Geschichte und Kultur

Die Welt von NG: Entdeckung der Titanic

Am frühen Morgen des 15. April 1912 ging die als unsinkbar geltende Titanic südöstlich von Neufundland unter. Vor 25 Jahren entdeckte der Unterwasserarchäologe Robert „Bob“ Ballard das berühmteste Wrack der Welt.

Von National Geographic

Vor genau 25 Jahren – am 1. Sep­tember 1985 – wurde das Wrack der legendären ­„Titanic“ gefunden.

Die „Titanic“ galt als unsinkbar, ein Wunderwerk des Schiffbaus. Am frühen Morgen des 15. April 1912, auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York, ging sie südöstlich von Neufundland nach der Kollision mit einem Eisberg unter. Mit ihr sanken gut 1500 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

«Ich traute meinen Augen nicht», schrieb 73 Jahre später der Unterwasserarchäologe Robert „Bob“ Ballard in der Titelgeschichte unseres Dezember-Hefts 1985. «Aus der Unendlichkeit tauchte geisterhaft der Bug eines großen Schiffs auf.» Es war einer der größten Momente im Leben des Forschers, der als wissenschaftlicher Berater für die National Geographic Society tätig ist. Monatelang hatten er und ein französisches Team nach dem in 3800 Meter Tiefe ruhenden Wrack der „Titanic“ gesucht, Strömungen analysiert, Positionen berechnet, auf gutes Wetter gewartet. Im Juni 1985 untersuchte das französische Schiff „Le Suroit“ das Seegebiet mit Tiefensonar. Und schließlich wurde das unbemannte Tauchboot „Argo“ zu Wasser gelassen. In der Nacht des 1. September 1985 – vor 25 Jahren –nahm es die ersten Filme der in mehrere Teile zerbrochenen „Titanic“ auf, eine Kamera machte Fotos.

Seither hat sich alles verändert. Souvenirjäger plünderten das Schiff, Spezialfirmen ermöglichen Tauchtourismus, das Wrack verrottet. 2004 schickte Ballard den Roboter „Hercules“ in die Tiefe – und war entsetzt über den Zustand der „Titanic“. Auf seine Initiative hin unterzeichneten Großbritannien und die USA einen Vertrag, um die Ruhe der Toten in der Tiefsee zu schützen. Doch nach wie vor gibt es Reisen zum berühmtesten Wrack der Welt

(NG, Heft 9 / 2010, Seite(n) 8)

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