Reise und Abenteuer

10 Dinge, die man in Japan unternehmen sollte

Thursday, November 9

Von National Geographic
Der Kinkaku-ji-Tempel (Goldener Pavillon) ist eine Welterbestätte und eine der bekanntesten Attraktionen Kyōtos.

DIE HISTORISCHEN STÄTTEN VON KYOTO BESUCHEN

Als Hauptstadt Japans in den Jahren 794 bis 1868 ist Kyōto voll von Zeugnissen seiner reichen Geschichte. Das symbolkräftigste Monument der herrschaftlichen Vergangenheit der Stadt ist der überbordend mit Gold verzierte Kinkaku-ji, einst Alterssitz eines Shōguns und heute ein zen-buddhistischer Tempel. Der Kinkaku-ji ragt aus einem klaren Teich hervor und spiegelt sich goldglänzend im Wasser. Die nicht ganz so protzigen Sehenswürdigkeiten von Kyōto sind keineswegs weniger faszinierend. Eindrucksvoll ist zum Beispiel der minimalistische und rätselhafte trockene Landschaftsgarten des Ryōan-ji. Insgesamt gibt es in Kyōto 17 Welterbestätten (einschließlich Kinkaku-ji und Ryōan-ji), die jedoch nur einen Teil der reizvollen Geschichtszeugen Kyōtos ausmachen. Über die gesamte Stadt verteilt gibt es 2.000 Tempel und Schreine und unzählige Gärten.

IN EINEM TEMPEL ÜBERNACHTEN

Kōya-san ist ein Ziel für Pilger, seit der Mönch Kōbō Daishi hier im neunten Jahrhundert zwischen den alten Zedern auf den Berghängen die Shingon-Buddhismuslehre begründete. Zu den Höhepunkten eines Besuchs gehört die Möglichkeit, eine Nacht gemeinsam mit den Mönchen in einem der Kōya-san-Tempel auf dem Berg zu verbringen. Ein weiteres Muss ist eine Wanderung über den unheimlichen, fast urzeitlichen Okunoin-Friedhof und zu den vielen kleinen Tempeln, die zu Ehren Daishis errichtet wurden. Ekō-in ist einer von fast 50 Orten, die für Gäste zugänglich sind, und bietet die typische Kōya-san-Umgebung – einen spartanisch eingerichteten, ruhigen Raum mit Tatamimatten, ein vegetarisches Mehrgängemenü, das exquisit auf lackiertem Geschirr serviert wird, und die Möglichkeit, am frühen Morgen den Gebeten der Mönche und Pilger beizuwohnen.

DIE GALERIEN AUF DER „KUNSTINSEL“ BESUCHEN

Mit drei großen Galerien und vielen kleineren Kunststätten ist das malerische Naoshima im Seto-Binnenmeer ein herausragender Ort der japanischen Gegenwartskunst. Die beste Galerie ist das von Tadao Andō entworfene Benesse-Haus, ein elegantes Hotel mit Ausstellungsräumen, das Arbeiten von Künstlern wie David Hockney, Bruce Nauman und Frank Stella beherbergt. Kunst gibt es in Naoshima jedoch nicht nur an konventionellen Orten. Neunzehn schrille Outdoor-Installationen sind über die Benesse-Strandpromenade verteilt. Im entspannten Fischerdorf Honmura wurden mehrere alte Holzhäuser in permanente Kunstinstallationen verwandelt. Selbst die öffentlichen Bäder der Insel unter der Marke „I Love Yu“ wurden im Pop-Art-Stil umgestaltet. Naoshima wird nicht ohne Grund als „Kunstinsel“ bezeichnet.

IN NISEKO SKIFAHREN

Der kleine Ski-Ort Niseko in Hokkaidō überzeugt mit dem feinsten Pulverschnee des Landes und drei großen Skigebieten: Niseko Higashiyama, Niseko Annupuri und Niseko Grand Hirafu/Hanazono. Jenseits der Skigebiete locken bester Tiefschnee und viele Möglichkeiten zum Eisklettern, Telemark-Skilaufen und Boarden durch unberührten Schnee. Auch im Sommer ist die Gegend attraktiv, wenn statt der Winteraktivitäten sommerliche Vergnügungen wie Wildwasserfahren, Mountainbiking und Kajakfahren angesagt sind. Außerdem hat Niseko auch eine ganzjährige Attraktion: mineralreiche heiße Quellen, die alle Schmerzen und Wehwehchen eines langen Pistentages wohltuend lindern.

TRADITIONELLE GASTFREUNDLICHKEIT ERLEBEN

Der sanfte Duft von Tatamimatten, die zurückhaltende Eleganz der Innenausstattung, der tadellose Service, die Außenbäder mit heißem Quellwasser, das Mehrgängemenü mit lokalen Zutaten der Saison, die beruhigende Stille – alle diese Besonderheiten machen eine Übernachtung in einem traditionellen japanischen Hotel, einem Ryokan, zu einer unvergesslichen Erfahrung. Unvergesslich, aber nicht gerade billig. Die Preise für Zimmer und Mahlzeiten liegen bei bis zu 100.000 Yen pro Nacht. Doch zum Glück gibt es in Japan Unterkünfte für jedes Budget. Die kleineren und weniger förmlichen Minshuku (Familienpensionen) bieten ähnlich traditionelle, aber weniger luxuriöse Erlebnisse, und ihre Preise liegen normalerweise unter 10.000 Yen pro Übernachtung.

