Fotografie

Einfühlsame Bilder des Lebens auf einer Alzheimer-Station

Eine Fotografin beleuchtet die düstere Realität des Lebens mit Alzheimer. Sonntag, 3 Dezember

Von Alexandra E. Petri
Bilder Von Maja Daniels

Während eines Rundgangs in einer geriatrischen Klinik fand die Fotografin Maja Daniels eine verschlossene Tür mit zwei Bullaugen. Dahinter versuchte jemand, auf sich aufmerksam zu machen. Auf Nachfrage erfuhr Daniels, dass die verschlossene Tür in einen geschützten Bereich für Alzheimerpatienten führte. Sie sollte für deren Sicherheit sorgen und verhindern, dass sie weggehen oder sich verirren.

„Ich war einfach gefesselt von dem Bild dieser Tür“, sagt Daniels.

Diese Tür öffnete den Weg für Daniels Fotoserie „Into Oblivion“. Das dokumentarische Projekt setzte sich mit einigen der zahlreichen Probleme von und mit Alzheimerpatienten auseinander und lenkte die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf die Trennung der jüngeren Generationen von der älteren. „Into Oblivion“ entstand im Laufe von drei Jahren und war der erste Gewinner des Bob and Diane Fund. Das Fotografiestipendium fördert die visuelle Erzählkunst zu den Themen Alzheimer und Demenz.

Daniels nutzte das Stipendium, um „Into Oblivion“ zu veröffentlichen, aber die Serie half auch dabei, kleine Veränderungen in dem Krankenhaus zu bewirken, in dem sie entstand. Als Daniels den Mitarbeitern die Fotos zeigte, waren sie von Bildern der Menschen an der Tür schockiert.

„Manchmal sind die Dinge, die uns am nächsten sind, am schwersten zu sehen“, sagt Daniels.

Kurz darauf wurde die Tür mit Tapete überklebt, damit sie sich besser in die Umgebung einpasste und die Patienten nicht mehr so anzog.

„Selbst solche kleinen Veränderungen sind wirklich wichtig“, so Daniels.

Der Bob and Diane Fund wurde von der National Geographic Creative-Mitarbeiterin Gina Martin zu Ehren ihrer Mutter Diane, die 2011 an Alzheimer starb, und ihres Vaters Bob ins Leben gerufen. Der/die GewinnerIn erhält ein Stipendium über 5.000 Dollar, um seine/ihre Arbeit zu fördern.

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