Atlantic Canada: 12 Dinge für die To-do-Liste

Die vier einzigartigen Provinzen der kanadischen Ostküste überzeugen mit ungezähmter Natur, großartigen Stränden und Städten mit Herz und Charakter.

Von Lola Augustine Brown
Sonnenuntergang über dem Cavendish Beach im Prince-Edward-Island-Nationalpark.
Sonnenuntergang über dem Cavendish Beach im Prince-Edward-Island-Nationalpark.
Foto von Tourism Prince Edward Island

Von den rauschenden Strömungen der höchsten Gezeitenwellen der Welt bis zu ruhigen roten Sandstränden und köstlichen Meeresfrüchten bieten die vier Provinzen von Atlantic Canada – New Brunswick, Neufundland und Labrador, Nova Scotia und Prince Edward Island – Besuchern eine große Vielfalt an Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten. Mit diesen zwölf unvergesslichen Erfahrungen nehmen Reisende das Beste aus allen vier Welten mit.

NEW BRUNSWICK

Wale beobachten in der Bay of Fundy

Bei Ebbe und Flut steigt und fällt der Meeresspiegel in der Bay of Fundy um ganze 15 Meter – der größte Gezeitenunterschied der Welt. Das dynamische Wasser sorgt im Sommer für einen nährstoffreichen Futterplatz, an dem sich bis zu zwölf Arten von Walen tummeln. Auf einem umgebauten Fischerboot oder einem Zodiac können Besucher den sanften Meeresriesen einen Besuch abstatten. Womöglich durchbricht ein majestätischer Buckelwal die Wasseroberfläche, eine Gruppe bedrohter Atlantischer Nordkaper beäugt die Boote neugierig oder Zwergwale und Finnwale schwimmen im Kielwasser mit. Sogar Weißschnauzendelfine können Walbeobachter mit etwas Glück erspähen. Die kleine Art kommt ausschließlich im Nordatlantik vor. Die malerische Küstenstadt St. Andrews bietet sich ideal als Ausgangspunkt für eine Zodiac-Tour mit Fundy Tide Runners oder eine Segeltour auf dem historischen Großsegler Jolly Breeze an.

Besuch in Saint John

Die dynamische Stadt an der Bay of Fundy hat sich zu einem kulturellen Zentrum entwickelt, in dem im Sommer diverse Festivals stattfinden. Tagsüber bietet sich ein Besuch auf dem historischen Saint John City Market und in den kleinen Boutiquen, Galerien und Cafés an. Den perfekten Auftakt für den Abend liefert ein Essen im Port City Royal, das innovative Gerichte mit lokalen Zutaten und großartige Cocktails serviert. In der Loyalist Brewing Company können Gäste Craft-Biere verkosten und den Abend dann in der gemütlichen kleinen Hopscotch Whisky Bar ausklingen lassen, die sich auf drei Stockwerken in einem historischen Backsteinbau befindet. Einen wirklich außergewöhnlichen Anblick bietet das Phänomen der Reversing Falls: Dort, wo der Saint John River in die Bay of Fundy fließt, kehrt sich die Fließrichtung des Flusses mit dem Gezeitenwechsel um. Am besten können Besucher das Schauspiel vom SKYWALK aus beobachten, einer Plattform aus Glas und Stahl, die über dem Wasser hängt.

BELIEBT

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    Der historische Saint John City Market ist der älteste durchgängig betrieben Bauernmarkt in ganz Kanada.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism
    Ein den Brauereien von Saint John können Gäste die lokalen Craft-Biere verkosten.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism

    Wanderung auf den Mount Carleton

    Inmitten der 17.000 Hektar akadischen Waldes in der Wildnis des Mount Carleton Provincial Park befindet sich dessen namensgebender Berg. Mit 820 Metern ist es der höchste Gipfel der Provinz und belohnt ausdauernde Wanderer nach etwa 760 Höhenmetern mit einer Aussicht auf Millionen von Bäumen. Die Region ist Teil der Appalachen und beheimatet mehr als 30 Säugetierarten und 100 Vogelarten. Darüber hinaus gedeiht dort eine vielfältige Flora mit seltenen Arten wie der Rauschbeere. Die Royal Astronomical Society of Canada deklarierte den Park als Dark Sky Preserve, also eine Region mit besonders geringer Lichtverschmutzung. Eine Übernachtung unter dem Himmelszelt lässt daher das Herz jedes Sterneguckers höherschlagen. Besucher können ihr Zelt auf einem der drei Campingplätze des Parks oder in den designierten Campingbereichen in der Wildnis aufschlagen. Alternativ stehen Holzhütten direkt an einem Seeufer zur Verfügung.

