Diese Bilder geben Einblicke in die Welt der Schmuggelware

Eine Fotografin nutzt eine kunstvolle Aufmachung, um auf die Nachfrage nach Wildtierprodukten aufmerksam zu machen.Dienstag, 7. November 2017

Von Alexa Keefe
Bilder Von Britta Jaschinski

Ein Paar Hocker aus Elefantenfüßen. Ein Mantel mit passenden Schuhen, einem Hut und einer Handtasche aus den Fellen von 20 Leoparden. Kisten voller Tüten mit getrockneten Seepferdchen. Britta Jaschinski fotografiert solche Gegenstände, die an Flughäfen und bei Grenzkontrollen beschlagnahmt wurden. Sie will verstehen, welcher Teil der menschlichen Psyche die Nachfrage an Produkten aus Wildtieren antreibt, obwohl diese Objekte Leid verursachen und die Tiere in manchen Fällen an den Rand der Ausrottung treiben.

„Das momentane Problem ist: Je seltener eine Art ist, desto wertvoller ist sie tot“, sagt sie. „Die Leute wollen das letzte Nashorn, weil es so viel mehr wert ist. Wenn ich keine Fotos machen könnte, würde ich einen anderen Weg finden, um diese Geschichte zu erzählen. Die Mission steht an vorderster Stelle. Ich versuche, den Tieren eine Stimme zu geben, die sonst nicht gehört werden.“

Jaschinski präsentiert diese Objekte bewusst auf eine künstlerische Art und Weise. Aber ihr eigentliches Ziel ist es, die dunkle Seite der menschlichen Interaktionen mit der Natur so zu vermitteln, dass uns bewusst wird, was wir verlieren könnten. „Die Öffentlichkeit gewöhnt sich schon an Bilder von Elfenbeinverbrennungen. Wir brauchen einen weiteren Weckruf“, sagt sie.

Töten oder getötet werden – diese Art des Umgangs mit der Natur gehört eigentlich der Vergangenheit an. Aber Jaschinski vermutet, dass dieser Urinstinkt noch da ist und sich durch Trophäenjagd und traditionelle Medizin ausdrückt. In etlichen Teilen der Welt ist die Vorstellung noch verbreitet, dass der Verzehr von Tierteilen Menschen mit der Stärke und Lebenskraft dieser Lebewesen ausstattet. „Ich glaube, Menschen haben ein primitives Bedürfnis, zu dominieren“, sagt sie. „Als wir noch in Stämmen lebten, ging es ums Überleben. Da ist bei der menschlichen Evolution etwas schiefgelaufen.“

Jaschinski hat die Objekte vor einem handgemalten Hintergrund fotografiert, den sie in die Hinterzimmer des Londoner Flughafens Heathrow und des National Wildlife Property Repository in Colorado mitgenommen hat, wo etwa 1,5 Millionen Gegenstände lagern. Anstatt sie zu zerstören, werden sie zu pädagogischen und Forschungszwecken aufbewahrt – und im Falle von Jaschinskis Projekt, um eine eindrückliche Botschaft zu übermitteln.

„Wo auch immer ich hinkam, hatte ich das Gefühl, dass die Sicherheitsbeamten sehr viel Respekt vor diesen Gegenständen hatten“, sagt sie. „Es ist sehr zeitaufwändig für sie, sie aus dem Regal zu holen und auszupacken. Jedes Mal hörte ich: ‚Wir sind so froh, dass Sie hier sind.‘“

Jaschinski arbeitet momentan zusammen mit 20 anderen Wildtierfotografen an einem Buch. Mit von der Partie sind auch die National Geographic-Fotografen Charlie Hamilton James, Klaus Nigge, Michael „Nick“ Nichols, Brian Skerry und Brent Stirton. Sie hoffen, mit der Publikation ein größeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und dabei zu helfen, der Nachfrage nach Wildtierprodukten ein Ende zu setzen.

„Wenn jeder Fotograf nur ein paar Bilder beisteuert, dann haben wir getan, was wir tun mussten“, sagt Jaschinski. „Lasst eure Herzen sprechen.“

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