Geschichte und Kultur

Die Rekordherrschaft der Königin Elisabeth in 14 Bildern

Königin Elisabeth II hat immer betont, dass es nicht ihre Aufgabe ist, zu regieren, sondern zu dienen.

Von Simon Worrall
Prinzessin Elisabeth (Vierte von links) im Alter von elf Jahren auf dem Balkon des Buckingham Palace, nach der Krönung ihres Vaters George VI. Nach dem Tod ihres geliebten Vaters bestieg sie 1952 mit 25 Jahren selbst den Thron.
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Ich muss gestehen, dass ich nie das war, was mein seliger Vater als „Corgi-Watcher“ bezeichnete – jemand, der von der königlichen Familie besessen ist. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, mich persönlich mit Ihrer Majestät auszutauschen, doch ich bin mir sicher, dass sich unsere Ansichten zu sozialen und politischen Themen unterscheiden.

Dennoch: Wie bei vielen Briten meiner Generation (ich wurde im Jahr vor der Krönung geboren) wurde auch mein Leben von der Herrschaft der Königin Elisabeth II geprägt, die 2015 als am längsten amtierende Monarchin in der tausendjährigen Geschichte der britischen Königinnen und Könige in die Rekordbücher einging. Sie löste damit ihre Ururgroßmutter Queen Victoria ab, die 63 Jahre und 216 Tage an der Macht war.

Während dieser Zeit fanden tiefgreifende soziale und politische Umwälzungen statt. Als sie 1952 als anmutige junge Frau mit rabenschwarzem Haar den Thron bestieg, waren die Rationierungsmaßnahmen vom Zweiten Weltkrieg gerade erst aufgehoben worden, das britische Reich herrschte noch über große Teile der Erde, Homosexualität war ein Verbrechen, Scheidung ein Stigma, vorehelicher Sex die Ausnahme, ethnische Minderheiten eine Rarität, Sport vornehmlich ein Hobby und britisches Essen in der Regel ungenießbar.

Dagegen wirkt das heutige Großbritannien, in dem an manchen Londoner Schulen mehr als hundert Sprachen gesprochen werden, die Homoehe legal ist und Fußballer in einer Woche mehr verdienen als der Premierminister in einem Jahr, wie ein völlig anderes Land. London hat mittlerweile sogar mehr Sternerestaurants als Paris!

Während zwölf PremierministerInnen kamen und gingen, Frisuren und Röcke länger oder kürzer wurden und unser Glaube an die Moderne der Angst vor dem Klimawandel wich, hielt sich die Queen so zuverlässig an den Schwur, den sie bei ihrer Krönung geleistet hatte: nicht über ihr Volk zu herrschen, sondern ihm zu dienen. Pflichtbewusstsein, Standhaftigkeit und Liebe für ihr Land sind die altmodischen Tugenden, die ihre Regentschaft prägen. In 64 Jahren hat sie nicht einmal gewankt, kein falsches Wort gesagt (soweit ich mich erinnern kann), niemanden vorsätzlich beleidigt, sich niemals unterkriegen und uns nie im Stich gelassen.

Dabei war ihr Leben nicht frei von Schicksalen. Die Ermordung ihres geliebten Cousins Louis Mountbatten durch die IRA im Jahr 1979 hinterließ eine Wunde in ihrem Herzen, die erst nach vielen Jahren verheilte. Und es ist ein Zeichen ihrer Beharrlichkeit und ihres ausgeprägten Pflichtbewusstseins, dass sie während eines emotionsgeladenen Besuchs in Irland 2012 dem früheren IRA-Kommandanten und aktuellen stellvertretenden Ersten Minister von Nordirland, Martin McGuinness, die Hand gab.

Im annus horribilis, dem Schreckensjahr 1992, in dem die Ehen ihrer Kinder zerbrachen und Schloss Windsor in Flammen aufging, sank die Popularität des Hauses Windsor auf einen Tiefpunkt. Als sie nicht sofort auf die öffentliche tiefe Trauer über den Tod von Prinzessin Diana reagierte, hatten viele das Gefühl, die Monarchie habe den Bezug zu ihrem Volk verloren.

Heute jedoch ist die Queen mit neuen Urenkelkindern und zukünftigen Erben, einer boomenden Wirtschaft und der längsten Friedensperiode der britischen Geschichte gesegnet und wird nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit bewundert und verehrt. Ich werde niemals ein Corgi-Watcher sein. Aber ich ziehe meinen Hut vor ihr, und so lassen Sie, geneigte Leserinnen und Leser, uns gemeinsam einen traditionellen britischen Ausspruch tun: God Save the Queen!

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