    NEUFUNDLAND UND LABRADOR

    Die majestätischen Landschaften von Gros Morne

    Für Wanderer ist der Gros-Morne-Nationalpark, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde, ein wahres Wunderland. Die Tablelands sind eine geografisch einzigartige Landschaft: Dort können Besucher direkt auf dem Erdmantel gehen und stehen, der für gewöhnlich kilometerweit unter der Erdkruste verborgen liegt. Die Aussicht von den abgeflachten Gipfeln der Tablelands-Berge ist der Lohn für eine anspruchsvolle Wanderung. Alternativ können sich Besucher die schwer zugängliche Landschaft von einem Boot aus auf dem Trout River Pond ansehen. Ob zu Fuß oder auf dem Wasser – der gesamte Park weiß zu verzaubern, ob mit glasklaren Seen, Bergen, lokaler Kultur oder tiefen, unberührten Wäldern, in denen Elche und andere Wildtiere umherstreifen.

    Stadt zum Verlieben: St. John’s

    Von den bunt gestrichenen Häusern der Jellybean Road bis zum Ausblick vom Signal Hill aus (Besucher sollten nach Eisbergen und Buckelwalen Ausschau halten), von der lebhaften Live-Musik in den Pubs auf der George Street bis zur idyllischen kleinen Fischergemeinde Quidi Vidi: St. John’s ist eine Stadt zum Verlieben. Sie ist nicht nur die größte Stadt der Provinz Neufundland und Labrador, sondern auch eine der ältesten Hafenstädte Nordamerikas. Die Einheimischen heißen Gäste freundlich willkommen und führen sie nur zu gern in die kulturelle und kulinarische Szene ihrer Heimatstadt ein (das preisgekrönte Restaurant Raymond’s ist mit seinen abenteuerlichen Wild- und Meeresfrüchtegerichten ein guter Anfang). Kurz hinter den Stadtgrenzen finden Besucher unberührte Naturreservate, Leuchttürme und idyllische kleine Städte entlang der Küste.

    Besonders erwähnenswert ist dabei das Cape Spear Lighthouse. Der Leuchtturm, in dem sich heutzutage ein Museum befindet, wurde am östlichsten Punkt Nordamerikas erbaut und ist der älteste noch erhaltene Leuchtturm der Provinz.

    Fossilien-Spaziergang

    Freunde der Archäologie haben in Neufundland und Labrador die Option auf ein ganz besonderes Erlebnis: Dort befindet sich eine der ältesten, größten und reichsten Fossilfundstätten der Erde. Die über 500 Millionen Jahre alten versteinerten Lebensformen des Mistaken Point Ecological Reserve – einer UNESCO-Welterbestätte – wurden durch die Erosion an den Küstensteilhängen freigelegt. Das Schutzgebiet ist nur über geführte Touren oder mit einer besonderen Genehmigung zugänglich, aber ein Besuch ist den Aufwand in jedem Fall wert.

    Im Mistaken Point Ecological Reserve können Besucher zahlreiche Fossilien entdecken. Es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem man eine solche Bandbreite an 570 Millionen Jahre alten, exquisit erhaltenen Fossilien sehen kann.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism
    Von Frühling bis Frühsommer treiben gewaltige Eisberge vor der Küste Neufundlands im Meer. Dieser wurde in der Western Bay in der Nähe von St. John’s fotografiert.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism

    NOVA SCOTIA

    Wildniswanderung auf Cape Breton Island

    Auf einer Tour durch den Cape-Breton-Highlands-Nationalpark können Besucher die schönsten Seiten dieses idyllischen Fleckchens Erde kennenlernen. Zu den großen Highlights des Parks gehört auch der weltberühmte Cabot Trail, an dem zerklüftete Berge auf das Meer treffen, wilde Elche durch die Landschaft streifen und atemberaubende Ausblicke warten. Auch bei einer zwei- bis dreistündigen Wanderung auf dem Rundweg Skyline Trail an der dramatischen Küstenlinie mangelt es nicht an überwältigenden Meerespanoramen. Darüber hinaus hat der Park noch eine Reihe anderer Wanderwege zu bieten, die keine Wünsche offenlassen. In einem oTENTik – einer Mischung aus Zelt und Hütte, die man bei Parks Canada buchen kann – am Ingonish Beach können Besucher auf dem weißen Sand sitzen und zum Klang der Wellen die spektakulären Sonnenuntergänge beobachten.

