Reise und Abenteuer

Afrikas Süden

In grandiose Canyons blicken, Pinguine beobachten, auf Wasser-Safari über den Okawango schippern: Kaum irgendwo ist man der Natur so nahe wie in Namibia, Südafrika und Botswana.

Von Christian Heeb/Laif, Hemispheres/Laif
Afrikas Süden
Ein Ausritt zum Fish River führt an den Steinhäusern der Canyon Lodge vorbei.

Ein Ausritt zum Fish River führt an den Steinhäusern der Canyon Lodge vorbei.

Namibia von oben wirkt bisweilen wie eine schroffe, feindliche Welt – etwa, wenn man auf den Plateaus des Fish River Canyon steht: Nur wenige Büsche und Pflanzen wachsen dort, die staubige Landschaft liegt von der Sonne verbrannt. Hier werden nicht selten bis zu 50 Grad gemessen. Dennoch ist der 160 Kilometer lange Canyon – der zweitgrößte der Welt und der tiefste Afrikas – voller Leben.

In den Tümpeln des Fish River, die auch nicht austrocknen, wenn der Fluss über Monate trockenfällt, tummeln sich Welse, Karpfen und Barben. In den wenigen Köcherbäumen und Weißdornbüschen leben mehr als 60 Vogelarten. Und auch Oryxantilopen, Bergzebras, Kudus und Erdmännchen trotzen den lebensfeindlichen Bedingungen.

Den besten Blick auf die grandiose Weite der Schlucht hat man vom „Hell’s Bend“, einem Aussichtspunkt nahe dem Hobas-Zeltplatz etwa 70 Kilometer von den bekannten Thermalquellen Ai-Ais entfernt: Bis zu 27 Kilometer ist der Canyon breit, zwischen 457 und 549 Meter tief. Geformt wurde er vom mäandernden Lauf des längsten Flusses Namibias.

Wer die Ursprünglichkeit dieser Landschaft hautnah erfahren will, kann sich einer fünftägigen Wanderung anschließen, die viele Reiseveranstalter zwischen Mai und August anbieten. Sie führt tief hinein in die Wildnis und bietet auf etwa 86 Kilometer Länge einmalige Naturerlebnisse.

Mehr über Namibia erfahren Sie in diesem National Geographic Live! Video:

https://www.youtube.com/embed/hv-JMEOYl8M?rel=0

Die „Southern Line“ verbindet Kapstadt seit 1890 mit der Vorstadt Simon’s Town.

Die „Southern Line“ verbindet Kapstadt seit 1890 mit der Vorstadt Simon’s Town.

Südafrika auf Schienen erlebt man bei einer Reise mit Kapstadts Vorortzügen. Die Bahnen des „Metrorail“-Systems verbinden den Ballungsraum mit dem Umland. Sie sind ein beliebtes Transportmittel für Einheimische und Touristen, unterwegs bieten Verkäufer landestypische Speisen an.

Eine der landschaftlich reizvollsten Strecken ist die gut einstündige Fahrt zur Küstenstadt Simon’s Town. Am Fenster ziehen malerische Strände und steile Küstenabschnitte vorbei. Die Endstation liegt in der Nähe eines Fischerei- und Jachthafens, Häuser im viktorianischen Stil prägen das Stadtbild.

Zwei Kilometer südlich liegt Boulders Beach. Dieser Strand verdankt seinen Namen riesigen Granitfelsen, die das Meer rund geschliffen hat – und ist bekannt für seine ungewöhnlichen Bewohner: Seit 1982 leben rund 2500 Brillenpinguine in der Bucht. Sie sind die einzige noch frei lebende Pinguinart Afrikas und an menschliche Besucher gewöhnt. Der Anblick der Tiere, die unbeeindruckt von Touristen schnatternd und kreischend am Strand umherwatscheln, zaubert nicht nur Kindern ein Lächeln aufs Gesicht.

Nelson Mandela: "Südafrika ist der schönste Platz auf der Welt."

Mit dem Boot durch das Okawango-Delta.

Mit dem Boot durch das Okawango-Delta.

Wenn in Botswana Regen nur noch eine ferne Erinnerung ist und die Tiere im Kalaharibecken aus Durst weite Wanderungen auf sich nehmen, naht bald Rettung: die Wassermassen des Okawango-Flusses. Sie entstehen Anfang des Jahres durch starke Regengüsse im Hochland von Angola und versickern nach langer Reise in verästelten Delta-Armen mitten in der Wüstenlandschaft Botswanas – in einem der beeindruckendsten Feuchtgebiete der Welt.

Weil die Wassermassen nur langsam fließen, erreicht die Flut das Okawango-Delta erst zwischen März und Juni – genau dann, wenn in der Region die Trockenzeit beginnt. Tausende Tierarten versammeln sich deshalb in den Sumpfgebieten. Vogelschwärme, Büffelherden und Löwen kommen zu den Wasserstellen, Nilpferde und Krokodile suchen hier nach Nahrung.
Es ist ein faszinierendes Naturspektakel. Wer es aus der Nähe erleben will, muss allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Dafür bieten die Safaris in der Region unvergessliche Momente – ob bei einer Bootstour auf dem Fluss oder einer Steppenwanderung mit einheimischen Reiseführern.

"Wenn du nicht studiert hast, so reise." (Afrikanisches Sprichwort)

Sehen Sie mehr zum Okawango-Delta in dieser National Geographic Reportage:

https://www.youtube.com/embed/E5nfVsZcjDc?rel=0

(NG, Heft 08 / 2013, Seite(n) 150-154)

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