumkronenpfade, und Tranquils Baumhäuser sind aus lokalem Kaffeebaumholz gefertigt. Von ihrer Position in einem Flammenbaum etwa 14 Meter über dem Boden hat man einen guten Blick auf die Plantage. Im Schlafzimmer können die Gäste den Baumstamm sehen, der durch die Decke wächst. Im ganzjährig geöffneten Pool des Resorts kann man sich erfrischen, oder man gönnt sich eine Ayurveda-Massage zur optimalen Entspannung. Auf dem Gelände befinden sich 13 Wanderwege durch die Plantage und die Gäste können sogar einen der Haushunde als Führer mitnehmen.

Spiegelwürfel im Baumhotel Harads, Schweden

Baumhotel: Harads, Schweden

Dieses schwedische Hotel 50 km südlichen des nördlichen Polarkreises wirkt wie eine Mischung aus „The Twilight Zone“ und einer Galerie für zeitgenössische Kunst. Jeder der sieben Räume im Baumhotel wurde von einem anderen schwedischen Architekten entworfen, um in jedem davon ein einzigartiges Besuchserlebnis zu schaffen. Einer der begehrtesten ist der Raum mit UFO-Thematik, ein anderer sieht passenderweise wie ein Vogelnest aus. Sogar die Badezimmer sind besonders mit ihren Verbrennungstoiletten, die den Inhalt bei etwa 600 °C verbrennen.

Das Gibbon Experience-Projekt in Huay Xai, Laos

Gibbon Experience-Projekt: Huay Xai, Laos

Die Gibbon Experience ist eines von Laos‘ berühmtesten Quartieren und beinhaltet ein Zwei- oder Dreitagesabenteuer in einigen der unberührtesten Baumkronen des Landes. Das schließt eine Reihe von Ziplines ein, die sich über das Grundstück spannen, sowie einige der höchstgelegenen Baumhäuser der Welt. Seit seinem Beginn 1996 hat es sich das Projekt zur Mission gemacht, die umgebenden Regenwälder vor Bedrohungen wie Wilderei, Abholzung und Brandrodung zu schützen. In den letzten Jahren haben sie zwei Aufforstungsprogramme betrieben – eine kommerzielle Farm, um für eine vernünftige Abholzungspraxis zu werben, und die Wiederaufforstung abgetragener Gebiete im Nam Kan Nationalpark.

Hapuku Lodge in Kaikoura, Neuseeland

Hapuku Lodge und Baumhäuser: Kaikoura, Neuseeland

Hapuku ist auf einer Wildzuchtfarm auf der Südinsel Neuseelands zu Hause, am Fuße des Gebirgszugs Seaward Kaikoura Range. Der Bau umfasst fünf Baumhäuser in den Kronen des Kanuka-Waldes, deren Design darauf abzielt, sich ergänzend in die natürliche Umgebung einzufügen. Hapuku ist ein Betrieb im Familienbesitz gebürtiger Neuseeländer, die ursprünglich wegen der guten Möglichkeiten für Landwirtschaft und zum Surfen dort hingezogen sind. Die Lodge fand ihren Beginn schließlich dank des wachsenden Öko-Meerestourismus in der Gegend und bietet Besuchern nun die Möglichkeit, in die schroffe Küste und blühende Meereslandschaft Kaikouras einzutauchen.

Airbnbs „Abgeschiedenes Stadtbaumhaus“ in Atlanta, Georgia

Airbnbs „Abgeschiedenes Stadtbaumhaus“: Georgia, USA

Dieses Baumhaus befindet sich nur einige Minuten vom Trubel des Stadtzentrums entfernt und wurde 2016 zu Airbnbs meistgewünschtem Eintrag weltweit gewählt. Die Immobilie wurde von Peter Bahouth entworfen und gebaut, dem früheren Greenpeace-Manager und aktuellem Manager des U. S. Climate Action Network. Sie besteht aus drei separaten Suiten, die durch Holzbrücken miteinander verbunden sind, welche mit Lichterketten geschmückt sind. Die Formen sind organisch, die Einrichtung im Vintage-Stil und das Baumhaus selbst wurde aus wiederverwerteten Materialien gebaut – inklusive 80 Jahre alter Fenster eines Freimaurertempels in South Carolina, die zu dieser außergewöhnlichen Erfahrung passen.