    Hummer und Wein aus Nova Scotia

    Wenn sich die Gelegenheit ergibt, sollten Reisende Wein aus Nova Scotia zu ihrer Mahlzeit bestellen und dabei auf die Bezeichnung „Tidal Bay“ achten – ein leichter, lieblicher Weißwein, der auf der ganzen Welt Herzen und Auszeichnungen gewinnt. Viele Weingüter im Annapolis Valley verfügen über Verkostungsräume mit großartigem Ausblick, beispielsweise direkt an der Bay of Fundy. Hummer ist auf den Speisekarten allgegenwärtig, was aber keinesfalls Eintönigkeit bedeutet: In den Pubs wird Hummer-Poutine (Pommes Frites mit Käsebruch und Bratensauce) serviert – ein regionaler Klassiker und ein echtes Muss für jeden Besucher. Im Hall’s Harbour Lobster Pound wählen Gäste ihren Hummer für das Abendessen direkt aus einem Aquarium aus. Dieser wird dann frisch zubereitet und mit geschmolzener Butter und Brötchen serviert. Alternativ können Besucher zusammen mit Hummerfischern auf die Jag nach den Krustentieren gehen und sie im Anschluss am Strand im Topf kochen.

    Abenteuer in der Bay of Fundy

    Auf der Nova-Scotia-Seite der Bay of Fundy mangelt es nicht an Gelegenheiten für ein Abenteuer. Mit „Shubenacadie Tidal Bore Adventures“ geht es auf einem Zodiac hinaus auf die See. Wenn das rauschende Wasser der höchsten Gezeitenwellen der Welt auf die Mündung des Shubenacadie River trifft, ist Festhalten angesagt, denn die Wildwasserströmungen sorgen für eine wilde Fahrt. Auf dem sechs Kilometer langen Wanderweg nach Cape Split bietet sich Besuchern eine spektakuläre Sicht auf die zerklüftete Küste der Bay of Fundy. Im Burntcoat Head Park gibt es hingegen die Möglichkeit, an den roten Klippen und Felsformationen entlang direkt auf dem Meeresboden zu wandern.

    Der acht Kilometer lange Skyline Loop Trail bietet Wanderern einen atemberaubenden Blick auf die Küste.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism

    PRINCE EDWARD ISLAND

    Nationalpark mit literarischem Erbe

    An den Küsten des Prince-Edward-Island-Nationalpark verschmelzen dramatische rote Klippen und feiner roter Sand am Rande der windgepeitschten Dünen miteinander. Dank der sanften Wellen eignet sich der Strand ideal zum Schwimmen und Paddeln. Auch jenseits des Küstenstreifens ist der Park ein Paradies für Vogelbeobachter. Neben einer vielfältigen Fauna können Besucher im Park diverse Wahrzeichen entdecken, beispielsweise die Farm Green Gables, die Lucy Maud Montgomery zu ihrem 1908 veröffentlichten Roman über das temperamentvolle Waisenmädchen Anne Shirley inspirierte. Auch das historische Hotel Dalvay by the Sea ist einen Besuch wert. Dort schauten Prince William und Herzogin Kate auf ihrer Hochzeitsreise durch Kanada vorbei.

    Die besten Meeresfrüchte

    Die Gastronomie-Szene auf Prince Edward Island legt einen starken Fokus auf die hochwertigen lokalen Zutaten aus dem nährstoffreichen Wasser und dem fruchtbaren roten Boden. Die Insel ist besonders für ihre Austern berühmt. Mit der Oyster Lover’s Experience können Besucher mit Fischern auf Austernfang gehen und im Anschluss nach Herzenslust so viele der Muscheln schlürfen, wie sie möchten (oder können). Für echte Meeresfrüchte-Fans bietet sich ein Besuch im September an, wenn das PEI International Shellfish Festival stattfindet. Köstliche Meeresfrüchte gibt es zwar an jeder Ecke der Insel, aber Gallant’s Shellfish and Seafood ist unter den lokalen Köchen ein echter Favorit.

    Exquisite Meeresfrüchte-Gerichte und typisch akadische Musik bilden auf Prince Edward Island ein wundervolles Gespann.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism
    In den zahlreichen Restaurants auf Prince Edward Island können Gäste einige der besten Austern der Welt essen.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism

    Zu Fuß und auf dem Rad über die Insel

    Prince Edward Island verfügt über ein weitläufiges Netzwerk aus Wanderwegen, die sich ideal für entspanntes Wandern und Radfahren eignen (die ganze Insel ist ziemlich flach). Die Islands Trails führen durch hübsche Dörfer, an dramatischen Klippen entlang, vorbei an spektakulären roten Sandstränden und durch die Wälder Akadiens. Besucher können sich auf der ganzen Insel Fahrräder leihen oder sich einer organisierten Fahrt eines Veranstalters wie der Red Rock Adventure Company (an der Nordostküste der Insel) anschließen, die auch Fahrräder zur Verfügung stellt. Dabei geht es dann vom Hummerfischerdorf Naufrage Harbour bis zum Cow River Beach. Unterwegs zeigt der Tour-Guide den Teilnehmern die verschiedenen Vogelarten und klärt über die Geschichte der Region auf.

    Sonnenuntergang über Cavendish Beach auf Prince Edward Island.
    Courtesy Atlantic Canada Tourism

    Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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