IN EINER NATÜRLICHEN THERMALQUELLE BADEN

Es ist durch und durch japanisch, sich nackt mit Fremden in das Wasser einer heißen Quelle zu setzen. Japaner nutzen kommunale „Onsen“, natürliche heiße Quellen, seit Jahrhunderten zur Entspannung und Heilung – die früheste Erwähnung Badender in Dogo, Shikoku, reicht 1.300 Jahre zurück. Dogo ist bis heute eines der bekanntesten Onsen-Gebiete des Landes. Das große, dreistöckige Dogo Onsen Honkan im Zentrum des Gebiets ist eine architektonische Perle aus dem 19. Jahrhundert mit einem separaten Bad für die kaiserliche Familie, das heute allerdings nicht mehr genutzt wird. Für ein gutes Bad in einer Quelle müssen Touristen aber nicht nach Dogo reisen. Es gibt Tausende öffentlicher Bäder und Ryokan mit Onsen im ganzen Land, in denen man dieser landestypischen Tradition frönen kann.

DEN ALTEN OSTEN VON TOKIO ENTDECKEN

Sensō-ji, ein buddhistischer Tempel in Asakusa, ist inzwischen ein reiner Touristenort in Tokio. Wenn man jedoch in beliebiger Richtung ein paar Blocks weitergeht und die Touristenscharen hinter sich lässt, gelangt man in einen Teil der Metropole, der sich bis heute weitestgehend seinen Vorkriegszustand als führender Vergnügungsbezirk der Stadt bewahrt hat. Besonders typisch hierfür ist der kleine Vergnügungspark Hanayashiki. Hier gibt es viele historische Fahrgeschäfte, darunter die erste (und wohl gemächlichste) Achterbahn des Landes. Ganz in der Nähe befindet sich Rokku Broadway, wo traditionsreiche Theater wie die Engei Hall Programme voller Slapstick und traditioneller komödiantischer Erzählkunst anbieten. Wie zu erwarten gibt es in diesem Viertel auch viele Bars. Empfehlenswert ist unter anderem die Kamiya Bar, deren ortstypisches Spezialgetränk, eine verspielte Mischung aus Brandy, Gin und Curaçao, den passenden Namen Denki Bran (Elektrisches Feuer) trägt. Erstmals gemixt wurde es hier in den 1880er Jahren.

IN DEN NORDALPEN WANDERN

Die atemberaubenden Gipfel der japanischen Nordalpen gelten als das beliebteste Wandergebiet des Landes. Von der Kleinstadt Kamikōchi, die als das Tor zum Gebiet gilt, können Besucher zwischen einfachen Tagesausflügen und mehrtägigen Abenteuern wählen, die selbst trainierte Wanderer vor Herausforderungen stellen. Im Hochsommer sind die beliebtesten Wege manchmal mit Wochenendwanderern überlaufen. Wer jedoch an einem Wochentag anreist oder auf den Herbst wartet, erlebt die 3.000 Meter hohen zerklüfteten Gipfel und unberührten Wälder der Nordalpen in ihrer ganzen Natürlichkeit und ohne störende Menschenmassen.

DAS FRIEDENSMUSEUM HIROSHIMA BESICHTIGEN

Das Friedensmuseum Hiroshima ist den Opfern des Atombombenabwurfs vom 6. August 1945 gewidmet. Es ist ein ergreifendes und bewegendes Monument des Horrors nuklearer Waffen. Die „Atombombenkuppel“ im Friedenspark Hiroshima ist eines der wenigen Gebäude im Zentrum Hiroshimas, von denen nach der Explosion noch Reste übrig waren. Das Kuppelskelett symbolisiert anschaulich die Zerstörungskraft, die über diese Stadt hereingebrochen ist. Auch andere Teile des Parks beschwören schlimme Erinnerungen – besonders das Kinder-Friedensdenkmal. Es wurde zur Erinnerung an die vielen Kinder errichtet, die infolge des radioaktiven Niederschlags an Leukämie erkrankten, und ist immer mit Origami-Kranichen geschmückt, die von Kindern aus ganz Japan eingesendet werden.

DIE „B-KLASSE-CUISINE“ PROBIEREN

Japan ist bekannt für seine feine Küche mit Sushi, Tempura und Kaiseki. Aber auch die kulinarisch weniger anspruchsvollen Gerichte („B-Klasse-Cuisine“, wie die Japaner selbst sagen) lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die B-Klasse hat einen eigenen Champion: die Ramen-Nudeln. Sie sind praktisch immer und überall verfügbar, äußerst sättigend und eine Art nationaler Obsession – einige Lokale werden so verehrt, dass Menschen stundenlang in Schlangen anstehen, um wenige Minuten ekstatisches Schlürfen zu genießen. Natürlich gibt es auch in Japan Ausnahmen von der allgemein guten Qualität. Einige Angebote wie Automaten-Hotdogs oder Sandwiches mit gebratenen Nudeln in Supermärkten sollten vielleicht eher das Etikett „Z-Klasse“ erhalten.

Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 20. September 2011

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