Soja, Hafer oder Mandel: Welche Milchalternative ist ökologisch am nachhaltigsten?

Pflanzenmilch hat eine deutlich bessere CO2-Bilanz als Kuhmilch. Doch bei der Ökobilanz gibt es Unterschiede zwischen den Sorten.

Von Julia Graven
Veröffentlicht am 19. Juni 2022, 21:33 MESZ
Milch

Pflanzenmilch hat eine deutlich bessere CO2-Bilanz als Kuhmilch. Doch bei der Ökobilanz gibt es Unterschiede zwischen den Sorten.

Foto von 1195798 / Pixabay.com

Den meisten Verbrauchern ist es herzlich egal, dass der Begriff „Milch“ in der EU offiziell für Produkte von Kuh, Schaf, Ziege oder Pferd reserviert ist. Für Veganer, Tierfreunde, Kuhmilchallergiker und Menschen, die Laktose schlecht vertragen, gehören Milchalternativen längst zum Alltag. Und in manchen Hipster-Cafés sind Menschen, die einen Cappuccino mit normaler Milch bestellen, schon die altmodische Ausnahme.

Mandelmilch: Oft aus Kalifornien importiert

Pflanzliche Milchalternativen aus Soja, Hafer oder Mandeln werden weltweit immer beliebter. Der Markt wächst einer aktuellen Prognose zufolge jedes Jahr um mehr als zehn Prozent. Auch Nachhaltigkeitsexperten sehen in Pflanzendrinks eine gute Alternative zur Kuhmilch in Kaffee oder Müsli. Doch beim Wasserverbrauch und bei der CO2-Bilanz sind nicht alle Alternativen gleich positiv. Die Ökobilanz hängt vor allem davon ab, wo die namensgebende Hauptzutat angebaut wird.

Verarbeitete Mandeln zum Beispiel kommen häufig aus Kalifornien, wo sie in Monokulturen mit intensiver Bewässerung wachsen. Der Anbau und die weiten Transportwege nach Deutschland sorgen für eine eher schlechte Ökobilanz. Reisdrinks schneiden aus ähnlichen Gründen nicht ganz so positiv ab. Liebhaber von alternativen Mandel- oder Reisgetränken sollten daher auf Zutaten aus Europa achten. Die eiweißreiche Sojamilch, die traditionell aus den Resten der Ölproduktion hergestellt wird, ist aus Nachhaltigkeitsperspektive besser als ihr Ruf.

Verglichen mit Kuhmilch haben alle Pflanzendrinks eine bessere CO2-Bilanz; sie verursachen nur ein Viertel bis die Hälfte der Emissionen. Am klimafreundlichsten sind Hafer, Soja oder Lupine aus europäischem Anbau.

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Haferdrink: Champion bei der Ökobilanz

Regenwald wird für Tofu oder Sojamilch nur selten gerodet, brasilianisches Soja landet überwiegend im Tierfutter. Verbraucher sollten trotzdem auf die Herkunft achten und Sojamilch aus europäischen Bohnen kaufen: Ihre CO2-Bilanz ist besser als die von Soja aus Übersee – und deutlich besser als die von Kuhmilch. Sojamilch mit Biosiegel stammt fast immer aus Europa und enthält zudem garantiert kein Gensoja.

Die nachhaltigste Variante für Verbraucher in Deutschland ist Milch aus Hafer. Er ist in Europa gut verfügbar, häufig kommt er sogar von deutschen Äckern. Das robuste Getreide braucht zudem relativ wenig Wasser und Dünger. Eine ähnlich gute Klimabilanz haben Milchgetränke aus Lupinen, hier ist die Auswahl bisher allerdings noch überschaubar

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