Reise und Abenteuer

Schottland - Die wahre Seele eines wilden Landes

Erhaltet einen exklusiven Blick in einen Bildband, der die wahre Seele Schottlands und seiner Einwohner zeigt. Freitag, 5. April 2019

Von National Geographic
Schottland - Die wahre Seele eines wilden Landes

25 Jahre nach ihrem erfolgreichen Bildband Bilder aus Schottland sind die beiden Autoren Karl Johaentges und Jackie Blackwood, gebürtige Schottin, zum ersten Mal wieder gemeinsam für eine Fotoreise in das Land Jenseits des Tweed aufgebrochen. Beeindruckende Fotografien von ihrer Reise - gepaart mit inspirierenden Geschichten einer echten Insiderin - ermöglichen Einblicken in die wahre Seele Schottlands und seiner Einwohner. »Was hat sich geändert in einem Vierteljahrhundert? Nicht nur in Städten wie Edinburgh und Glasgow, sondern quer durch das Land ist eine beeindruckende Kulturszene entstanden. Auch eine kulinarische. Verkochtes Gemüse und fett Frittiertes sind heute leicht zu umgehen. Und: Damals reisten wir ohne Internet, Handy oder Navi; das hatte Vorteile. Denn auf der Suche nach einem B&B oder beim Buchen einer Fähre musste man noch mit Leuten reden. Der Kontakt mit den Einheimischen war vorprogrammiert«, so Jackie Blackwood. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren reisten sie und Karl Johaentges insgesamt sechs Monate mit ihrem geländetauglichen »Schneckenhaus« auf den Spuren von damals durch das Land und erlebten es von den Borders bis hoch an die Nordspitze Shetlands zu allen Jahreszeiten. Der Bildband zeigt neben bekannten Reisezielen auch die wilden und authentischen Seiten dieses Landes am äußersten Rand Europas und bietet emotionale Einblicke in Natur, Kultur, Land und Leute. Fotograf Karl Johaentges publizierte neben zahlreichen Reportagen bisher fast 50 Bildbände, u.a. mit Jackie Blackwood »Neuseeland. Paradies im Pazifik« bei National Geographic. Autorin Jackie Blackwood, geboren in Edinburgh, wuchs in Australien auf. Dennoch wurde sie schottisch erzogen und blieb ihrem Herkunftsland stets verbunden. 1985 verschlug es sie nach Hannover, wo sie seitdem lebt.

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Die Suche nach der »wahren Seele« Schottlands gestaltet sich so unvorhersehbar wie ein schottischer Sommertag. Will man dieses Land verstehen, gelingt dies kaum auf einem überfüllten Parkplatz im legendären Glen Coe oder in einem Besucherzentrum. Vielversprechender sind da die endlosen kleinen Seitenstraßen, die single track roads durch einsame Hochtäler oder zerklüftete Küstenstreifen. Selbst dort, wo nur noch ein einsamer, einbeiniger tomatenroter Briefkasten im Nirgendwo verrät, dass auch hier noch jemand wohnt. In Edinburgh geboren und 1961 als Zweijährige im Schlepptau der Eltern nach Australien ausgewandert, war Schottland für mich lange weit weg – aber nicht fremd. An Caledonian Societies hatten meine Eltern in der Ferne wenig Interesse, sie waren ja nun Australier – aber als schottische Migranten legten sie Wert auf ihre Sprache und erzogen ihre Tochter ausgesprochen schottisch. Auch die vielen Comics, die mir meine Großeltern regelmäßig zuschickten, haben mein Schottisch so nachhaltig geformt, dass ich selbst nach 30 Jahren Deutschland einen Glaswegian in einer Bar ganz gut verstehen kann. In der Hitze Südaustraliens gehörte das zeremonielle Annageln des neuen Schottland-Kalenders zum Jahresritual. Kalenderbilder mit verwunschenen Burgen und schneebedeckten Highlands in unserem heißen Wohnzimmer prägten das Bild von meinem Geburtsland. Anfang der 1990er-Jahre hatte ich  Schottland zusammen mit Karl fünf Monate in einem betagten VW-Bus durchstreift. Ein Vierteljahrhundert nach dem Erscheinen unseres Bildbands Bilder aus Schottland waren unsere Tagebuchnotizen für uns ein wertvoller roter Faden. (. . . )

Was hat sich geändert in einem Vierteljahrhundert? Nicht nur in Städten wie Edinburgh und Glasgow, sondern quer durch das Land ist eine beeindruckende Kulturszene entstanden. Auch eine kulinarische. Verkochtes Gemüse und fett Frittiertes sind heute leicht zu umgehen. Und: Damals reisten wir ohne Internet, Handy oder Navi; das hatte Vorteile. Denn auf der Suche nach einem B&B oder beim Buchen einer Fähre musste man noch mit Leuten reden. Der Kontakt mit den Einheimischen war vorprogrammiert. Zweifellos hat sich Schottland entlang der touristischen Hauptrouten nicht nur zum Guten geändert, die Parkplätze neben angesagten Burgen sind oft riesig. Aber abseits der wenigen Hauptstraßen ist Schottland wild geblieben und hat nichts von seiner Magie eingebüßt. Slow travel auf einspurigen engen Landstraßen, ohne Begrenzungsstreifen und im Takt der Ausweichbuchten, dazu Regenschauer – allein das ist eine Reise wert. Sich von einer Bucht, einer Burg, einem Leuchtturm oder einer Legende zur nächsten zu hangeln, was kann schöner sein?  In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine abwechslungsreiche Reise durch dieses vielfältige Land, unvorhersehbar wie ein schottischer Sommertag.

Jackie Blackwood

„Schottland - Die wahre Seele eines wilden Landes“ – erschienen im National Geographic Verlag.

 

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