Maguire House der Free Spirit Spheres auf Vancouver Island, Kanada

Free Spirit Spheres: Vancouver Island, Kanada

Der Erfinder Tom Chudleigh hat, inspiriert vom Segelbootbau, diese handgefertigten hölzernen Kugeln geschaffen und dabei das Prinzip der Biomimikry angewendet – Innovationen, die nach beständigen und nachhaltigen Lösungen für menschliche Angelegenheiten suchen, wobei Strategien der Natur nachgeahmt werden. Die Kugeln hängen inmitten mehrerer Bäume, an die sie gebunden sind. Das sorgt für stabilen Halt, und da die Kugeln den Wald als Fundament benutzen, haben die Bewohner ein gesteigertes Interesse an der Gesundheit der Bäume und werden daran erinnert, dass auch die Menschen mit ihrem Ökosystem verbunden sind.

Finca Bellavista-Baumhaus-Community in Costa Rica

Finca Bellavista: Zona Sur, Costa Rica

Vor etwa einem Jahrzehnt stolperten Erica und Matt Hogan über ein Stück Land, das als potenzieller Holzerntebereich zum Verkauf stand. Der Anblick hat sie dazu bewegt, das Land vor der Abholzung zu retten und es in das heutige Finca Bellavista zu verwandeln. Aktuell umfasst die Gemeinde etwa 2,5 km² in der Südpazifikregion Costa Ricas, inklusive eines bergigen Regenwalds, zweier Wildwasserflüsse und Biogärten. Der komplette Bereich hat keinen Anschluss ans Stromnetz und wird vollständig mit Solarenergie betrieben. Die Baumhäuser – sowohl in Bäumen als auch auf Stelzen – ermöglichen Tieren, am Boden ungestört entlangzugehen, sowie den Anbau von Nahrungsmitteln direkt vor Ort. Über ein Netzwerk aus Ziplines und Plattformen können die Gäste den Regenwald auf aufregende und umweltfreundliche Weise erkunden.

Papaya Playa-Projekt in Tulum, Mexiko

Papaya Playa-Projekt: Tulum, Mexiko

Etwa 130 km südlich der Partyhauptstadt Cancun stößt man auf dieses luxuriöse, umweltfreundliche Resort in der Küstenstadt Tulum. Papaya Playa begann als klassisches Hotel, aber ihr neuster Zuwachs ist eine zweistöckige Baumhaus-Suite, die inmitten der Landschaft des üppigen mexikanischen Dschungels steht. Im Baumhausdesign wurde regionales Holz ebenso verwendet wie die traditionelle Bauart der Maya namens „Chukum“, bei der Baumharz genutzt wird, um das Innere von Gebäuden zu kühlen. In den letzten Jahren begann Papaya Playa seine Mission, bis 2018 eine emissions- und verschmutzungsfreie Community zu sein. Seitdem haben sie deshalb Solarenergie und Wasseraufbereitung eingeführt, Jobs lokal vergeben und Material aus der Gegend genutzt, um ihr Ziel zu erreichen.

Lion Sands Game Reserve im Kruger-Nationalpark, Südafrika

Lion Sands Game Reserve: Kruger-Nationalpark, Südafrika

Lion Sands bezeichnet seine Baumhäuser aus gutem Grund als die „ultimativen Busch-Schlafzimmer“ ­­­– die Besucher sind fast vollständig der weiten Wildnis direkt vor ihren Zimmern ausgesetzt. Hier kann man zum Sonnenuntergang ankommen, wo bereits ein Picknick auf einen wartet. Im Anschluss kann man sich die Sterne ansehen, während man den Geräuschen der Tiere lauscht, die man am nächsten Tag vielleicht entdecken kann. Auf der Liste stehen: Nilpferde, Leoparden, Hyänen, Impalas und viele mehr. Lion Sands bietet Pirschfahrten, Laufsafaris und Hubschrauberflüge über den Blyde River Canyon an. Das Reservat bringt Gäste auch in die Henna-Vorschule, damit sie sich selbst von der Arbeit überzeugen können, die hier für die örtlichen Gemeinden geleistet wird.

Das Gibbon Experience-Projekt in Laos ist vorübergehend geschlossen. Auf der Website kann man sich über weitere Neuigkeiten informieren.

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