Die Löwen der Serengeti

Löwen meint man zu kennen, als majestätische, meist aber auch recht träge Großkatzen. Tatsächlich ist ihr Sozialverhalten komplex, ihr Zusammenleben folgt strengen Hierarchien.

Von National Gegraphic

Entdecken Sie die Welt der Serengeti-Löwen und erleben Sie C-Boy, Hildur und ihre Rudel aus nächster Nähe! In 22 Kapiteln zeigt NATIONAL GEOGRAPHIC Ihnen, wie die majestätischen Tiere leben, spielen, jagen und vor allem überleben. Danach werden Sie Löwen mit anderen Augen sehen.

Eigentlich sind sie Einzelgänger. Ob Gepard, Tiger oder Puma – Großkatzen bleiben lieber für sich. Eine Art jedoch ist anders: Löwen. Komplexe Zusammenschlüsse und Allianzen bestimmen ihr Leben in der afrikanischen Steppe, nur im Schutz des Rudels können sie überleben. Allerdings droht ihnen von Seiten ihrer Artgenossen auch die größte Gefahr. In unberührter Natur sind die häufigste Todesursache der Löwen: andere Löwen.

Überlebensformel der Serengeti: dunkle Mähne und Verbündete

Ihr einzigartiges Sozialverhalten wird in einer der weltweit längsten Freilandstudien an einer Tierart untersucht, dem "Serengeti Lion Project“. 1966 wurde es von dem deutschstämmigen George Schaller ins Leben gerufen, heute leitet es der amerikanische Ökologe Craig Packer. Diese Kontinuität ermöglicht es dem Forscherteam, das Verhalten der Löwen genau zu untersuchen. So fanden sie heraus, dass männliche Löwen leichter die Kontrolle über ein Rudel übernehmen können, wenn sie Koalitionen bilden. Auch ihre Jungen überleben dann länger. Das Nachsehen haben die schwächeren Männchen und deren Nachkommen. Verlieren sie ihre Weibchen, bleibt ihnen nur der Rückzug. Die Jungen werden getötet. Das Fazit der Forscher: Wer in der Steppe Erfolg haben will, sollte eine möglichst dunkle Mähne haben, zwei bis drei starke Partner finden und mit ihnen gemeinsam mindestens zwei Rudel kontrollieren.

Der Löwe „C-Boy“ ist den Wissenschaftlern besonders ans Herz gewachsen. Das Männchen kontrollierte mit seinem Partner „Hildur“ zwei Rudel und zeugte zahlreiche Nachkommen. Doch die Machtverhältnisse in der Serengeti ändern sich schnell: Vier junge, kraftstrotzende Löwen – von den Forschern die „Killer“ genannt – machten den beiden Revier und Weibchen streitig. „C-Boy“, „Hildur“ und die „Killer“ stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Wildlife-Fotografen Michael „Nick“ Nichols von National Geographic und des Filmemachers Nathan Williamson. Die zwei Amerikaner dokumentierten das Leben der Löwen aus nächster Nähe: bei der Paarung, auf der Jagd, beim Hungern in der Trockenzeit, an Regentagen und in Gewitternächten.

Erfahren Sie mehr über die Filme von Craig Packer, dem Leiter des Projektes:

https://www.youtube.com/embed/zobZd8Mp3sk

Großkatzen in Not: Hier können Sie helfen!

Von den Schneeleoparden im Himalaja bis zu den Löwen der Serengeti reicht das Spektrum der bedrohten Arten. Zahlreiche Organisationen und Initiativen wollen sie retten und rufen zur Unterstützung auf – durch Spenden oder durch den persönlichen Einsatz bei Schutzprojekten:

- Die National Geographic Society hat die Big Cats Initiative gegründet; aktive Mithilfe ist erwünscht (causeanuprour.org)
- Viele hervorragende Wissenschaftler arbeiten für die Organisation Panthera mit Sitz in New York (panthera.org)
- In Deutschland setzt sich vor allem der WWF für den Schutz der Tiger ein (wwf.de/themen/kampagnen)

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