Natur, Kultur & Kulinarik: Fünf Tipps für einen Wochenendtrip nach Menorca

Die Baleareninsel bietet so viel mehr als nur Traumstrände. Nämlich: ruhige Wanderwege an der Küste, reichhaltige Gastronomie und eine faszinierende Geschichte.

Von Connor McGovern
Veröffentlicht am 1. Dez. 2023, 11:38 MEZ
Luftbild von Cala en Turqueta, Menorca-Inseln, Spanien

Luftbild von Cala en Turqueta, Menorca-Inseln, Spanien

Foto von Serenity-H / Shutterstock.com

Auf dem Gipfel des Mount Toro steht eine Christusstatue, die die Arme ausstreckt, als ob sie die Insel umarmen würde. Vergleiche zwischen der Statue und ihrem brasilianischen Gegenstück sind leicht zu ziehen, aber dies hier ist eine weit bescheidenere Angelegenheit. Menorca ist schließlich kein Ziel, das mit seinen Reizen prahlt. Auf der zweitgrößten Insel der Balearen herrschen landwirtschaftliche Traditionen vor, und das Leben folgt einem sanfteren Rhythmus als auf den feierwütigen Schwestern Mallorca und Ibiza. Wer sich ins Landesinnere wagt, lernt die ruhige, ländliche Schönheit der Insel am besten kennen: Wacholder- und Pinienbäume, die von Rotmilanen umkreist werden, hübsche weiß getünchte Dörfer und Trockenmauern, die eine Landschaft durchziehen, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert zu haben scheint. Das heißt aber nicht, dass es immer ein friedlicher Zufluchtsort in der Sonne gewesen wäre: Menorca hat eine ganze Reihe von Konflikten und Eroberungen erlebt und wurde von zahlreichen Mittelmeermächten kontrolliert. Die wechselnden Besatzer haben reiche Zeugnisse hinterlassen, von den geheimnisvollen Türmen des prähistorischen Talaiot-Volkes bis hin zu militärischen Festungen, die sich über dem strahlend blauen Meer erheben. Die Insel ist außerdem seit 1993 ein UNESCO-Biosphärenreservat. Die Entwicklung von Ferienanlagen wurde begrenzt, was die Insel einmal mehr zu einem sympathisch ruhigen Urlaubsziel macht. Manchmal, so scheint es, überlässt man das Feiern eben am besten den Nachbarn.

Samstag: Natur und Kultur von Fort Marlborough bis zum Leuchtturm Favàritx

Vormittag: Die Hauptstadt Mahón eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt. Ein Naturhafen machte die Stadt im 18. Jahrhundert zu einer strategischen Festung für die Briten, das Fort Marlborough wurde 1726 zur Abwehr französischer und spanischer Flotten erbaut. Wer sich für Kunst interessiert, fährt mit einem Boot zur Illa del Rei im Hafen. Auf der kleinen Insel befindet sich Hauser & Wirth Menorca, das 2021 eröffnet wurde. Die spanische Außenstelle der internationalen Kunstgalerie ist in einem ehemaligen Militärkrankenhaus untergebracht und beherbergt wunderschöne Gärten sowie beeindruckende Ausstellungen moderner Kunst.

Nachmittag: Vor den Toren Mahóns liegt Talatí de Dalt, eine prähistorische Siedlung der Talaioten, die zwischen 1500 v. Chr. und dem zweiten Jahrhundert n. Chr. auf Menorca und Mallorca lebten. Die verstreute Ansammlung besteht aus Behausungen, Türmen und taulas (riesigen, Stonehenge-ähnliche Strukturen). Nur eine kurze Autofahrt entfernt befindet sich der Parc Natural de s’Albufera d’Es Grau. Mit seinen Dünen, Sümpfen, Tamarisken und Olivenhainen, die sich um eine Lagune herum erstrecken, ist das Biosphärenreservat perfekt zum Wandern und Vögelbeobachten. Fahren Sie anschließend zum Leuchtturm von Favàritx, um die Ruhe der Landzunge zu genießen.

Abend: Es gibt keinen schöneren Ort für ein Dinner als Torralbenc, einen ehemaligen Bauernhof, dessen Terrassen von Lavendel und Zypressen umgeben sind. Das Restaurant-Hotel bietet ein hervorragendes Degustationsmenü mit eigenen Weinen an. In der Nähe befindet sich die Cova d’en Xoroi, ein Club mit Livemusik in einer Höhle an den Klippen. Die Tapas-Bars im Mercatapas auf dem Fischmarkt von Mahón sind an sechs Abenden in der Woche gut besucht und servieren Ziegenkäsekroketten und frittierte Anchovis. In den Sommernächten gibt es überall im Stadtzentrum Live-Straßenmusik. Kommen Sie früh, um einen Tisch am Straßenrand zu ergattern!

Sonntag: Historische Entdeckungen an Menorcas Westküste

Vormittag: Begrüßen Sie den Tag vom Gipfel des Monte Toro, des höchsten Punkts Menorcas (357 Meter). Von hier oben breitet sich die Insel wie ein prächtiger grüner Mantel aus, mit zerklüfteten Landzungen, die ins Meer ragen. Auf dem Weg dorthin sollten Sie in der Finca Binillubet vorbeischauen – auf dem Bauernhof können Besucher den köstlichen Mahón-MenorcaHalbhartkäse direkt an der Quelle probieren und kaufen. Der Ferienort Fornells liegt im Meeresschutzgebiet von NordMenorca und ist einer der besten Tauchplätze der Insel. Oder mieten Sie sich ein Kajak, um die abgelegenen Strände der Bucht zu erkunden. Zurück an Land können Sie im Es Port caldereta de langosta (Hummereintopf) essen.

Nachmittag: Fahren Sie an der Nordküste Menorcas nach Westen bis nach Cala Morell. Das Highlight hier ist die vortalaiotische Nekropole: eine Bienenwabe aus Kammern und Höhlen, die bis zum zweiten Jahrhundert genutzt wurde. Die Besichtigung ist kostenlos, man kann in und um die Höhlen herumklettern. Anschließend folgen Sie der Straße zur malerischen Bucht von Cala Morell. In der Nähe befindet sich die Naveta d’Es Tudons, das beste Beispiel für eine naveta (eine Art bootsförmige Grabanlage, die es nur auf Menorca gibt), die um 2000 v. Chr. errichtet wurde. Bei Ausgrabungen in den 1950er-Jahren wurden Artefakte gefunden, einige sind im Museu de Menorca in Mahón ausgestellt.


 

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Foto von National Geographic

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