Reise und Abenteuer

Die 10 schönsten Inseln

Ein berühmter Reiseschriftsteller hat uns verraten, wo wir die zehn schönsten Inseln der Welt finden können.

Von Nathaniel Lande
Die Küste von Fair Isle, Schottland

Aus dem National Geographic-Buch „The 10 Best of Everything“

Leslie Thomas ist ein erfolgreicher britischer Schriftsteller, der bereits seit über 40 Jahren im Geschäft ist. Er hat mehr als 30 Romane und zahlreiche Reiseführer geschrieben, darunter „Some Lovely Islands“, „My World of Islands“ und „The Hidden Places of Britain“. Da er so ein Faible für Inseln hat, schien er uns prädestiniert dafür, die zehn schönsten Inseln zu benennen.

1. Nantucket, Massachusetts

Nantucket gehörte dank der Walöl-Industrie einst zu den reichsten Orten Amerikas. Noch heute findet man in dieser reizenden alten Stadt feine Backsteinhäuser mit silbernen Briefkästen. Früher nannten die Seefahrer Nantucket „Die kleine graue Dame des Meeres.“ Als ich eines nebligen Morgens das erste Mal in Nantucket ankam, verstand ich, weshalb. Eine Frau ritt zur Belustigung ihrer Familie, die sich mit mir auf der Fähre befand, auf einem Pferd den Strand entlang. Dabei hielt sie einen Banner mit der Aufschrift: „Die verrückte alte Tante reitet wieder“ in die Höhe. Es ist ein einzigartiger Ort.

2. Scilly-Inseln, England

Diese Gruppe von klitzekleinen Inseln vor der Küste von Land‘s End in Cornwall inmitten des Atlantischen Ozeans ist eine ganz eigene Welt. Fünf von ihnen sind spärlich besiedelt. Hunderte weitere kleine Inseln, Zackenriffe und Felsen dehnen sich bis zur Bishop-Rock-Klippe mit dem berühmten Leuchtturm aus. Nächster Halt: Amerika. Die sanfte Atlantikluft fördert die auf Frühlingsblumen spezialisierte Blumenindustrie. Da die Inselgruppe Teil des Herzogtums Cornwall ist, befindet sie sich im Besitz von Prince Charles.

3. Saba, Niederlande in der östlichen Karibik

Als ich damals nach Inseln suchte, war ich praktisch überall in der Karibik – auf Barbados, Antigua, Jamaika und vielen kleineren Inseln. Die ungewöhnlichste von ihnen war Saba, die östlich von den amerikanischen Jungferninseln fast 873 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Hier leben 1.500 Menschen, von denen viele den gleichen Nachnamen tragen: Hassell.

4. Kanarische Inseln, Spanien

Im Winter treibt es viele Europäer auf der Suche nach etwas Sonne auf die Kanaren. Im Januar und Februar bewegen sich die Durchschnittstemperaturen dort zwischen 21 und 24°C. Auf Teneriffa befindet sich einer der höchsten Gipfel Europas – der Teide. Im Winter hebt sich seine schneebedeckte Spitze vom tiefblauen Himmel ab. Man kann Wale beobachten oder nach La Gomera hinübersegeln, auf der Kolumbus seinen letzten Stopp einlegte, bevor er zu der Entdeckungsreise aufbrach, bei der er Amerika entdeckte.

5. Fair Isle, Schottland

Fair Isle ist die abgelegenste bewohnte Insel Großbritanniens. Nur rund 70 Menschen leben hier – dafür aber auch Hunderttausende Vögel. Die meisten Touristen, die die Insel besuchen, sind Vogelkundler. Schafe grasen hier gelassen auf den steilen Wiesen.

6. Lord-Howe-Insel, Australien

Die Lord-Howe-Insel befindet sich mitten in der Tasmansee und liegt zweieinhalb Flugstunden von Sydney entfernt. Mit dem Boot dauert die Reise mehrere Tage – aber der Aufwand lohnt sich. Die nach dem britischen Admiral Lord Howe benannte Insel ist die südlichste Koralleninsel der Welt. Sie beheimatet rund 350 Einwohner. Viele von ihnen sind Nachkommen der Familien, die sich im 18. Jahrhundert hier niederließen.

7. Capri, Italien

Capri ist die einzige Insel, die ich je besucht habe, die genauso ist, wie ich sie mir vorgestellt habe. Die lyrischen Lieder über Capri sind nur allzu wahr. Allein der Stadtplatz haut einen um. Er ähnelt einer Bühne und ist auch nicht viel größer. Überall sieht man bunte Balkone und wunderschöne Glockentürme, die ihre Glocken nicht etwa erklingen lassen, um die Uhrzeit anzugeben, sondern einfach nach Lust und Laune läuten. Vom höchsten Punkt der Insel aus hat man eine Aussicht auf den aktiven Vesuv-Vulkan und die italienische Küste, die sich hinter dem funkelnden Meer erstreckt.

8. Kanalinseln, USA

Vom kalifornischen Festland verschlägt es nur selten Besucher auf die Kanalinseln, obwohl sie nur einen Steinwurf entfernt zu sein scheinen. Santa Catalina ist die am besten zugängliche der Inseln. Vom Hafen in Los Angeles aus erreichte ich sie in zwei Stunden mit der Fähre. Dort angekommen fand ich ein friedliches Städtchen namens Avalon vor, eine ruhige Bucht und einen runden Tanzsaal aus Vorkriegszeiten, in dem einst die großen Bands spielten.

9. Tahiti, Französisch-Polynesien

Für viele Reisende ist Tahiti kein Traum mehr. Damit haben sie nicht ganz unrecht, denn die Insel verfügt über einen internationalen Flughafen, und ein Hotel mit Meerblick nach dem anderen schießt aus dem Boden. Ich selbst habe den Wandel über die Jahre miterlebt. Doch die Insel ist nach wie vor schön, und noch immer erheben sich aus dem satten Grün Berge, deren Spitzen die Wolken berühren. Zumindest vom Wasser aus hat man aus der Entfernung noch die Möglichkeit, die Insel Tahiti mit den Augen Paul Gauguins zu sehen, als er einst aus Frankreich hierher kam, um sie mit all ihrer Extravaganz und ihrem romantischen Flair zu malen.

10. Andamanen, Thailand

Es ist eine pure Freude, zu beobachten, wie sich diese Inseln durch Distanz, das Sonnenlicht und die Wolken verändern. Manche verfügen über ein kleines Stück Strand, an dem man schwimmen kann; andere sind von kleinen Dörfern eingerahmt. Alle von ihnen sind tropische Paradiese: Koh Phi Phi, Koh He, Koh Racha, Koh Surin, Koh Dok Mai, um nur einige der Favoriten zu nennen. Koh Phuket eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt. Nachdem sie im Jahr 2004 von dem Tsunami erschüttert wurden, haben die Inseln ein echtes Comeback erlebt.

Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 20. September 2012

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