Draussen warm: Wie nachhaltig sind Handwärmer?

Treffen im Freien sind während der Pandemie zur beliebten Beschäftigung geworden. Bei kühlen Temperaturen halten Handwärmer warm. Wie nachhaltig sind die Wärmepads?

Veröffentlicht am 15. Feb. 2021, 13:09 MEZ
Wie nachhaltig sind Handwärmer?

Blick zurück: In deutschen Altbauten ohne Zentralheizung ging man früher in den Wintermonaten mit Wärmflasche ins Bett. Für Jäger oder Forstarbeiter gab es Taschenöfen mit Benzin oder Kohlestäbchen. Alternativ dienten heiße Maroni als Handwärmer – sie wärmten auch den Magen.

Bild vegefox.com/ stock.adobe.com

Neben der Kasse im Buchladen, im Supermarkt, oder Sportgeschäft: Handwärmer sind gerade omnipräsent. Die Miniheizung-to-go ist praktisch, wenn wir Freunde an der frischen Luft treffen, beim Sport im Freien oder im gut gelüfteten und heruntergekühlten Klassenzimmer. Verschiedene Technologien stehen zur Auswahl – doch welche ist empfehlenswert?

Da gibt es zum einen die klassischen Wärmepads. Nimmt man sie aus der Verpackung und drückt sie ein bisschen, werden sie warm. Das liegt daran, dass Eisenpulver und Wasser in dem Tütchen mit Sauerstoff in der Luft reagieren. Dieser Oxidationsprozess erzeugt Wärme. Kochsalz beschleunigt die Reaktion. Das Tonmineral Vermiculit bindet das Wasser und hält die Wärme. Bis zu 70 Grad kann das Pad heiß werden, allerdings nur einmal, danach landet es im Hausmüll.

Mehrfach verwenden lässt sich die luftdicht verschweißte Kunststoffvariante. Die Beutel enthalten Wasser und ein wasserhaltiges Salz, meist Natriumacetat- Trihydrat. Sie werden vor dem Gebrauch so lange in kochendes Wasser gelegt, bis der Inhalt geschmolzen ist. Dabei löst sich das Salz in seinem Kristallwasser auf. Beim Abkühlen bilden sich allerdings nicht wie beim Kochsalz wieder Kristalle, das Salz bleibt flüssig und dient als latenter Wärmespeicher. Erst wenn das kleine Metallplättchen im Beutel geknickt wird, kristallisiert die Lösung schlagartig und Kristallisationswärme wird frei. Dieser Prozess des Auf- und Entladens lässt sich den Herstellern zufolge beliebig oft wiederholen. Natriumacetat steckt als E262a in Konserven und Mayonnaise, die Entsorgung des Handwärmers im Hausmüll sollte also kein Problem sein.

Die neueste Variante ist der elektrische Handwärmer, der einer E-Zigarette oder einem kleinen Brillenetui ähnelt. Er lässt sich per USB-Kabel aufladen und liefert je nach Leistung zwischen zwei und fünf Stunden Wärme. Viele elektrische Handwärmer haben zudem eine integrierte Powerbank, die das Mobiltelefon laden kann. Bei der Entsorgung gelten sie leider als Elektroschrott, auch in der Herstellung ist ihre Ökobilanz vergleichsweise schlecht. Ihr Vorteil: Sie lassen sich nach Bedarf ein- und ausschalten und sind für den Dauereinsatz geeignet. Von der Hilfsinitiative „Wärmende Hände Hamburg“ werden die Geräte daher an Obdachlose verteilt.

Unser Fazit: Vor der Anschaffung eines Handwärmers sollte man sich überlegen, ob nicht gute Handschuhe am besten geeignet sind, um vor Kälte zu schützen. Sie sind nachhaltig und belasten die Umwelt am wenigsten. Wer im Winter viel draußen ist und ständig kalte Hände hat, kann über ein elektrisches Wärmekissen nachdenken.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Februar 2021-Ausgabe des deutschen NATIONAL GEOGRAPHIC Magazins. Keine Ausgabe mehr verpassen und jetzt ein Abo abschließen!

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