Eingetaucht: Newcomer Unterwasserfotografie

Bunte Korallen oder heimische Hechte: Unter der Wasseroberfläche kann man unsere Erde neu entdecken. Wir haben unsere Community gefragt: Wer sind die spannendsten Newcomer-Fotograf*innen im deutschsprachigen Raum? Drei von ihnen stellen wir hier vor.

Hechte sind die vermutlich am meisten fotografierten Fische deutscher Seen. „Mit ein wenig Geduld und Ruhe kann man ihnen sehr nah kommen und sie im richtigen Moment ablichten”, sagt Jan Leya.

Bild Jan Leya
Veröffentlicht am 9. Dez. 2021, 11:53 MEZ, Aktualisiert am 9. Dez. 2021, 13:55 MEZ

Am Anfang war erst mal: nichts. Als der Brite William Thompson 1856 versuchte, das weltweit erste Unterwasserbild zu fotografieren, war das Ergebnis ein merkwürdiges Schwarz-Weiß-Kunstwerk, ähnlich einem vollkommen verschwommenen Aquarell-Gemälde. Aber auch wenn man nichts erkennen konnte, ging Thompson mit seinem missglückten Versuch in die Geschichte der Fotografie ein.

Es vergingen fast 40 Jahre, bis es zum ersten erkennbaren Bild kam. Das Motiv dieses legendären Fotos ist ein Taucher in Frankreich – aufgenommen vom französischen Zoologen Louis Boutan. 1893 nahm er diese weltweit erste Unterwasserfotografie mit einem Magnesiumpulverblitz auf, seine Ausrüstung war größer als ein Weinfass. Bis heute ist sein Name in dieser Disziplin wichtig: So heißt einer der größten Unterwasser-Fotowettbewerbe – veranstaltet vom Verband Deutscher Sporttaucher – „Kamera Louis Boutan“.

Anders als damals sind Unterwasserbilder heute meistens bunt und gestochen scharf: Sie zeigen Korallenriffe und die herrliche Vielfalt der faszinierenden Tierwelt unter der Wasseroberfläche. Dass manchmal auch nach wie vor die Schwarz-Weiß-Fotografie seinen Reiz hat, zeigen einige der folgenden Bilder.

Kira Izabela Kremer

Kira Izabela Kremer ist nicht nur leidenschaftliche Taucherin, sie studiert die Meere auch, wenn sie an Land ist: An der Uni Bremen macht die 25-Jährige aktuell ihren Master in Meeresbiologie. Auf ihrem Instagram-Account kann man deshalb auch so einiges über die Unterwasserwelt lernen. Dass Tintenfische ihre Farbe je nach Stimmung wechseln, zum Beispiel.

Seit zwei Jahren fotografiert sie Unterwasser beim Tauchen, den Anfang machte sie, als sie an einer Tauchbasis arbeitete. Im Februar 2019 kaufte sie ihre erste eigene Kamera. „Es macht einfach unglaublich viel Spaß, sich selbst Unterwasser herauszufordern. Ich will Nicht-Tauchern die Unterwasserwelt näher bringen“, sagt sie. Kira Kremer lebt in Rostock.

Gillian Shark

Menschen einen Zugang zu einer Welt schaffen, in die sie sonst nicht eintauchen können – das interessiert die Schweizerin Gillian, 26, an der Unterwasserfotografie. Seit rund fünf Jahren fotografiert sie im Meer und dort am liebsten Haie. Deshalb auch ihr Künstlername: Gillian Shark. „Mein Ziel ist es, Haie auf ästhetisch schöne Weise darzustellen und so die Wahrnehmung dieser Tiere durch die Menschen zu verändern“, sagt sie. Denn Haie würden von den meisten Menschen völlig missverstanden. 

Mit 12 Jahren hat sie einen Tauchschein gemacht und ist das erste Mal einem Hai begegnet. Die studierte Grundschullehrerin schließt aktuell ihren Master in Betriebswirtschaft an der University of Technology in Sydney ab. Sie lebt in Zürich.

Jan Leya

Hauptberuflich kämpft Jan Leya, 31, gegen Feuer. In seiner Freizeit ist der Feuerwehrbeamte und Notfallsanitäter am liebsten unter Wasser: Seit rund zwei Jahren taucht er und das, wenn irgendwie möglich, immer mit Kamera. Ob in den heimischen Gewässern rund um und in Bremen oder in Ägypten. Was mit einer GoPro als Hobby am Roten Meer anfing, hat er in Norddeutschland intensiviert. Sein Portfolio bietet nicht nur Meeresschildkröten und Tintenfische, sondern auch viele Süßwasserfische. 

Ein bisschen sollen seine Fotos zum Nachdenken anregen, sagt er. Als er erstmals einem Hai im freien Ozean begegnete, hatte dieser einen Angelhaken im Maul: „Auch in Deutschland sehe ich immer wieder Hechte mit starken Verletzungen durch Haken“, sagt Leya. Das Verhalten der Menschen gegenüber den Wasserbewohnern sei oft respektlos und grausam. „Ich hoffe, das Bilder helfen können, das wenigstens etwas zu verbessern.“

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