Abenteuer auf den Seychellen

Über die Hälfte der 115 Korallen- und Granitinseln der Seychellen, wo Wanderer, Fahrradfahrer und Unterwasserforscher dank der unglaublichen Artenvielfalt ganz auf ihre Kosten kommen, sind Teil von Naturschutzgebieten.

Von Sarah Barrell
Veröffentlicht am 11. Dez. 2020, 14:33 MEZ, Aktualisiert am 10. Jan. 2021, 14:14 MEZ
Malerische Granitfelsen und Kokospalmen verleihen den Seychellen einen besonderen Zauber.

Malerische Granitfelsen und Kokospalmen verleihen den Seychellen einen besonderen Zauber.

Bild NORBERT WU/ MINDEN PICTURES

Ist dies der abenteuerlichste Naturspielplatz des Indischen Ozeans? Nur wenige andere Reiseziele können es mit der spektakulären tropischen Flora und Fauna der Seychellen aufnehmen, von denen über 50 % durch Nationalparks und Meeresschutzgebiete geschützt sind. Die Inseln im Herzen des Archipels sind mit ihren Korallenatollen die einzigen Inseln der Welt mitten im Ozean, die aus Granitgestein bestehen, das in der Sonne rosarot erstrahlt. Hier finden Besucher die einheimische Seychellenpalme, frei lebende Riesenschildkröten und eine einzigartige Vogelvielfalt in den Bergwäldern, deren üppige grüne Gipfel einen Blick auf den puderweißen Sand und das glitzernde türkisfarbene Wasser bieten. Die weit entfernten Außeninseln sind ein Erkundungsort für Tauchschiffe und Standort umweltfreundlicher privater Inselresorts in der Nähe von Schnorchel- und Tauchplätzen, die für ihre bunten Meereslebewesen bekannt sind. Die Seychellen sind zweifellos wild, aber auch eine Oase der Ruhe. Sie liegen zudem außerhalb der Zyklonzone des Indischen Ozeans, weshalb die meisten Inseln nicht von Wirbelstürmen betroffen sind. Das einzige Problem, das sich Besuchern stellt, ist zu entscheiden, wohin es zuerst gehen soll. Sehen wir uns also einige der Highlights an.

Jede der Inner Islands der Seychellen lockt mit einzigartigen Erlebnissen.

Bild Guillermo Trapiello

KUNTERBUNTE VOGELPRACHT

Von den Seychellen-Paradiesschnäppern bis hin zu den Seychellen-Zwergohreulen zeichnen sich diese Inseln durch eine Vielzahl seltener und einheimischer Vogelarten aus. Schätzungsweise finden sich jeden Frühling 1,5 Millionen Rußseeschwalben auf Bird Island ein, während die von Dschungel umsäumten Gipfel von Aride das Zuhause von zehn brütenden Seevogelarten sind. Auf der Insel Cousin kann man Rohrsänger, Madagaskar-Turteltauben und den kürzlich wieder eingeführten gefährdeten Seychellendajal sichten. Die Umsiedlung von 59 Seychellen-Rohrsängern von der Insel Cousin auf Frégate, eine Privatinsel, ist eine weitere der vielen Erfolgsgeschichten des Archipels.

Rußseeschwalben kehren zu ihrer Kolonie auf Bird Island zurück. Jeden Frühling finden sich hier etwa 1,5 Millionen ihrer Art zum Brüten ein.

Bild Thomas P. Peschak

AUF INS HINTERLAND: 

Das üppige grüne Herz der Seychellen bietet eine Abwechslung zu den malerischen Stränden.

Wundersame Natur: Mahé ist vielleicht die geschäftigste Insel des Archipels, dennoch gibt es hier viele Nationalparks mit Wanderwegen, auf denen man die dichten Wälder, Küstenmangroven und die hügelige Landschaft der größten Insel des Archipels erkunden kann. Auf Morgenwanderungen zu den hochgelegenen tropischen Wäldern entdeckt man fleischfressende Krugpflanzen, Quallenbäume und winzige, vom Aussterben bedrohte Seychellenfrösche.

Unberührte Inselpfade: Silhouette ist die drittgrößte Insel des Archipels und vollständig als Nationalpark geschützt. Ihre steil bewaldeten Gipfel ragen hoch über dem tiefblauen Indischen Ozean empor, wo jede Wegbiegung einen atemberaubenden Blick auf die palmengesäumten Strände freigibt. Mit nur zwei Unterkünften ist diese entlegene und nahezu unbewohnte Insel das perfekt Reiseziel für aktive Gäste. 

Blick aufs Meer: Die von Palmenhainen gezierte Insel Praslin ist mit ihren einheimischen Kokospalmen eine üppig grüne Insel mit atemberaubendem Blick auf das Meer. Die dreistündige Wanderung zum Aussichtspunkt im Naturreservat Fond Ferdinand belohnt Wanderer mit einem Panoramablick auf den gesamten Archipel mit neun weiteren strandgesäumten Inseln. Alternativ kann man in den Norden zum Anse Lazio wandern, einem paradiesischen halbmondförmigen weißen Puderstrand, der regelmäßig zu einem der schönsten Strände der Welt gekürt wird.

