Fotografie

Die bewegendsten Tierfotos des Jahres

Für sein schmerzlich ungeschöntes Porträt eines Nashorns, das von Wilderern getötet wurde, wurde der Fotojournalist Brian Stirton zum Wildtierfotografen des Jahres ernannt.Donnerstag, 9. November 2017

Wilderer töteten dieses Spitzmaulnashorn mit großkalibriger Munition an einem Wasserloch im südafrikanischen Hluhluwe-Imfolozi-Park.
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Es geschah in der Nacht. Die Wilderer arbeiteten schnell und leise und schlichen sich in das afrikanische Hluhluwe Imfolozi Game Reserve. Sie erschossen einen seltenen Spitzmaulnashornbullen mit einer schallgedämpften Waffe, sägten seine zwei Hörner ab und verschwanden aus dem Reservat, ohne entdeckt zu werden. Die Wilderer verkauften die Hörner wahrscheinlich nach Vietnam oder China. Dort werden sie als Mittel gegen Kater oder als Aphrodisiakum verkauft oder gemahlen, um in der traditionellen Medizin Verwendung zu finden.

Kurz nach dem Verschwinden der Wilderer war der Fotojournalist Brent Stirton zur Stelle, um den Ort des Verbrechens im Zuge seiner Mission abzulichten, die Nashornwilderei in Südafrika zu untersuchen.

Das Natural History Museum ernannte Stirton, der hauptsächlich im Auftrag von National Geographic unterwegs ist, für seine erschütternden Aufnahmen zum Wildtierfotografen des Jahres 2017.

„Eine solch tragische Szene in ihrer plastischen Gewalt fast schon majestätisch wirken zu lassen, verdient die höchste Auszeichnung“, sagte das Jurymitglied Roz Kidman Cos in einer Pressemitteilung. „In dem gefallenen Riesen liegt eine Rohheit, aber auch eine große Schmerzlichkeit und deshalb auch Würde. Das Bild symbolisiert auch eines der verschwenderischsten, grausamsten und unnötigsten Umweltverbrechen, eines, das die größtmögliche öffentliche Empörung hervorrufen muss.“

„Das Tolle an diesem Wettbewerb ist, dass er einfach bedeutet, dass die eigene Arbeit ein anderes Leben erhält und von so viel mehr Menschen gesehen wird“, so Stirton. „Das Thema erhält eine gewisse Langlebigkeit.“

Neben Stirton nahmen auch andere Fotografen wie Steve Winter, Brian Skerry, Thomas P. Peschak und Charlie Hamilton James an dem jährlichen Wettbewerb Teil, der die Kunstfertigkeit der Naturfotografie anerkennt und die Menschen gleichzeitig auffordert, mehr über die Probleme nachzudenken, die unseren Planeten betreffen.

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