Geschichte und Kultur

Fabio Estéban Amador: Der James Bond der Archäologie

Sein Name ist Amador ... Fabio Estéban Amador. Amadors Auftrag: Archäologische Stätten so ins Bild zu setzen, „dass der Betrachter sich in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt, und sei es viele Tausend Jahre her“.

Von National Geographic
Bilder Von NGM (Porträt); Jason Edwards (Hintergrund), Rebecca Hale

Sein Name ist Amador ... Fabio Estéban Amador.

Er ist rund um den Erdball im Einsatz, von den Bergen Bhutans bis zu den Unterwasserhöhlen in Mexiko. Er lenkt per Fernsteuerung Mini-U-Boote und Drohnen – allesamt mit Hightech-Kameras ausgestattet. Amadors Auftrag: Prähistorische und archäologische Stätten so ins Bild zu setzen, „dass der Betrachter sich in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt, und sei es viele Tausend Jahre her“.

Seine Mission begann schon vor rund 40 Jahren. Der junge Mann
 aus El Salvador war nach New York City gekommen, um Kunst zu studieren. Dabei fiel ihm ein Buch über die Maya-Archäologie in die Hände, mit den berühmten Illustrationen von Frederick Catherwood aus dem Jahr 1843. „Ich wusste sofort: Das war mein Ding. Ich würde ein ,Expeditionskünstler‘ werden“, sagt er. Kreativität, Abenteuer und Technik: Das ist, was er seither kombiniert, um der Öffentlichkeit mit macht- und prachtvollen Bildern die Wissenschaft nahezubringen.

Wenn Amador nicht selbst unterwegs ist, ermutigt er jüngere Kollegen, Neues zu wagen. In der Zentrale der National Geographic Society in Washington, D.C., begutachtet er Fördermittelanträge an die Waitt-Stiftung, die zusammen mit der NGS riskante Forschungsprojekte unterstützt. Doch bei aller Vorliebe für die jeweils neueste James-Bond-Technologie hält er sich stets an eine ganz altmodische Weisheit: „Eine millionenteure Ausrüstung ist nichts ohne einen kreativen Geist.“

Mit trockenem Martini hat er’s allerdings nicht so. Amador bevorzugt Whiskey – weder geschüttelt noch gerührt.

(NG, Heft 04 / 2016, Seite(n) 156)

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