Ein Soglossid-Frosch ruht sich in einem Laubblatt im Naturreservat Vallée de Mai aus. Die Seychellenfrösche (Sooglossus Sechellensis) bevorzugen den feuchten Waldboden, wo sie ihre Eier legen, bevor sie die geschlüpften Kaulquappen auf ihren Rücken tragen.

Bild Thomas P. Peschak

MIT DEM FAHRRAD 

Nur eine Handvoll Autos sind auf der winzigen Insel La Digue erlaubt: ein Segen für Fahrradfahrer, die in unberührten Buchten mit malerischen Stränden ein Picknick genießen möchten. Nirgendwo sonst sind die Seychellen so locker und entspannt, wo Riesenschildkröten oft die einzigen Verkehrsteilnehmer sind.

Aldabra, die größte unter den Outer Islands der Seychellen.

Bild Guillermo Trapiello

SCHILDKRÖTEN UND BÄUME

Eine der größten Landschildkröten der Welt lebt auf dem gleichnamigen Aldabra-Atoll sowie auf der kleinen Insel Curieuse in freier Wildbahn; es handelt sich hierbei um einen wichtigen Zufluchtsort für diese prächtigen Tiere, die mehr als 150 Jahre alt werden können. Curieuse ist ein hervorragender Ort, um spektakuläre Arten zu sichten, und das Zuhause der Seychellenpalme, deren riesiger Samen mit einem Gewicht von bis zu 25 kg der größte der Welt ist. Auf Praslin, dem einzigen zusätzlichen Lebensraum der gefährdeten Palme, befindet sich das Naturreservat Vallée de Mai, das Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist. Wanderwege durchqueren den dichten tropischen Wald, in dem der schwarze Papagei der Seychellen beheimatet ist. Auf der Hauptinsel Mahé befinden sich die Nationalen Botanischen Gärten, die seit ihrer Gründung im Jahr 1901 ein Eckpfeiler für den Erhalt der Flora der Seychellen sind. Auf der zwei Hektar großen Fläche finden sich eine unglaubliche Vielfalt an Orchideen, seit Jahrhunderten genutzte Heilbaumarten und duftende Bäume, die Einblick in das Gewürzhandelserbe der Seychellen bieten.

Eine Aldabra-Riesenschildkröte schlendert über eine Düne auf der Insel Picard. Diese Kreaturen können während ihrer 150-jährigen Lebensdauer ein Gewicht von etwa 500 Pfund erreichen.

Bild Thomas P. Peschak

TAUCHEN: 5 Möglichkeiten, um die Unterwasserwelt zu erkunden:

 

Privatinsel Denis Island: Besucher können in diesem privaten Inselresort schnorcheln und am Rande eines Meeresabgrunds angeln gehen. Denis Island ist ein Schutzgebiet für Meeresschildkröten. 

Marine Conservation Society Seychelles: Diese NGO mit Sitz auf Mahé bietet zahlreiche Informationen über Meeresschildkröten, Sumpfschildkröten und die Wiederherstellung von Korallen. Die Organisation bietet auch Gelegenheiten für die Mitwirkung von Freiwilligen.

Strand von Beau Vallon: Wenn der Geldbeutel keine Segeltour auf einem Tauchschiff zulässt, sind an diesem beliebten Ort auf Mahé Tauchgänge zu lokalen Riffen und Wracks möglich, wo Begegnungen mit Meeresbewohnern wie Adlerrochen, Riffhaien und riesigen Schwärmen von Gelbstreifen-Schnappern keine Seltenheit sind.

Alphonse-Atoll: Die weitläufigen weißen Sandstrände, welche die Insel säumen, sind einer der besten Orte zum Fliegenfischen im Indischen Ozean. Dort kann man Knochenfische, Milchfische und acht verschiedene Makrelenarten an Land ziehen.

La Digue: Das glasklare Wasser rund um die winzige rosafarbene Granitinsel ist ein idealer Ort für Schnorchler, die leichten Zugang vom Strand in die farbenprächtige Unterwasserwelt der Seychellen suchen.

Grand Anse, der längste Strand auf La Digue mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser, ist ein beliebtes Reiseziel.

Bild Robert Harding Picture Library

WIE AUS DEM BILDERBUCH

Die natürliche Schönheit ist die Muse einer lebendigen lokalen Kunstszene, die vor allem auf Mahé und Praslin floriert. Zu den beliebtesten Orten für Kunst- und Skulpturliebhaber zählen die Galerien von Michael Adams und Nigel Henri sowie die Ateliers von Tom Bowers und Rita Morel.

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